CD-Review: Gorath - Apokálypsis (Unveiling The Age That Is Not To Come)

  • Veröffentlichung: 2011
  • Label: Twilight
Besetzung

F. Dupont – Gesang, Gitarre
B. Put – Gitarre
R. Meukens – Bass
B. Vanderheyden – Schlagzeug

Tracklist

01. Before The Throne Of The Demiurge
02. The Seven Seals
03. Wrath Of God
04. Le Porteur De Lumière
05. Beasts From The Earth And The Sea
06. Whore Of Babylon
07. Millennium (Thousand Years Of Darkness)


GORATH, eine Band, die als Ein-Mann-Projekt ins Leben gerufen wurde, nun aber aus vier Musikern besteht, brachte uns im September diesen Jahres die vertonte „Apokálypsis“ in die heimischen vier Wände. Und die hat es in sich – GORATH´s fünftes Werk führt uns in knapp 50 Minuten und sieben Liedern vorbei an erdrückenden Klangwänden, progessiven Strukturen, hin zu stellenweise melodischen, oft auch verstörend anmutenden Tönen, dass dem Hörer ganz und gar schwindelig werden kann.

Um da nicht die Orientierung zu verlieren, muss man schon öfter als einmal hin hören, denn GORATH verlangen dem Hörer auf ihrem neuesten Output einiges ab. Die raue Black Metal-Fassade wird auf „Apokálypsis“ stets von progressiven, teilweise sogar doomigen, gar lavaartigen Momenten durchbrochen, nur um im nächsten Augenblick wieder in wilde Raserei zu verfallen. Wo eben noch eine harmonische Melodie zu vernehmen war, da regiert im nächsten Augenblick schon der messerscharfe Hauch dissonanter Töne – geboten wird vertrackte Musik voller Atmosphäre, teilweise monoton und hypnotisch, oft aber auch kompliziert und detailverliebt. Vergleichen kann man den Sound auf „Apokálypsis“ im entfernten Sinne mit älteren Satyricon, dennoch gehen GORATH einen Schritt weiter und kopieren einfach nichts und niemanden, sondern atmen Innovation. Anspieltipps gibt es keine, dieses Album ist nur in seiner düsteren Gesamtheit zu begreifen, dennoch ragt ein Song besonders über den anderen hervor: das über 13-minütige „Beasts From The Earth And The Sea“ beginnt unheilvoll, stürzt uns in einen tiefschwarzen Mittelteil , berührt dort mit einer drückenden Pianoeinlage und mystischen Chören, überdeckt das ganze mit ultradichten Effekten, nur um dann wieder brachial und unvorhersehbar die Axt kreisen zu lassen – genial, brachial und mit verdammt viel Atmosphäre.

So bleibt letztendlich zu sagen: wer mit progressivem Black Metal auch nur im Entferntesten etwas anzufangen weiß, der sollte in „Apokálypsis“ unbedingt rein hören. GORATH servieren uns einen Silberling, der nicht mal so nebenbei gehört werden möchte. Mit diesem Werk muss man sich beschäftigen, nach einiger Zeit wird man es dann aber sehr zu schätzen wissen – es ist fesselnd, dicht und düster, das perfekte Black Metal-Futter für die nahenden Herbst- und Wintertage.

Bewertung: 8 / 10

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