CD-Review: Perturbator - New Model

Besetzung

James Kent - Songwriting, Instrumentierung

Tracklist

1. Birth Of The New Model
2. Tactical Precision Disarray
3. Vantablack
4. Tainted Empire
5. Corrupted By Design
6. God Complex


Vom Gitarristen verschiedener Black-Metal-Bands hin zum Schöpfer eines Synthwave-Projekts: Dem Franzosen James Kent alias PERTURBATOR ist genau dieser Wandel gelungen. Ein Wandel zum Guten, denn obwohl sich mir die Kenntnis über den Sound seiner vorherigen Bands entzieht, können diese kaum in der Lage gewesen sein, ein solch einzigartiges, bitterböses Klanguniversum zu erzeugen, wie es PERTURBATOR auf der aktuellen Platte „New Model“ gelingt.

Auf seinem fünften Album gelingt es Kent einmal mehr seine Zugehörigkeit zum Retrowave zu festigen, obwohl sich der Franzose zugleich davon distanziert: Gestalteten sich die vorherigen Outputs seiner Diskografie eher dem Retrowave entsprechend, ist „New Model“ eine klare Abkehr von all der Farbe, all den smoothen Beats und der Feel-good-Attitüde, die das Genre impliziert. Stattdessen klingt PERTURBATOR harsch und markerschütternd, zäh und druckvoll – eben wie ein New Model innerhalb der Retrowave-Szene.

In sechs Songs beweist Kent einmal mehr und so homogen wie nie zuvor, auf welch hohem Niveau  er als PERTURBATOR musiziert. Allein die phänomenale Steigerung im Opener „Birth Of The New Model“ ist das Geld wert, das man in diesen Kauf investiert! Die Motivwechsel in „Tactial Precision Disarray“ sind mit einer so hohen Headbang-Tauglichkeit versehen, wie „Tainted Empire“ und das äußerst coole „Corrupted By Design“ zum Tanzen einladen. Selbst wenn PERTURBATOR mit dem einzigen nicht instrumentalen Song „Vantablack“ ruhigere Töne anschlägt, ist „New Model“ noch weit davon entfernt, sich so wohlig über die Haut zu legen, wie es dem Retrowave-Sound oftmals innewohnt. Diesen Eindruck unterstreicht Kent im letzten Song „God Complex“ nochmal eindrucksvoll: Der zehnminütige Track ist der progressivste, da wandlungsfähigste Song auf PERTURBATORs fünften Album und beweist einmal mehr, dass dieses Projekt so melodisch wie vertrackt sein kann, eines ändert sich dennoch nie: der schnelle Zugang zur Musik.

PERTURBATOR hat sich von den hellen Artworks und den spärlich bekleideten Frauen verabschiedet und präsentiert „New Model“ in einer S/W-Umgebung, dominiert von einem architektonischen Gebilde. So unnahbar das auf den Betrachter wirkt, so überraschend eingängig sind die Songs darunter. Obwohl oftmals starke Gegensätze wie Hard Tech und Darksynth in einem Song aufeinandertreffen und PERTURBATOR keines seiner Ohrwurmmotive zweimal in einem Lied verwendet, sind ebenjene Songs dennoch so charakteristisch, dass sie zweifelsfrei „New Model“ zugeordnet werden können – und den Druck auf das Nachfolgemodell, der kommenden Veröffentlichung, gehörig steigen lassen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Bewertung: 9 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: