CD-Review: Black Label Society - Order Of The Black

Besetzung

Zakk Wylde – Gesang, Lead-Gitarre, Piano
Nick Catanese – Rhythmus-Gitarre
John DeServio – Bass
Martin William “Will” Hunt – Schlagzeug

Tracklist

01. Crazy Horse
02. Overlord
03. Parade Of The Dead
04. Darkest Days
05. Black Sunday
06. Southern Dissolution
07. Time Waits For No One
08. Godspeed Hell Bound
09. War Of Heaven
10. Shallow Grave
11. Chupacabra
12. Riders Of The Damned
13. January


Im vergangenen Jahr hatte er den Gitarren-Posten bei Ozzy Osbourne zu räumen und musste überraschend für Gus G. Platz machen. Dazu entdeckte sein Arzt ein Blutgerinsel in seinem Bein, der jahrelang überschwängliche Alkoholkonsum machte sich mehr und mehr bemerkbar. Beides scheint Zakk Wylde jedoch gemeistert zu haben und mit „Order Of The Black“ steht nun nach vier Jahren auch wieder der erste BLACK LABEL SOCIETY-Silberling zum Verkauf bereit – erstmals über Roadrunner Records.

Tatsächlich läuft man beim Ausnahmegitarristen Wylde schnell Gefahr, seine gesanglichen Qualitäten außer Acht zu lassen. Deshalb wirkt der Opener „Crazy Horse“ beinahe so, als wolle er die Welt explizit darauf hinweisen, dass er nicht nur mit seinen Fingern, sondern auch seiner Stimme zaubern kann. Was dabei heraus kommt ist ein gelungener Heavy Metal-Kracher, wie er urtümlicher nicht sein könnte. Mit beachtlichem Stimmvolumen seitens Wyldes, äußerst interessant getunten Gitarren, die sich mal dezent im Hintergrund einnisten, mal mit prägnanten Leads in den Vordergrund drängen und einem so eigentümlichen Feeling, wie es eigentlich nur BLACK LABEL SOCIETY aus den Boxen zaubern können, überzeugt „Order Of The Black“ schon mit seinen ersten Tracks.
Rasanter geht es weiter, das Tempo wird hochgeschraubt („Parade Of The Dead“), nur um anschließend Platz für eine träumerische Akustik-Nummer wie „Darkest Days“ zu machen. Das ist soweit nichts Neues, aber genau hier verbirgt sich eine der großen Qualitäten der 1998 ins Leben gerufenen Truppe: Das Gespür für schwermetallische Klasse und das Arrangieren solcher akustischer Stücke und letztendlich auch das Talent, beides zu einem sinnvollen Gesamtwerk zu verbinden. „Time Waits For No One“ oder „January“ sind weit mehr als der Abwechslung geschuldete Platzhalter sondern viel mehr Bausteine auf dem Weg zu einem derart überzeugenden Album, wie es „Order Of The Black“ andeutet zu werden.
Dazu gesellen sich Groove-Monster wie „Souther Dissolution“ oder „Godspeed Hellbound“, während mit dem Latino-Gitarren-Stück „Chupacatra“ oder „Black Sunday“ (was für ein Solo, was für ein Riff!) auch ein Track vertreten ist, der ganz der spielerischen Klasse Wyldes gewidmet ist. Tatsächlich ist es BLACK LABEL SOCIETY hoch anzurechnen, dass sie den Fans mit satten 14 Songs auch „value for money“ liefern, zumal sie die US-Amerikaner keinen einzigen Durchhänger erlauben. Allein schon die letzten drei Songs sind mit ihren harmonischen Piano-Passagen – made by Wylde himself – zwar nicht unbedingt das, was man von einem Heavy Metal-Scheibchen erwartet; aber genau das, was man von BLACK LABEL SOCIETY erwarten darf.

„Order Of The Black“ erfindet das Rad sicherlich nicht neu und bietet genau das, wofür man die Band ohnehin schon lieben darf: Eine in sich perfekt stimmige Mischung aus astreinen Heavy Metal-Brettern und kompositorisch ganz starken Halb-Balladen und Akustik-Nummern, noch dazu einer der besten Gitarristen der Gegenwart, der – wie sich vor allem mit „Riders Of The Damned“ und dem abschließenden „Can’t Find My Way Home“ herausstellt – auch gesanglich zu den ganz Großen im Business zu zählen ist. Hier weiß man, was man hat!

Bewertung: 8.5 / 10

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