CD-Review: Ganaim - Ceol ón Mhuileann

Besetzung

Pinto - Gesang, Gitarre, Bodhrán
Saskia - Geige
Zorny - Gitarre

Tracklist

01. The Burning of Auchindoun
02. Hol An Dro
03. Johnnie Cope
04. Tre Svenska Valser
05. The Boys of Bedlam
06. Monaghan's Jig
07. Johnny's Wedding / Tam Lin
08. Viva Galicia
09. Are You Sleeping, Maggie?
10. I'll Tell Me Ma


Pinto von Frohsinn steht mit seinem Namen sinnbildlich für die norddeutschen Szenedurchstarter Versengold. Nun schickt sich der Vollblutmusiker an, mit seinem neuen Projekt GANAIM auf eigenen Füßen zu stehen – in verwandten musikalischen Gefilden. Genauer gesagt im Celtic Folk ist das Trio aus Norddeutschland angesiedelt, zu dem neben Pinto am Mikro auch noch seine bessere Hälfte Saskia an der Geige und Gitarrist Zorny zählen. Ihr etwas umständlich betiteltes Debüt „Ceol ón Mhuileann“ zeigt, dass die musikalische Heimat gleichermaßen Programm ist.

Den einzigen Fehler, den GANAIM auf ihrem Erstlingswerk „Ceol ón Mhuileann“ begehen, ist der Name der CD und des Projekts. Während GANAIM am Ende doch nur ein Fantasiewort darstellt, bedeutet der Albentitel übersetzt so viel wie „Klang der Mühle“ und spielt auf den Ort an, an dem die einzelnen Stücke ihren Feinschliff erhalten haben. Dass die zehn Lieder natürlich gewachsen und ohne kommerziellen oder anderweitigen Druck mit viel Zeit und Hingabe entstanden sind, hört man. Handwerklich präsentieren sich Pinto, Saskia und Zorny von ihrer besten Seite. Gesanglich fühlt sich der Versengold-Trommler im Celtic Folk hörbar wohl. In fünf Songs erklingt seine Stimme im zunächst ungewohnten Englisch, fünf Mal lassen es GANAIM ganz instrumental angehen. Was „Ceol ón Mhuileann“ als Gesamtes vereint, das sind die traditionellen Wurzeln in allen zehn Stücken.

Bereits der Opener „The Burning of Auchindoun“ legt die Marschrichtung fest: Irgendwo zwischen verträumt-irisch im Stile eines „Foggy Dew“ und eingängig-tanzbar erinnert das Dreiergespann manchmal an Kapellen wie Bardic. Zusammen mit „Boys of Bedlam“ zählt der Einstieg zu den Vorzeigenummern des insgesamt sehr melancholischen Erstlings, der am besten als Gesamtkunstwerk genossen wird. Saskias Qualitäten an der Violine prägen besonders die rein instrumentalen Stücke wie „Hol An Dro“. Mit viel Gespür für keltische Melodien führt sie mit ihrem Spiel galant durch das Album. Wer unbedingt Bekanntes sucht, wird am Ende bei „I’ll Tell Me Ma“ fündig. Jenes Traditional und „Are You Sleeping, Maggie?“ dürften allen Fans irischer Musik bereits ein Begriff sein. Den Vergleich zu instrumental breiter aufgestellten Combos müssen GANAIM dabei nicht scheuen. Manchmal ist weniger mehr, so wie hier.

Mag der Name der CD zu sperrig für den Durchschnittshörer sein, die Kompositionen zeigen das Gegenteil. GANAIM lassen mit ihren Versionen den traditionellen Folk wieder aufleben und legen mit „Ceol ón Mhuileann“ den Grundstein für eine spannende Reise im Celtic Folk, der sich weder auf die Lagerfeuer noch auf die Clubs, Märkte oder Festivals beschränkt.

 

Bewertung: 7.5 / 10

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