CD-Review: Malkovich - A Criminal Record

Besetzung

Hugo Malkovich – Gesang
Thomas Malkovich – Gitarre
Mark Malkovich – Gitarre
Miriam Malkovich – Bass
Josha Malkovich – Schlagzeug

Tracklist

01. 020
02. 017
03. 021
04. 029
05. 024
06. 026
07. 018
08. 025
09. 027
10. 028
11. 031
12. 022


Die Niederländer Malkovich sind in ihrem Heimatland ein ganz fester Bestandteil der Hardcore-Szene und haben sich auch über die heimischen Grenzen hinaus einen guten Namen, vor allem als intensive und tourfreudige Liveband, gemacht.So kompakt und aufeinander abgestimmt, wie die vier Herren und die Dame ihre eigenwillige, aber äußerst gelungene Mischung aus Hardcore, Punk und (Hard) Rock auf „A Criminal Record“ präsentieren, wird sich dieser gute Name mit großer Wahrscheinlichkeit auch weiter verbreiten. Verdient hätte die Band es auf jeden Fall!

„A Criminal Record“ verbindet anspruchsvolle, intelligente Arrangements, mit einem Gespür für straighten „Auf–die-Fresse–Rock“, emotionaler Tiefe und einem hohen musikalischen Können, was durch das extrem songdienliche Spiel der einzelnen Musiker authentisch verknüpft wird. Hier weiß jeder genau, wann er sich auch mal zurückhalten muss. Statt sich einzeln in den Vordergrund zu spielen, fokussieren alle Malkovichs ihre Kräfte geschlossen auf den Song, was jeder Komposition eine ordentliche Portion Intensität und innere Stimmigkeit mit auf den Weg gibt.

Obwohl die Stücke meist sehr detailreich arrangiert sind, fehlt es keinem der 12 Songs an Eingängigkeit. Das diese jedoch keine richtigen Namen, sondern Nummern haben, macht es für mich allerdings teilweise recht schwierig, zu den Liedern eine Beziehung aufzubauen.
Während bei Stücken wie „021“, „025“ „026“ Hardcore-Aggression und Punkrock-Abgehfaktor Hand in Hand in den Moshpit springen und es einem wirklich schwer machen, ruhig sitzen zu bleiben, hinterlässt z.B. das unheimlich düstere „028“ einen eher verstörenden Eindruck. „024“ oder „029“ feuern wiederum eine brennende Wut aus den Boxen und das eigentlich eher frickelige „017“ überrascht auf einmal mit derben Double Bass-Attacken.
Trotz dieser klanglichen Vielseitigkeit wirkt das ganze Album sehr homogen, man versucht nicht auf Teufel komm raus die Stücke in eine bestimmte Richtung zu lenken, denn von irgendwelchen musikalischen Zwängen und Schubladengetue sind Malkovich, wie man sich hoffentlich bereits denken kann, weit entfernt.

Das die Stimmung auf der „A Criminal Record“ nicht allein von der Musik ausgeht, kann man sich eigentlich denken. Die teilweise recht konfus wirkenden Texte, die dem ganzen Album einen ebenso persönlichen wie psychodelischen Touch geben, haben durchaus ihren Charme, lassen viel Spielraum zum interpretieren und prägen, wenn man sich mit ihnen auseinandersetzt auf jeden Fall die Atmosphäre der einzelnen Songs.

„A Criminal Record“ ist ein wirklich gutes, kurzweiliges Album geworden, das zwar ausgesprochen durchdacht ist, aber trotzdem –oder gerade deswegen, wer weiß – spontan und ungezwungen wirkt und deswegen einfach Bock macht. Leider fehlen das ein oder andere mal die ganz ganz großen Momente die einen wirklich packen und gar nicht mehr loslassen. Aber wer im weitesten Sinne was mit Hardcore anfangen kann, wird mit „A Criminal Record“ seine Freude haben.

(Alexander)

Bewertung: 7.5 / 10

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