CD-Review: Black Bonzo - Sound Of The Apocalypse

  • Veröffentlichung: 2007
  • Label: Alive, Sensory
  • Spielart: Hard Rock
Besetzung

Magnus Lindgren – Gesang
Joakim Karlsson – Gitarren, Flöte, Bouzouki
Anthon Johansson - Bass
Nicklas Ahlund - Hammond, Mellotron, Piano & Synthesizers
Mike Israel – Schlagzeug, Perkussion

Gastmusiker:
Adrian Holmström - Saxophon

Tracklist

01. Thorns Upon A Crown
02. Giant Games
03. Yesterdays Friends
04. The Wall
05. Intermission – Revelation Song
06. Ageless Door
07. Iscariot
08. Sound Of The Apocalypse


Willkommen in der Vergangenheit!. „Retro“ ist ein Begriff, den sich viele Bands heutzutage ans Revers heften wollen, doch selten trifft der Begriff derart gut zu wie bei BLACK BONZO. Die Schweden sind „retro“ durch und durch. Das beginnt bei den deutlich hörbaren Anleihen bei Siebziger Jahre Hard Rockern wie Uriah Heep und geht bis hin zu der analogen, warmen und old-schooligen Produktion. Und obwohl das Album den Titel „Sound Of Apocalypse“ trägt, wird hier musikalisch eine positive Stimmung verbreitet, die den Hörer in den Bann zieht. Verknüpft wird dieser Wohlfühl-Hard Rock mit leichten progressiven Einschüben aller Genesis, Yes oder sogar Jethro Tull. Ebenfalls hervorzuheben ist das genial-stimmige Cover-Artwork, dessen Thema sich durch die gesamte Digipak-Gestaltung zieht.

Das Album startet mit dem Vorzeigesong „Thorns Upon A Crown“, der mich gleich mal in richtig gute Laune versetzt. Selten habe ich einem derart organischen, dennoch niemals ausgelutscht klingenden Retrosound gehört, der mir als Fan der Siebziger richtig Freude bereitet. Der überzeugende Hammond-Sound von Keyboarder Nicklas Ahlund erzeugt zusammen mit dem beherrschten, ruhigen Gesang von Magnus Lindgren eine ganz eigene Atmosphäre. Aber auch Gitarrist Joakim Karlsson darf immer wieder zeigen, dass er von der alten Schule gelernt hat und weiß wie man diesen Klang in dieses Jahrtausend transportiert. „Giant Games“ begeistert danach mit einer eingängigen Perkussionsarbeit und einem Refrain, der tief geht. Es macht wirklich Freude, was die jungen Schweden auf ihrem Zweitling abliefern. So darf es ruhig weitergehen. Auch „Yesterdays Friends“ weiß gleich zu Beginn zu gefallen. Das akustische Intro mit Gitarre und Flöte lässt auf großes Hoffen, leider verlässt das Lied diesen Pfad bald wieder, um in bereits bekannte Gefilde zurück zu kehren. So zieht dieser Song etwas unspektakulär am Ohr des Hörers vorbei. „The Wall“ ist danach wieder etwas eigenständiger, macht auch wieder ordentlich Spaß, sticht aber dennoch nicht aus der Masse hervor. Bei der anschließenden Unterbrechung „Intermission – Revelation Song“ würdigen die Schweden Jethro Tull mit folkigem Flair und Flötenklängen. Die Atmosphäre steigert sich mit indianischem Gesang, den Schlagzeuger Mike Israel überraschend echt rüberbringen kann, doch leider ist nach knapp zwei Minuten wieder alles vorbei. Schade, denn daraus hätten sie ruhigen einen ganzen Song machen können. Mit „Ageless Door“ und „Iscariot“ begibt man sich wieder zurück auf den Wohlfühl-Hard Rock Weg, den man auf „Sound Of The Apocalyspe“ ausgiebig zelebriert. Vor allem „Iscariot“ macht wieder richtig viel Spaß und bereitet gute Laune und erinnert mit einem Pianoabschnitt kurz an Queens „Bohemian Rhapsody“. Wirkliche Überraschungen sucht man bei diesen zwei Liedern aber vergebens. Zum Abschluss soll dann noch das Highlight mit dem dreizehn Minuten langen Titeltrack folgen. Mit dem Pianointro und dem militärischen Schlagzeugspiel beginnt der Song überraschend ernst und lässt die Unbeschwertheit der vorigen Songs hinter sich. Erst nach der Hälfte schwenkt das Thema um und wird von einem sehr jazzigen Instrumentalteil abgelöst.

Zu sagen, dass die jungen Schweden von BLACK BONZO mit „Sound Of The Apocalypse“ einfach nur ein gutes Retro-Rock Album vorlegen, würde der Band Unrecht tun, denn sie schaffen es, die Unbeschwertheit, die in der Musik der Siebziger Jahre steckt, in unser Jahrhundert zu hieven und bereiten mir damit große Freude. Zwar haben sie sich im Gegensatz zu ihrem Debüt auf deutlich selbständigere Pfade begeben, dennoch wünsche ich mir für zukünftige Releases noch etwas mehr Eigenständigkeit und Abwechslung. Eines sollen die fünf Schweden aber nie verlieren: Ihre Liebe zur warmen, persönlichen und echten Musik der Siebziger.

Bewertung: 8 / 10

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