CD-Review: Monads - Intellectus Iudicat Veritatem

Besetzung

R. Polon - Gesang
H. Cools - Gitarre
G. Van Droogenbroeck - Gitarre
J. Frederix - Bass
D. Degrieck - Schlagzeug

Tracklist

01. The Stars Are Screaming
02. Broken Gates To Nowhere
03. Within The Circle Of Seraphs
04. The Obsolete Presence
05. Absent As In These Veins


Schau an, Doom Metal aus Belgien, das hatte ich auch noch nicht – was möglicherweise auch damit zusammenhängen könnte, dass unser kleines Nachbarland nur punktuell gute Metalbands hervorbringt. Ob MONADS sich in diese Riege werden einreihen können, muss sich noch zeigen, besteht die Truppe doch offiziell erst seit nicht einmal zwei Jahren, auch wenn sie im Infoschreiben einräumt, bereits zwei oder drei Jahre zuvor an Songs und Konzept gearbeitet zu haben.

Jetzt liegt jedenfalls das Debütalbum vor, „Intellectus Iudicat Veritatem“ (zu deutsch könnte es in etwa heißen „Die Wahrnehmung beurteilt die Wahrheit“ – allerdings liegt mein Latinum nun auch schon fast zwanzig Jahre zurück) kommt mit fünf Songs daher, die sich auf fast eine Stunde Spielzeit erstrecken. Man merkt schnell, Doom wird auch in Belgien als recht episch verstanden, entsprechend langsam sind die Songs, entsprechend häufig werden Riffs wiederholt, entsprechend atmosphärisch geht man zu Werke. Generell geschieht dies in einem Tempo, das an die Fortbewegung von Sachbearbeitern in deutschen Ämtern erinnert…naja, das Tempo ist jedenfalls ziemlich langsam.
Immerhin trägt man zwar in dieser Kerzenwachsgeschwindigkeit ziemlich kräftig auf, aber man weiß sich auch anders zu helfen, kommen häufiger akustische Parts zum Einsatz, eine Auflockerung, die auch Not tut, denn die bloße Aneinanderreihung von einzelnen Akkorden, die alle drei oder vier Sekunden mal angeschlagen werden, wird auf die Dauer dann doch langweilig, zumal der Gesang eher wenig variabel bei tiefen Growls verbleibt.
Manchmal übertreiben es MONADS allerdings auch ein wenig, die Songstrukturen sind alleine durch die Länge von bis über dreizehn Minuten schon etwas undurchsichtig, hier und da lässt man sich aber selbst für eine Slow-Doom-Band doch etwas zu viel Zeit, um das Lied zur Entfaltung zu bringen, minutenlang Instrumentalpassagen ohne großartige Veränderungen können auch anstrengend sein. Zwar machen es die Belgier in der Regel durch Epik wieder wett, trotzdem könnte man hier den Hebel für die weiteren Arbeiten ruhig noch mal ansetzen.

Interessanterweise wurde die Platte schon vor Jahresfrist veröffentlicht, limitiert auf 50 Kassetten. Ja, die gibt es immer noch und der Erfolg (Ausverkauf innerhalb von sechs Tagen) gibt der Band auch irgendwie recht, trotzdem ganz gut, den Stoff noch mal auf CD unters Volk zu bringen. Vollends überzeugen können sie mich aber dennoch nicht. Ein wenig mehr Witz und Finesse im Songwriting wäre nicht verkehrt, so beurteilt zumindest meine Wahrnehmung die Wahrheit.

Bewertung: 7 / 10

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