Review Bluttaufe – Mein Fleisch an deinen Lippen

  • Label: Christhunt
  • Veröffentlicht: 2000
  • Spielart: Extreme Metal

BLUTTAUFE, das ist eine Band deren letztes Lebenszeichen drei Jahre zurückliegt und zwar in Form des Splits mit Asaru, wobei das der Wahrheit nicht ganz gerecht wird, diese Split erschien nämlich nie. Davor gab es unter anderem einige Demos und eben ein Album der Band. Auf die Demos und die anderen Veröffentlichungen möchte ich aber jetzt nicht eingehen, kümmern wir uns lieber um ihr Werk „Mein Fleisch an deinen Lippen“ aus dem Jahre 2000, welches bis dato ihr erstes und auch ihr letztes Album ist.

Eingeleitet wird es von dem Stück „Trauma“, welches direkt starke Akzente setzt und die Marschrichtung für den Rest des Albums vorgibt.
Eine Stimme, wie sie im Black Metal üblich ist, unterstützt von eingängigen, ausgefeilten Melodien die thrashig rüberkommen. Kein Wunder, steht doch im Booklet etwas von „Thrashing War Metal“. Nach einem Drittel des Liedes dann ein kurzer Tempowechsel, der sehr schön platziert ist. Überhaupt kann man nicht meckern was das Gespür für Melodien und die Bedienung der Instrumente angeht. So erwarten den geneigten Hörer auch hämmernde Drums, die gut in Szene gesetzt sind. Nach gut etwas weniger als fünf Minuten klingt „Trauma“ dann aus und macht Platz für „Mein geschundener Leichnam“.
Auch hier ragt die wunderbar kehlige Stimme von Azazel hervor, die nachher von einem absolut genialen Riff und einem Hintergrund-Gesang begleitet wird. Das Ganze natürlich wieder ausgemacht durch Tempowechsel und dem Einsatz der Akkustikgitarre, die hier wunderbar mit harten Riffs gepaart wird, um auch mal auf die anderen Stücke vorwegzugreifen.

An dritter Stelle folgt „Zu Staub zerfallen unsere Träume“, was von einer Art kurzem Intro eingeleitet wird. Es ist das meiner Meinung nach beste Lied auf dieser Scheibe, es reisst einen einfach mit. Besonders die Passagen, in denen der Krächzgesang nur leise von einem schön ausgewählten Riff begleitet wird…aber genug der Schwärmerei und weiter im Kontext. Track vier hört auf „Glorifizierung der Vergangenheit“ und vereint diese schon genannten Qualitäten in sich. Zugegeben, eine Ausnahmeerscheinung ist „Glorifizierung der Vergangenheit“ nicht, solide aber definitiv.
„Dem Untergang verpflichtet“ macht dann wieder mehr her genau wie „Untertaenig, meist zur Nacht“. Schlußendlich muss jedes Album enden, so auch dieses. „Der Tod ist nicht das Ende“ ist die Nummer sieben des Albums und viele Worte braucht man darüber nicht mehr zu verlieren, eine recht gute Nummer.

Kommen wir zum Fazit: Sieben Lieder, alle auf hohem Niveau. Wer vor thrashigem, melodiösem Black Metal steht, sollte zugreifen. Allen anderen sei ein Reinhören empfohlen, die beiden Jungs verstehen ihr Handwerk.
Im Übrigen muss ich hier auch mal die lyrischen Qualitäten hervorheben, da die Texte in schön ausformuliertem deutsch gehalten sind und das Feld um Leid, Schmerz, Tod abhandeln.Bilder gibt es im Booklet auch und zwar unter anderem von Fabriken, Skeletten und devot anmutenden Frauen. Ob und wie man die Verbindung der Fotos mit den Texten zieht, das überlasse ich jedem selbst.

Auf jeden Fall bleibt nur zu hoffen, dass sich Bluttaufe irgendwann einmal zurückmelden. Es wäre wohl fast zuviel egoistische Träumerei, wenn man darauf hofft, dass sie sich noch stark steigern. In Anbetracht dieses Albums würde eine Spur Eigennutz aber nicht schaden.

Wertung: 8 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

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