CD-Review: Blood Has Been Shed - Spirals / Novella of Uriel (Re-Release)

Besetzung

Howard Jones - Gesang
Corey Unger - Gitarre
John Lynch - Bass
Justin Foley - Schlagzeug

Tracklist

Spirals
01. Age of Apocalypse
02. Prion
03. Greetings from the Gallows
04. She Speaks to Me
05. Rainman
06. UATU
07. The House of Fists
08. Beatnik
09. Beginner´s Luck
10. Technicolor Jackets
11. Weeping Willow
12. Call Waiting
13. Six Twelve
14. Cortisone

Novella of Uriel
15. Wetwork
16. Benediction
17. And a Seraphim Cries
18. En Sabah Nur
19. Intervention
20. Faded Pictures Faded Memories
21. Signs and Omens
22. ...and her Name Was Entragian
23. Of Sand an Sulfur
24. Candlelight Vigil
25. Metamorph


Man kann von diesem Re-Release halten was man will, die Musik darauf entspricht aber genau dem, was 2001 bzw. 2003 veröffentlicht wurde. „Spirals“ von Track 1 bis 14 und „Novella of Uriel“ von Track 15 bis 25. Ein Doppelalbum also.
Ich muss gestehen, „Blood Has Been Shed“ kannte ich bis vor kurzem nicht. Ich kann vorwegnehmen – leider nicht. Als erste Auffälligkeit an diesem Album sticht mir die Bandbesetzung ins Auge: zwei sehr bekannte Namen – Howard Jones und Justin Foley. Ihres Zeichens Sänger bzw. Drummer von Killswitch Engage. Das lässt die Vorfreude natürlich ungemein ansteigen.
Die beiden Killswitch Engage Mitglieder Howard Jones und Justin Foley heben die Erwartungen.

„Spirals“:

Und die CD legt erwartungsgemäß los. „Age of Apocalypse“ gibt mir mal kräftig eine mit. Definitiv eine Ecke härter als „Killswitch Engage“. Doch zur Mitte des Liedes fällt mir bereits eines auf: der Track ist sehr verschachtelt. „Prion“ fängt etwas ruhiger an – wenn man das so sagen kann. Doch hält sich mein erster Eindruck weiterhin, diese CD dürfte ein Stück schwer verdaubare Metalcore-Kost werden, was allerdings nicht negativ gemeint ist. Ganz im Gegenteil. Song Nr. 4 macht Lust auf mehr. In Meshuggah-Manier wird hier in den Arsch getreten. Hart, schnell, polyrhythmisch und alles andere als straightes Songwriting. Gefällt, Anspieltip!
Meshuggah kann man nicht übertreffen, aber man kann ihnen ebenbürtig sein.

„Uatu“ fängt sehr langsam und melodisch an, einer der wenigen „KSE-Songs“. Das allerdings auch nur vom Gesang her. Bereits nach sechs Tracks kann ich behaupten: „BHBS“ ist nicht nur was für KSE-Hörer. Das merkt man dann auch gleich wieder bei „Beatnik“. Ein Instrumentalstück, das in erster Linie aus akustischen Instrumenten besteht; Schlagzeug, Trommeln usw.. Interessant. Zu keinem bisherigen Zeitpunkt der CD kam Langeweile auf. Track 9 und 10 bestätigen das erneut. „Weeping Willow” ist dann der nächste verrückte Track auf dieser CD. Ein Glockenspiel begleitet mit einem – ich wollte es nicht wahrhaben, aber ja – mit einem Xylophon! Die letzten drei Lieder geben mir dann noch den Rest. Nicht selten bauen CDs zum Schluss hin ab, „BHBS“ aber auf keinen Fall.

„Novella of Uriel“:
“Wetwork” beginnt vergleichsweise ruhig. Eine kleine Pause kann ja nicht schaden. Doch nach nur einer halben Minute beginnt das erste „BHBS“ Album dort, wo „Spirals“ zu Ende ging. Double Bass, viel Melodie und Rhythmus und dann sogar noch die Untermalung mit einer Violine. Ich bin begeistert. Track 16 und 17 lassen dann die Erwartungen allerdings ein wenig sinken. Das Songwriting überzeugt mich noch nicht. Und was mir auffällt: die Qualität der Tracks ist nicht die beste. Es rauscht verhältnismäßig viel. „En Sabah Nur” gefällt mir dann aber wieder mehr, Double Bass und Riffs die nicht besser sein könnten. Daumen nach oben. Mit 1:46 aber eindeutig zu kurz. „Intervention“ überrascht mich dann mit melodischem Gesang, zwar kein Ohrwurm und alles andere als soft, aber bringt wieder Abwechslung in die Sache. Track 20 überzeugt mich dann weniger vom Technischen als von der Art des Liedes. Verrückter Aufbau, schrille Gitarren unterlegt mit harten Riffs. Zum Schluss hin baut dieser Song eine Dynamik auf mit der ich zu Anfang nicht gerechnet hatte. Ebenfalls top. „Signs and Omens” ist dann wieder typischer Metalcore, dem auch „…And Her Name Was Entragian“ und „Of Sand an Sulfur“ nicht so ganz entkommen können. Alle drei Lieder bewegen sich aber auf sehr hohem Niveau. Alles andere als schlecht also.
„Hat Jonathan Davis da seine Finger im Spiel?“, frage ich mich zu Recht.

Aber nichts Falsches denken, das bezieht sich nämlich nur auf Lied Nummer 24. Ich kann es nicht glauben. Bagpipes! Ich freue mich wie ein kleines Kind, hör mir den Track zig male an.Den Abschluss der Scheibe macht schließlich der Track „Metamorph“, welcher noch mal so richtig Anlass gibt genauer hinzuhören. Ein letztes Mal kommt man in den Genuss von perfekt harmonisierenden Instrumenten und Gesang.

Ich habe mir das Album sehr oft angehört. Ich muss gestehen, am Anfang war es nicht unbedingt mein Fall. Doch irgendwie verspürte ich den Drang es immer und immer wieder anzuhören. Vor allem „Spirals“ hat es mir angetan. Es wirkt einfach erwachsener, der Sound ist auch um einiges besser. Nichts desto trotz ist auch „Novella of Uriel“ ein gelungenes Album, auf keinem der beiden Alben ist ein musikalischer Tiefpunkt zu finden.

Bewertung: 7.5 / 10

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