Review Poseidon – Infinity

„Cinematic Post Metal“ – eine derartige Genre-Beschreibung macht neugierig und POSEIDON scheinen zu wissen, dass Neugier den Menschen antreibt. Sie wählten diese Formulierung, da sie ihrer Meinung nach das ausdrückt, wofür ihre Musik steht: Für atmosphärische Musik, welche unter Verwendung der Orchestra-Klänge im Hintergrund die Vorstellungkraft des Hörers anregt. Ihr erstes Full-Length „Infinity“ soll demnach die Musik für das liefern, was sich vor dem inneren Auge des Zuhörers abspielt – ein großes Vorhaben.

Und die Erwartungshaltung steigt, da das Plattenlabel nicht mit Vergleichen geizt: „reminding of the aggressive tunes of The Ocean and the theatrical touch of Ved Buens Ende“. Ersteres ist passend, letzteres nicht nachzuvollziehen, im Grunde genommen ist aber beides irrelevant, da POSEIDON tatsächlich das schaffen, was sie sich selbst zur Aufgabe machten – den Soundtrack für die Gedanken des Hörenden zu kreieren. Mit einer spannenden Mischung aus einem überwiegend progressiven Spiel, eingefangen in einer avantgarden-elektronischen Umgebung, gelingen den Russen neun Tracks zwischen monumental-instrumentalen Parts im Klargesang und wüsten wie harschen Momenten mit Double-Bass und Shouting. Die Übergänge hierbei werden fließend eingeleitet, den verschiedenen Motiven der Songs wird in den zwischen drei und acht Minuten langen Liedern ausreichend Raum zur Entfaltung zugestanden.

So experimentell das Genre „Cinematic Post Metal“ klingt, so abwechslungsreich ist jeder einzelne Song in Aufbau und Intensität gestaltet, aber eines muss ehrlicherweise gesagt werden: Ich entdeckte diese Vorzüge erst nach mehrfachen Hören. In den ersten Durchläufen wirkte „Infinity“ teils zu überlagert von differenten Melodien, zu erdrückend mit all den Ideen, die hier umgesetzt werden. Eine gewisse Eingewöhnungszeit sollte der Zuhörer POSEIDON unbedingt gewähren, um auf den Geschmack der einnehmenden Lieder zu kommen.

https://soundcloud.com/argonautarecords/sets/poseidon-infinity-argonauta

Wertung: 8.5 / 10

Publiziert am von

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.