CD-Review: Krokus - Dirty Dynamite

Besetzung

Marc Storace – Gesang
Fernando von Arb – Gitarre
Mandy Meyer – Gitarre
Mark Kohler – Gitarre
Chris von Rohr – Bass

Gastmusiker:
Kosta Zafiriou – Schlagzeug

Tracklist

01. Hallelujah Rock N' Roll
02. Go Baby Go
03. Rattlesnake Rumble
04. Dirty Dynamite
05. Let The Good Times Roll
06. Help
07. Better Than Sex
08. Dög Song
09. Yellow Mary
10. Bailout Blues
11. Live Ma Life
12. Hardrocking Man


Man mag es kaum glauben: Seit 1975 gibt es KROKUS nun schon. In diesen 38 Jahren hat die Band stolze 16 Alben veröffentlicht – und müde scheint sie immer noch nicht zu sein. Denn trotz ihrer turbulenten Geschichte, in der sich auch viele Rückschläge und häufige Besetzungswechsel finden, kommt jetzt mit „Dirty Dynamite“ ihr 17. Album auf den Markt. Natürlich nicht, ohne vorher noch einmal das Besetzungskarussell zu drehen: In der Formation findet sich nun auch der ehemalige Gitarrist Mandy Meyer wieder, ein Drummer fehlt jedoch, sodass Kosta Zafiriou, der mit Meyer bei Unisonic spielt, als Gast aushelfen musste. Das alles hat der Truppe aber nicht geschadet. Die Mannen aus der Schweiz klingen genauso, wie sie sollten: dreckig, laut, rockig. Gut!

Denn was dem Hörer hier präsentiert wird, ist allerfeinster Old-School-Rock à la AC/DC. Scharfe, schneidende Riffs dröhnen aus den Boxen, das Schlagzeug stampft und der Gesang röhrt in astreiner Qualität über Frauen, Sex, Alkohol und den Rock an und für sich. Allzu viele Überraschungen bietet KROKUS damit nicht, dafür aber gute Qualität in dem, was sie tun. So gibt es großartige Rocksongs wie „Dirty Dynamite“, „Go Baby Go“ oder „Live Ma Life“ zu entdecken, die sofort gute Laune machen. Streckenweise kommt aber auch die Blues-Rock-Seite der Band durch, was zu 100% zum Sound der Truppe passt und das eine oder andere Schmunzeln auf das Gesicht des Hörers zaubern dürfte. „Rattlesnake Rumble“ und „Hardrocking Man“ sind solche Fälle, aber auch ein (viel zu) selten einsetzendes Klavier sorgt für Abwechslung. In diese Richtung wäre durchaus auch noch Luft für mehr, falls KROKUS sich nach all den Fehlschlägen bei Stilwechseln noch einmal trauen sollten, das altbewährte Rezept zu ändern.

Das Kerngeschäft bleiben aber die Gitarrenriffs. Mit ihnen steht und fällt der jeweilige Song, und Lieder wie „Better Than Sex“ zeigen, wie simpel viele davon gestrickt sind. Ein einzelnes Riff kann schon mal der einzige bestimmende Faktor eines Songs werden. Leider reicht das alleine nicht immer, sodass der eben genannte Titel etwas nach einem Füller klingt – hier hat sich die Band doch zu sehr auf ihre eine gute Idee verlassen. Origineller ist da schon die gelungene Coverversion des Beatles-Klassikers „Help“. Nicht nur, dass die Band den Song in aller Würde behandelt, sie schafft es auch, ihm eine völlig neue Atmosphäre zu verpassen. So klingen gute Coversongs!

Fazit: KROKUS können es immer noch. Fans der Band kommen voll auf ihre Kosten, aber auch Anhänger von Genregrößen wie AC/DC werden ihr Vergnügen mit der Scheibe haben. Gelegentlich kleine Schwächen verkraftet das Album problemlos. Lediglich das Coverartwork, ja, das hätte nun wirklich nicht sein müssen. Ein rauchender Boxer mit Schweißerbrille und Tattoo? Besser gar nicht anschauen, gleich anhören!

Bewertung: 8.5 / 10

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