CD-Review: Flogging Molly - Life Is Good

Besetzung

Dave King – Gesang, Akustikgitarre, Gitarre, Bodhran
Dennis Casey – Gitarre, Akustikgitarre, Gesang
Nathen Maxwell– Bass, Gesang
Mike Alonso – Schlagzeug
Bridget Regan – Violine, Tin Whistle, Gitarre, UiIeann Pipes, Gesang
Matt Hensley – Akkordeon, Konzertina, Klavier, Gesang
Bob Schmidt – Mandoline, Mandola, Tenorbanjo, fünfseitiges Banjo, Gesang

Tracklist

01. There’s Nothing Left Pt.1
02. The Hand Of John L. Sullivan
03. Welcome To Adamstown
04. Reptiles (We Woke Up)
05. The Days We’ve Yet To Meet
06. Life Is Good
07. The Last Serenade (Sailors And Fishermen)
08. The Guns Of Jericho
09. Crushed (Hostile Nations)
10. Hope
11. The Bride Wore Black
12. Until We Meet Again


(Folk / Rock / Punk) Sechs Jahre haben sich FLOGGING MOLLY für ihr neues Album „Life Is Good“ Zeit gelassen. In der Zwischenzeit waren sie allerdings alles andere als untätig, wie unermüdliche Konzertreisen und eine von ihnen veranstaltete musikalische Kreuzfahrt beweisen. Ihr letztes Album „Speed Of Light“ bekam zwar gute Kritiken, die der Band aus Los Angeles dennoch oft vorwarfen, allmählich wie ihre eigene Kopie zu klingen. Mit „Life Is Good“ besinnen sich die Musiker auf ihre irischen Wurzeln und legen weniger ein punkiges Album mit folkigen Elementen, als vielmehr ein folkiges Album mit Rockanleihen vor. Das Ergebnis klingt dabei unverwechselbar nach FLOGGING MOLLY, vermag jedoch stellenweise zu überraschen.

Im Vergleich zu ihren Kollegen von den Dropkick Murphys haben FLOGGING MOLLY ihren Sound immer schon stärker um die Folkelemente herum gebaut. Wie um dies zu bestätigen, eröffnet „There’s Nothing Left Pt. 1“ das Album mit Trommeln, Tin Whistles und einer nachdenklichen Stimmung. Nach diesem ruhigen Beginn werden auf „The Hand Of John O. Sullivan“ in einer Art Blaupause für FLOGGING MOLLY die Tanzschuhe angezogen. Im etwas härteren „Crushed (Hostile Nations)“ spielt ein Dudelsack eine wichtige Rolle und weckt Erinnerungen an frühe Against Me!. Harte Gitarren bleiben allerdings auf dem Rest des Albums auch in schnelleren Stücken zugunsten einer weichen, ruhigen Produktion im Hintergrund. Das gelingt FLOGGING MOLLY manchmal („The Bride Wore Black“), gerät stellenweise aber auch recht belanglos („The Days We’ve Yet To Meet“).

Der stärkere Fokus auf den Folkaspekt schlägt sich in einem stimmigeren Songwriting als bisher nieder, das von einer nachdenklichen Stimmung und politischen Texten dominiert wird. Entsprechend ist „Life Is Good“ das bisher ruhigste Werk von FLOGGING MOLLY, dabei jedoch nicht weniger intensiv. Das zügige „Welcome To Adamstown“ baut auf Mariachi-Trompeten als neues Element, die auch im Titeltrack kurz auftauchen, der im Refrain schon fast Country-Züge annimmt. Mit „The Last Serenade (Sailors And Fishermen)“ schmiegt sich die traditionelle Ballade so gut in den Kontext des Albums ein wie bisher nie in der Geschichte von FLOGGING MOLLY. Auch bei den ruhigen Nummern gilt allerdings: Während die Band manchmal atmosphärisch begeistert („Reptiles (We Woke Up)“), sind andere Stücke keinesfalls schlecht, reißen aber auch nicht wirklich mit („Life Is Good“).

Wer mit irischer Folklore im Allgemeinen und mit den früheren Alben von FLOGGING MOLLY im Besonderen nichts anzufangen wusste, wird auch mit „Life Is Good“ kein Fan der Band werden. Ihre Evolution weg vom durchgängig nach vorne peitschendem Folkpunk hin zu einer ruhigeren, dennoch rockigen und tanzbaren Ausrichtung wirkt absolut natürlich. „Life Is Good“ klingt nicht wie eine Wiederholung der früheren Alben, sondern nimmt eine eigene Stellung in der Diskographie der Band aus Los Angeles ein. Und jetzt: Ab ins nächste Pub.

Bewertung: 7 / 10

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2 Kommentare zu “Flogging Molly – Life Is Good”

  1. Carsten

    Flogging Molly hatten immer schon den ruhigeren Ton immer schon drauf. „Within a Mile of Home“ und „Float“ waren bereits weniger verspielt als die Vorgänger und sind mittlerweile 10 Jahre alt.

  2. Bernhard Landkammer Post Author

    Ich stimme dir total zu, Carsten! Ich finde es aber auf diesem Album noch deutlicher, was die Songstrukturen betrifft, auch als Ganzes betrachtet.

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