Review Kvaen – The Great Below

Die Genrebezeichnung schwedischer Black Metal wird vielen versierten Hörern direkt ein Lächeln aufs Gesicht Zaubern, da aus dem hohen Norden im Laufe der Jahre einige Meisterwerke dieser Spielart veröffentlicht wurden. KVAEN konnten 2020 mit ihrem Debüt „The Funeral Pyre“ mit dem hohen Standard ihrer Landsleute mithalten und in der Szene einiges an Staub aufwirbeln. Zwei Jahre später steht nun „The Great Below“ in den Startlöchern, um nahtlos an diesen Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen.

„The Funeral Pyre“ hatte 2020 etwas zu bieten, was viele großartige Platten nicht haben. Abgesehen vom hohen technischen Standard und der Ehrfurcht vor der Geschichte eines Genres, machte diese Platte einfach Spaß. Und genau diese Freude an Musik ist auch unverkennbar auf „The Great Below“ zu hören. Mastermind Jakob Björnfot knüpft mal an die Melodic-Black-Metal-Strukturen des Debüts an, mal baut er sie mit weiteren Ausflügen in den Speed-, Thrash- und vor allem Viking-Metal aus. Insgesamt fällt das Album etwas thrashiger aus, was sich auch in dem anderen Song „Sulphur Fire“ widerspiegelt. Die größten Abweichungen vom Debüt stellen jedoch zwei langsamere Stücken dar, die mit einer besonderen Portion Epik auffahren und Bathory-Fans gefallen werden. Sowohl „In Silence“, als auch „Ensamvarg“, bestechen durch melodische Gitarrenleads und Tremolo-Riffs, die aufgrund der gedrosselten Geschwindigkeit noch besser ins Ohr gehen und eindrucksvoll Aggression, Verzweiflung und Hoffnung musikalisch ausdrücken.

Neben diesen Midtempo-Highlights wird natürlich auch wieder gekonnt das Tempo angezogen und beispielsweise mit „Damnations Jaw“ und dem erwähnten „Sulphur Fire“ thrashiger Black Metal der besten Spielart aufgefahren. Es bleibt ohnehin zu bemerken, dass Jakob Björnfot und seine Gastmusiker auf diesem Album keine wirklichen Durchhänger zulassen und stattdessen den Hörer über die gesamte Spielzeit fesseln.

Obwohl die Messlatte mit dem Debüt „The Funeral Pyre“ bereits sehr hoch gelegt wurde, gelingt es KVAEN auf „The Great Below“ sich nochmals merklich zu steigern, da das Album die spielerische Freude des Vorgängers erneut einfängt und mit neue Facetten im Sound zusammenbringt.

 

Wertung: 9 / 10

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