Review Infected – Crawlspace (Re-Release)

  • Label: Prime Cuts
  • Veröffentlicht: 2009
  • Spielart: Death Metal

INFECTED also. Die Australier sind geneigten Death-Metal-Hörern eventuell schon bekannt, für alle Anderen gibts einen ganz schnellen Abriss:
Die Jungs aus Perth, das ist übrigens eine absolute Wassersporthochburg, spielten einen ziemlich verkopften Mix aus technischem Death Metal und Industrial mit ein wenig Core-Einschlag.Mitte der 90er waren INFECTED auch ziemlich bekannt, auf Tour waren sie zum Beispiel schon mit „Cannibal Corpse“, „Pungent Stench“, „Morbid Angel“ und den englischen Groovegranaten von „Bolt Thrower“.

Das vorliegende Album „Crawlspace“ wurde 1992 schon einmal als Debütalbum veröffentlicht, dementsprechend ist die 2010er Version also ein Rerelease. INFECTED haben sich zwischenzeitlich einmal getrennt und feierten 2007 ihre Reunion.
Infolgedessen entschied man sich, das Tonmaterial nochmal zu verwursten, schätzungsweise, weil es sehr gute Kritiken bekam, offenkundig aber soundtechnisch der breiteren Masse und den neueren Fans zu altbacken war. Selbige, neuere Fans hatte man mit der Downloadsingle „straightwhitegod“ und einem eher lafferen, mit Cleangesang angereicherten Sound zu erreichen versucht.
Hier also der Versuch, dass sperrige Geprügel von damals zugänglicher zu gestalten in Form von „Crawlspace 2010“. Wie schon das Original beginnt auch das Rerelease von „Crawlspace“ mit einem Zitat des genialen Frank Herbert (Dune) und dem Opener „Sleeper“.Sodenn wird losgebolzt. Wie angedeutet, liefern INFECTED eine Art technischen Death Metal a la „Morbid Angel“. Es werden wirre Songstrukturen aufgebaut, eingerissen und zudem noch mit Industrialpassagen verfeinert. Diese ähneln hintergründig eingebaut ein wenig den Jungs von „Nine Inch Nails“, ansonsten erinnern sie frappierend an „Fear Factory“.
Diese Einsprengsel tun ihr übriges, den Hörer völlig zu verwirren. Es ist schon wirklich aufwändig und anstrengend sich dieses Album ganz anzuhören und dabei wirklich zu versuchen dem einzelnen Songverlauf zu folgen.Bei aller Sperrigkeit muss man allerdings zugestehen, dass das Gebotene weit besser als auf der 1992er Originalauflage klingt. Alles klingt weit homogener und kompakter. Zwar ist der Sound in seiner Gänze etwas unvariabel, er erinnert ein wenig an alte „Cannibal Corpse“-Alben, aber dies sind Hörer technischen Death-Metal’s normalerweise gewohnt und empfinden dies nicht als Qualitätsmangel.
Auf den ersten Blick stechen Lieder wie „Once More“ ins Ohr, denn hier herrscht am ehesten noch so etwas wie ein eingängiges Riffing. Zu weiten Teilen muss man sich „Crawlspace“ aber öfter geben um überhaupt Gefallen dran zu finden. Zudem stellt sich denn auch noch die Frage, obman mit der recht heiseren Schreiart von Sänger Joe Kapiteyn klarkommt, denn das Gegrowle ist technisch völlig unbehandelt, was ja sympathisch ist, gleitet wegen der etwas höheren Stimmlage von Joe daher aber etwas ins Gegröhle ab.

Unterm Strich kann man sagen, dass „Crawlspace 2010“ im Vergleich zu dem rustikalen Vorgänger besser anzuhören ist, wenn man an garagigen Klängen keinen Gefallen findet, jedoch besonders aussagekräftig ist das Rerelease jetzt auch nicht.Stücke wie „Predetermined“, eine ziemlich flotte, ärgerliche Prügelorgie machen Bock, für den Rest des Albums gilt die berühmte bedingte Empfehlung. Daran ändert auch der Recht gelungene Remix von „Assimilate“ nichts.
Es ist für eine Neuauflage insgesamt zu wenig Innovatives dabei, selbst der neue Klang rechtfertigt eigentlich keinen Rerelease. Wer generell an technischem Death Metal mit Core-Einschlag Gefallen findet kann jedoch mal ein Ohr riskieren. Ob Originalscheibe oder dieser Rerelease ist reine Frage der Dreckssoundtoleranz.
(Tobi H.)

Keine Wertung

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

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