CD-Review: Endolith - Chicxulub – The Fossil Record

Besetzung

Frode Hofsøy - Gesang, Bass
Erling Malm - Gesang, Gitarre, Keyboard
Roger Tunheim Jakobsen - Schlagzeug

Tracklist

01. Grazing Herbivores
02. Bloodfiends
03. Nest Scrape Display
04. Rex
05. Ichthys
06. Mount Evidence
07. Diseasons
08. KPg Impactor
09. Chicxulub


ENDOLITH aus Norwegen wecken schon beim Bandnamen ein gewisses Interesse – Endolithe sind Organismen, die im Inneren von Gesteinen leben. Wenn man dann auch noch ein Konzeptalbum über Dinosaurier, Fossilien und den Chicxulub-Impaktkrater vorlegt, der mutmaßlich stiller Zeuge des Aussterbens der archaischen Riesen ist, kann man eigentlich nur gespannt sein, wie dieses komplett unverbrauchte Thema musikalisch umgesetzt wurde.

Das einführende „Grazing Herbivores“ verzichtet auf harte Klänge und setzt voll auf das Streicherensemble des Arctic Philharmonic Chamber Orchestra. Im Kopf entstehen Bilder friedlich fressender Pflanzenfresser, die aber alsbald Besuch von hungrigen Raptoren erhalten. Mit dem Nachfolgetrack tauchen wir dann nämlich in die metallische Welt der Norweger ein, deren Charakteristika auf der ganzen Platte die Oberhand behalten: Harsche Vocals, schnelles Schlagzeugspiel und brutale, treibende Riffs betreten die Bühne und bestimmen das Geschehen. Die oft im Hintergrund eingesetzten Keyboards funktionieren wunderbar als melodische Unterstützung, nehmen der Musik aber nicht die Härte. „Mount Evidence“ beispielsweise drescht vom Keyboard und den Streichern sphärisch untermalt in die Gehörgänge und lässt sich kaum noch aus dem Kopf vertreiben.

Das ist aber nur die eine Seite von ENDOLITH – auf der anderen wird das Tempo nicht selten gedrosselt oder es werden instrumentale Zwischenspiele mittels der eben erwähnten Streicher („Ichtys“), elektronischer Spielereien („Bloodfiends“) oder zarter Klavierparts („Diseasons“) eingeführt. Auch die glasklaren Gesangseinlagen von Gitarrist Erling Malm tragen dazu bei, dass „Chicxulub – The Fossil Record“ nicht nur ein hartes, sondern auch ein hochmelodiöses Album geworden ist. Gerade in „Diseasons“ beherrscht Malms Gesang die Szenerie und lässt ENDOLITH stellenweise nach einer düsteren Prog-Rock-Band klingen.

So ganz makellos ist das Zweitwerk der Skandinavier dann aber doch nicht: Das Growling von Frode Hofsøy ist mächtig, auf Dauer jedoch ein wenig gleichförmig. Auch haben sich mit „Rex“ und „KPg Impactor“ zwei schwächere Songs eingeschlichen, die etwas ideenlos anmuten. Der beinahe zehnminütige Titeltrack als vermeintlicher Höhepunkt am Ende der Platte ist zwar sehr abwechslungsreich und deckt die gesamte musikalische Palette der Norweger ab, bleibt im Vergleich zu anderen Songs aber nur zweiter Sieger.

Auch wenn sich die Vorstellung einer einst blühenden und dann ausgelöschten Dinosaurierwelt bereits nach dem Intro legt, liefern ENDOLITH mit „Chicxulub – The Fossil Record“ ein starkes Werk des extremen Metals mit nur wenigen Mängeln ab: Der Mix aus wuchtiger Brutalität und melodischer Progressivität dürfte genreübergreifend gefallen und verdient in jedem Falle mehr Aufmerksamkeit.

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Bewertung: 8 / 10

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