CD-Review: Blue Öyster Cult - The Symbol Remains

  • Veröffentlichung: 2020
  • Label: Frontiers Music
  • Spielart: Hard Rock
Besetzung

Eric Bloom - Gesang, Gitarre, Keyboard
Buck Dharma - Gitarre, Synthesizer
Richie Castellano - Keyboard, Gitarre
Kasim Sulton - Bass
Jules Radino - Schlagzeug

Tracklist

01. That Was Me
02. Box In My Head
03. Tainted Blood
04. Nightmare Epiphany
05. Edge Of The World
06. The Machine
07. Train True (Lennie’s Song)
08. The Return Of St. Cecilia
09. Stand And Fight
10. Florida Man
11. The Alchemist
12. Secret Road
13. There’s A Crime
14. Fight


Der Einfluss von BLUE ÖYSTER CULT auf den U.S.-amerikanischen Hard Rock und die Rockmusik im Allgemeinen ist nicht zu leugnen: Neben der Erfindung des Heavy-Metal-Umlauts schrieben die New Yorker mit Alben wie „Agents Of Fortune“ und „Fire Of Unknown Origin“ einen Teil des Regelwerks, das noch heute für den Hard Rock und Heavy Metal gilt. Stolze 50 Jahre nach Gründung sind BLUE ÖYSTER CULT immer noch aktiv und haben mit Frontmann Eric Bloom und Gitarrist Buck Dharma zumindest noch zwei Originalmitglieder an Bord. Solch ein Jubiläum wird durch nichts besser gefeiert als ein neues Album und so erscheint mit „The Symbol Remains“ dieser Tage die neueste Platte der Rocklegenden von der Ostküste.

Dass „The Symbol Remains“ ausgerechnet über das italienische Label Frontiers Music erscheint, muss in diesem Fall niemanden erschrecken, denn BLUE ÖYSTER CULT gehören zu den seltenen Bands aus der Künstlerfamilie der Plattenfirma aus Neapel, bei denen nicht ihr Mädchen für alles Alessandro Del Vecchio seine Finger im Spiel hat. Ganz ohne fremde Hilfe ging es aber doch nicht, denn die Texte auf dieser Platte wurden mehrheitlich von einem gewissen John Shirley geschrieben. Alteingesessene Fans überrascht das kaum, schrieb der Mann doch an den letzten beiden Alben der Mannschaft mit und ist inzwischen so etwas wie ein stummes Bandmitglied.

Mit einer guten Stunde Spielzeit verlangt „The Symbol Remains“ seiner Hörerschaft einige Geduld ab, allerdings fällt die Platte weitaus kurzweiliger aus, als man eingangs vermuten möchte. Das liegt in erster Linie am hohen Abwechslungsreichtum, den BLUE ÖYSTER CULT hier an den Tag legen: Über 14 Songs loten die Amis so ziemlich jede Facette ihres Sounds aus und decken dabei alles von seicht bis hart ab. Die Mehrheit der Songs bilden dabei schwungvolle Hard-Rock-Nummern wie „Train True (Lennie’s Song)“, das bockstarke „The Return Of St. Cecilia“ oder auch „The Machine“ – letzteres übrigens mit mehr als genug Cowbell, falls irgendjemand fragt. Dazwischen rutschen die Herren z. B. mit „Box In My Head“ in den seichten Radiorock oder gar -pop ab, was ihnen ebenfalls leicht von der Hand geht, aber lange nicht so zwingend klingt.

Somit ist „The Symbol Remains“ randvoll mit starker, routinierter Rockmusik, es fehlen jedoch die singenden Gitarren aus Songs wie „Burning For You“ oder die ominöse Düsternis aus „Cities On Flame With Rock ’n‘ Roll“, die den Sound von BLUE ÖYSTER CULT so einzigartig machten. Die Erlösung erfolgt auf dieser Platte dank Titeln wie dem epischen „Tainted Blood“, dessen andächtige Refrains und erhabene Leads zurück in die Hochphase der Band entführen. Ähnlich verhält es sich mit den perlenden Gitarren von „Florida Man“ und im fantastischen „The Alchemist“ blitzen sie endlich auf, all die sonst so vermissten Stilelemente echter BLUE-ÖYSTER-CULT-Originale. Denn trotz der eher ruhigen Art dieser Band ist ihre Musik in ihren besten Momenten auch heute noch unfassbar intim und zwingend, was an den tollen Gesangslinien und Refrains sowie der unglaublich melodiösen Phrasierung der Gitarristen liegt.

Die Besetzung von BLUE ÖYSTER CULT hat sich über die Jahrzehnte stark verändert, aber selbst wenn die Band noch in Originalbesetzung unterwegs wäre, würde es sich bei den Musikern nach 50 Jahren vermutlich nicht mehr um die gleichen handeln, die einst „Agents Of Fortune“ aufgenommen haben. Entsprechend wird auf „The Symbol Remains“ nicht selten offensichtlich, dass die New Yorker schon vor langer Zeit alles gesagt haben, denn eine wirklich notwendige Platte ist dieses Album sicher nicht. Es ist aber trotzdem gut. Und hörenswert, denn selbst wenn die Selbstzitate auf dieser Platte oftmals wenig kaschierter „Fan Service“ zu sein scheinen, so agieren hier doch gestandene Musiker, die einst mehr als nur ein Genre aus der Taufe hoben. Das hört man den Kompositionen von „The Symbol Remains“ deutlich an, weshalb die Platte trotz ihrer ausufernden Spielzeit nie langweilig wird. Schön, dass es BLUE ÖYSTER CULT noch gibt.

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Bewertung: 6.5 / 10

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