CD-Review: Monument - Hellhound

Besetzung

Peter Ellis - Gesang
Dan Baune - Gitarre
Lewis Stephens - Gitarre
Dan Bate - Bass
Giovanni Durst - Schlagzeug

Tracklist

01. William Kidd
02. The Chalice
03. Death Avenue
04. Nightrider
05. Hellhound
06. Wheels Of Steel
07. The End
08. Attila
09. Straight Through The Heart
10. Creatures Of The Night (Bonustrack)
11. Long Live Rock ’n‘ Roll (Rainbow-Cover)
12. Deja Vu (Iron-Maiden-Cover)


Der Name der britischen Heavy Metal-Band MONUMENT steht stellvertretend für harte Arbeit und den Willen zum Erfolg: Vor gerade mal sechs Jahren tauchte die Band mit ihrer EP „Rock The Night“ im Underground auf und arbeitete sich seither mit eherner Zielstrebigkeit Stück für Stück an die Spitze des Heavy Metals traditioneller Machart. Das geht soweit, dass die Jungs um den ehemals bei White Wizzard angestellten Sänger Peter Ellis mit ihrem neuen Album „Hellhound“ derart gefragt sind, dass sie auf so ziemlich jedem namhaften Festival Europas aufspielen dürfen – wer die Platte gehört hat, weiß auch warum.

Auf „Hellhound“ liefern MONUMENT ein Musterbeispiel dafür, wie sich eine Band erfolgreich weiterentwickelt, ohne bisher gewonnene Fans vor den Kopf zu stoßen. Zunächst fällt auf, dass die Herren auf ihrem dritten Album ihre stilistischen Grenzen deutlich erweitert haben. Das heißt nicht, dass man nicht recht deutlich hören kann, wer MONUMENT bei ihrem Songwriting inspiriert, jedoch lässt die Truppe hier deutlich mehr Einflüsse zu als in der Vergangenheit. Schon das eröffnende „William Kidd“ versprüht starke Running-Wild-Vibes, im nachfolgenden „The Chalice“ wird es ungewohnt rockig, wenngleich hier bereits das modernere Schaffen von Bruce Dickinson und Co. durchschimmert – das allerdings gab es bei MONUMENT so bisher auch noch nicht.

Alteingesessene Metaller werden zudem feststellen, dass sich die Mannschaft in „Straight Through The Heart“ von Dark Stars „Lady Of Mars“ leiten ließ. Deutlich spannender ist jedoch der Umstand, dass die Londoner auf „Hellhound“ deutlich häufiger als noch auf „Hair Of The Dog“ nach sich selber klingen, weil MONUMENT seit ihrer letzten Platte verstärkt eine eigene Identität entwickelt haben: Mit den beiden atmosphärischen Epen „Nightrider“ und „The End“ lotet die Truppe Facetten ihres Sounds aus, die man so bisher nicht kannte und vor allem in ersterem zeigt Frontmann Ellis eine Seite seines Gesangs, die man bisher vielleicht nicht für möglich gehalten hätte. Sehr stark! Und wer sich die limitierte Erstauflage von „Hellhound“ besorgt, der kommt mit dem Bonustrack „Creatures Of The Night“ in den Genuss eines weiteren bockstarken MONUMENT-Originals.

Beinahe ist es schade, dass diese Nummer zu einem Bonustrack „degradiert“ wurde. Klar, die Ähnlichkeiten zu den mächtigen Iron Maiden sind nach wie vor nicht von der Hand zu weisen, allerdings ist davon auszugehen, dass die Band selbst das kaum leugnen würde. Die eisernen Jungfrauen waren nun mal die Wegbereiter des klassischen Metal-Sounds inklusive zweistimmiger Gitarrenläufe und MONUMENT sind sicherlich nicht die erste Band, die in diese Fußstapfen tritt, nur tun sie es mit etwas mehr Finesse als andere Vertreter des Genres. Hinzu kommt, dass eine Band mit Peter Ellis als Sänger Vergleiche mit Iron Maiden kaum verhindern können wird und ja, in Songs wie dem an „2 Minutes To Midnight“ erinnernden „Death Avenue“ bedienen sich die Briten auch recht deutlich bei ihren Vorbildern, aber das machen sie derart charmant, dass man ihnen diese Hommage zu keiner Zeit übel nehmen kann.

Gut, der Titeltrack fällt verglichen mit dem Rest vielleicht ein bisschen gesichtslos aus und hätte auf jeder MONUMENT-Veröffentlichung stehen können, aber dafür flirten die Jungs in „Attila“ charmant mit dem europäischen Power Metal und fügen dieser Platte eine weitere Ebene hinzu. Besonderes Lob gilt im Hinblick auf „Hellhound“ neben der stimmlichen Glanzleistung von Peter Ellis den beiden Gitarristen Dan Baune und Lewis Stephens, die mit ihren sensationellen Leadgitarren-Duellen nahelegen, dass sie fürwahr die rechtmäßigen Erben von Dave Murray und Adrian Smith sind. In Sachen Sound gehen MONUMENT auf „Hellhound“ weg vom druckvoll-modernen Sound des Vorgängers und emulieren stattdessen den warmen, organischen Klang von – wer hätt’s gedacht – Iron Maiden, was die Gitarren stellenweise etwas zu weit in den Hintergrund drängt, aber erfrischend anders klingt als der Vorgänger. Gelungen.

Die erwähnt harte Arbeit, die MONUMENT scheinbar auf allen Ebenen in ihre Musik investieren, zahlt sich auf „Hellhound“ auf ganzer Linie aus: Während die Briten natürlich noch immer knietief im Fahrwasser von Iron Maiden stehen (und es vermutlich auch nicht anders haben wollen), macht die Truppe diesen Umstand zur Tugend und verquast alle ihre Einflüsse zu einem anspruchsvollen und ehrlichen Heavy Metal-Album für jung und alt. Falls sich jemals irgendwer gefragt hat, wie der oft zitierte „Heavy Metal von Fans für Fans“ tatsächlich klingt, bekommt mit MONUMENTs „Hellhound“ die vermutlich beste Antwort auf diese Frage. Unbedingte Kaufempfehlung!

Bewertung: 8.5 / 10

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