Review Demonic Resurrection – The Return To Darkness

  • Label: Candlelight
  • Veröffentlicht: 2010
  • Spielart: Death Metal

Mit dem Land Indien verbindet man in der Regel viele Dinge, aber an Metal denkt man wohl kaum zuerst. Doch DEMONIC RESURRECTION aus der größten Stadt des Landes, Mumbai, haben sich zur Aufgabe gemacht diesen Umstand zu ändern. Diverse Auftritte auf Festivals in Europa und ihr dritter Streich “The Return To Darkness” werden die Truppe auch hierzulande wohl etwas bekannter machen. Noch sind sie allerdings ein Geheimtipp. Ob zurecht oder unrecht wird sich im Folgenden herausstellen.

Angeführt von Bandleader Deamonstealer spielt der Fünfer eine recht exotische Mischung aus Death-, Black-, Symphonic- und Progressive Metal und legt insgesamt viel Wert darauf, dass sich die Riffs nicht wiederholen. An einigen wenigen Stellen wie z.B. in “Omega,I” wiederholen sich aber manche Parts zu oft und Strecken die Songs. Das glatte Gegenteil ist das episch angelegte “Lord Of Pestilence” mit seinen elfeinhalb Minuten, doch wirkt der Titel- und das ist bei nahezu allen der Fall- alles andere als homogen. Keine Frage es gibt einige gute Riffs und vor allem die Keyboardeinsätze brillieren, aber ein Gitarrenriff reiht sich oft unpassend an das nächste und innerhalb der Songs wechselt die Atmosphäre und Stimmung öfter als Malmsteen die Seiten, die er spielt. Da kann es dann schon mal passieren, dass man bei “Where Dreams And Darkness Unite” das Gefühl hat zwei Songs zu hören. Es fehlt dem Hörer einfach der Rote Faden, die Ariadne die durch das Labyrinth an Passagen führt. So hat man kaum die Chance sich Teile einzuprägen, weil im nächsten Augenblick bereits etwas Neues kommt. Auch ist ab dem besagtem “Lord Of Pestilence” ein hörbarer Qualitätsabfall zu bemerken. Bei ca. 65 Minuten Spielzeit frage ich mich wirklich, ob man zu Gunsten der Qualität nicht überflüssige Lückenfüller- Riffs bei Seite werfen kann? Es wirkt so, als hätte jede einzelne Idee mit auf das Album gemusst. So kann man etwas sarkastisch festhalten, dass es auf “The Return To Darkness” wohl Riffs für ganze drei Alben geben würde und die Anzahl wohl denen des indischen Götterhimmels Konkurrenz macht.

Neben den negativen Aspekten gibt es aber auf dieser Scheibe auch einige tolle Momente und der Song “The Unrelenting Surge Of Vengeance” macht beispielsweise mehr richtig als der Rest. Vielleicht liegt es ja an der verhältnissmäßig kurzen Spielzeit von fünf Minuten. Auch das Intro “Between Infinity And Oblivion” mit seinem an Richard Wagner erinnernden Bombast macht Lust auf mehr. Die Keyboards sorgen dann ferner immer wieder für Vergleiche mit Dimmu Borgir. Die Produktion kann leider nicht ganz mit internationalem Niveau mithalten und so klingt vor allem das Schlagzeug etwas hohl und steril. Der Sänger wechselt zusätzlich oft seinen Stil und so kann es vorkommen, dass einer harten Grunzorgie eine Stelle mit cleanem zuckersüßem Gesang folgt. Allerdings wirkt dieses Experiment erstaunlicherweise passend und ist als Pluspunkt anzusehen, der der Musik mehr Tiefe gibt.

DEMONIC RESURRECTION haben mich mit dieser Platte wirklich in ein Wechselbad der Gefühle geworfen. Manchmal hat man das Gefühl einen genialen Songteil zu hören und ist geneigt zu Bangen, doch dann kommt ein neues Riff und zerstört die Ambition. Ein einziges Auf und Ab also diese Scheibe. Interessant und als Geheimtipp geignet ist “The Return To Darkness” mit Sicherheit. Und wenn noch etwas am Songwriting gearbeitet wird, könnte es diese Truppe auch außerhalb Indiens krachen lassen. So bleibt ein sehr durchwachsener Eindruck, der zwischen einer genialen Scheibe und einer anstrengenden Achterbahnfahrt auf Speed pendelt. Interessenten von Progressivem Death Metal sei DEMONIC RESURRECTION ans Herz gelegt, alle anderen sollten aber erstmal skeptisch hineinhören. So gibt es eine knappe Sieben.
(Maximilian Lechner)

Wertung: 7 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

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