CD-Review: One Morning Left - The Bree-Teenz

Besetzung

Miksu – Gesang
Ari – Gitarre
Tumppi – Bass
Vesku – Keyboard
Tomppa – Schlagzeug

Tracklist

01. Fintro
02. !liaF cipE
03. Hermione's Panties
04. The Bree-TeenZ
05. IWrestledWithMyHairOnce
06. Reetu Inda House?
07. This Song Has A Massive Autotune Chorus
08. Depression After Eating
09. Hey Yo, Let's Play Tycoon
10. PARDON ME! Where Do I Find 4giveness


Teenage Mutant Ninja Pigs? Irgendwie schon, und wenn man sich das Cover und die Tracklist ansieht, entsteht schnell der Eindruck einer Nonsens-Truppe. Kurz reingehört scheint sich dieser Eindruck auch zu bestätigen, wird aber schnell widerlegt und hier hat man es keineswegs mit den „finnischen J.B.O.“ zu tun, wie ich schon mal gelesen habe.

Das „Fintro“ leitet das Album der fünf Finnen mit 8-Bit-Sounds ein und erinnert an Klänge aus dem guten alten Gameboy, ein Kinderlied im Nintento-Metal-Stil und damit deutet sich schon an, dass der Humor hier eher subtil ist und es keine Dampfhämmer gibt. „!liaF cipE” zeigt im Anschluss daran gleich mal die ganze Bandbreite des ONE MORNING LEFT-Sounds. Da wird geschrien und gegrowlt, ein weinerlicher Emo-Typ singt auch mit, es geht von Grind- und Metalcore über bombastisch-heroischen und groovigen Metal bis zu Indie-Pop und Techno. In dem wilden Genre-Mix verbergen sich dann auch noch häufig 8-Bit-Samples und schwülstige Synthesizer und irgendwie wirkt das Ganze zunächst wie ein außer Kontrolle geratener Media Player, der sich munter durch nur Sekunden angespielte Lieder wütet.
Ein wenig Eingewöhnungszeit ist vonnöten und dann beginnt man tatsächlich, immer mehr Struktur und Tiefe in diesem Chaos zu entdecken. Überhaupt ist es eine Freude, wie hier der Metalcore und all seine Eigenheiten auf die Schippe genommen werden. Die häufigen Breaks, das extreme kitschige Keyboard und der übertrieben schmalzige Klargesang zu poppigen Melodien. Toll! Bei meinem persönlichen Favoriten „Reetu Inda House?“ kommen dazu noch völlig überzogene Pig Squeals und Dschingis Khan-mäßige „huu-haas“ im Refrain. „Depression After Eating” fällt etwas aus dem Rahmen, da hier der Metalpart völlig fehlt und ein reines Elektro-Stück geboten wird und ich muss sagen, dass das mit sehr netter und leicht melancholischer Atmosphäre durchaus zu gefallen weiß.

Man muss schon wirklich SEHR offen sein und dabei auch nicht vor Pop- und Dance-Klängen zurückschrecken, um „The Bree-Teenz“ etwas abgewinnen zu können. Ähnlich durchgeknallt wie Carnival In Coal wirkt die Chose oft, dabei aber irgendwie doch strukturierter. Enter Shiakri kommen mir mit ihrem Techno-Metal auch oft in den Sinn. Und während ich mit Pop-Metalcore wie etwa Sonic Syndicate gar nichts anfangen kann, können ONE MORNING LEFT durch die vielen verschiedenen Einflüsse da schon weit mehr Spaß machen und sind damit auch wesentlich interessanter.
Anstatt einfach nur überaus verrückt und eigen sein zu wollen, ist das Chaos tatsächlich strukturiert, irgendwie sinnvoll und gar kein Quatsch. Ein grenzenloses, mutiges Album, das unglaublich nerven, aber auch ebenso viel Freude bereiten kann.

Bewertung: 7.5 / 10

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