CD-Review: Masterplan - MK II

Besetzung

Mike DiMeo – Gesang
Roland Grapow – Gitarre
Jan S. Eckert – Bass
Axel Mackenrott - Keyboard
Mike Terrana - Schlagzeug

Tracklist

01. Phoenix Rising
02. Warriors Cry
03. Lost And Gone
04. Keeps Me Burning
05. Take Me Over
06. I’M Gonna Win
07. Watching The World
08. Call The Gipsy
09. Trust In You
10. Masterplan
11. Enemy
12. Heart Of Darkness


Nach nur zwei Alben haben sich die Jungs um Ex-Helloween Gitarristen Roland Grapow schon als feste Größe in der deutschen Metal-Landschaft etabliert und konnten die internationale Fachpresse zu wahren Begeisterungsstürmen hinreißen. Als dann im Mai 2005 Sänger Jorn Lande und später Schlagzeuger Uli Kusch MASTERPLAN verließen, sahen bereits viele das Ende der Band gekommen. Doch die Routiniers ließe sich davon nicht beirren und begaben sich auf die Suche nach adäquatem Ersatz. Da man aus unerklärlichen Gründen dem Vornamen Mike eine gewisse Sympathie entgegenbrachte konnten die Herren Terrana (Axel Rudi Pell, Ex-Rage) und DiMeo (Ex-Riot) für die Band gewonnen werden. Mit „MK II“ liegt nun die erste Veröffentlichung aus dem Hause MASTERPLAN im veränderten Line-up vor und muss beweisen, ob die personellen Veränderungen verkraftet wurden und ob man an vergangene Erfolge anknüpfen kann.

Fast schon besinnlich beginnt die CD mit Streicherchören und spannt einen melodiösen Bogen zum ersten Track „Warriors Cry“, der in typischer Power Metal Manier auch gleich mal drauf los ballert. Ein neuer Part und schon setzt der Neuling hinter dem Mikro ein und alle Zweifel sind wie weggeblasen. Während die Gitarrenfraktion unterstützt von Mike Terrana wuchtig und treibend agiert, wird Mike DiMeo zum Gegenpol, der mit seiner ruhigen, angenehmen Stimme die nötige Ruhe in den Kracher bringt und dem hohen Tempo jede Hektik nimmt. Das auch Herr Grapow seit „Aeronautics“ das Gitarrenspiel nicht verlernt hat, beweist er noch schnell in einem Solo und MASTERPLAN machen nach dem ersten Stück schon klar: Wir sind zurück und das stärker denn je!

Mit „Lost And Gone“ wird dann erstmal etwas das Tempo zurückgefahren, nicht aber die Qualität, denn auch hier stimmt wieder alles. Abwechslungsreiche und ausgefeilte Kompositionen werden von hochklassigen Musikern vorgetragen, ganz großes Kino. Auch DiMeo beweist nochmals, dass er die richtige Wahl war. So bewegt er sich mit einer markanten und angenehmen Stimme zwar hauptsächlich in mittleren Stimmlagen, klettert aber auch mit Leichtigkeit mal in entfernte Höhen ohne an Sicherheit zu verlieren. „Keeps Me Burning“ schlägt dann ebenfalls etwas entspanntere und moderatere Töne an, ohne jedoch eine gewisse Härte beizubehalten, bevor dann „Take Me Over“ balladesk eingeleitet wird um sofort voll aufzudrehen! Besonders wissen hier die von der Gitarre eingesetzten Obertöne und der hymnische Refrain zu überzeugen. Der ruhige Part zur Mitte des Stückes zeigt dann noch mal das ganze Potential der kompositorischen Fähigkeit Grapows gepaart mit Mikes genialer Stimme. Abwechslungsreichtum wie man ihn wirklich nur selten im Power Metal findet. Das gilt auch für mein persönliches Highlight „I’m Gonna Win“. Eingeleitet wird der Song von einer etwas einfältigen, kindlichen Keyboardmelodie, die fast schon eine gewisse Freedom Call Attitüde versprüht – ein wirklich kluger Schachzug, der den nachfolgenden Teil nur umso eindrucksvoller in Szene setzt. Die Gitarre klingt aus und DiMeo zeigt was wirklich in ihm steckt. Kein kitschig-balladesker Gesang, wie man ihn in diesem Genre gerne und oft hört setzt ein, sondern nachdenklich melancholische Töne werden angeschlagen und lösen sofort einen Schauer an Gänsehäuten aus! Das man es dann noch schafft einen packenden, halb fröhlichen, halb nachdenklichen Refrain zu integrieren und die Instrumentalisten immer stärker einzubinden weiß, macht dieses Stück zu etwas ganz Besonderem.
Auch die zweite Hälfte der CD bietet alles, was das Herz des anspruchsvollen Power Metal Fans erfreut. Abwechslungsreichtum in musikalischer, stimmungsmäßiger und dynamischer Hinsicht, gepaart mit großen Melodien und einer Versiertheit, wie sie nur wenige Musikern an den Tag legen. Ohne eine Song-By-Song-Besprechung machen zu wollen, muss dennoch „Call The Gipsy“ noch erwähnt werden, das mit seiner düsteren Stimmung und einem ungewöhnlichen Refrain einmal mehr unter Beweis stellt, dass es derzeit im Power Metal nur wenige Bands, gibt die mit MASTERPLAN mithalten können.

Jedes Stück für sich genommen bietet schon großartige Momente, das Album als Ganzes jedoch sucht Seinesgleichen! Ein absoluter Pflichtkauf und der erste heiße Anwärter auf das Album des Jahres. Die volle Punktzahl verwähre ich nur, weil ich den Jungs durchaus zutraue, sogar hier noch mal einen drauf zu packen!

Bewertung: 9 / 10

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