Review Prostitute Disfigurement – Deeds Of Derangement

Mit Prostitute Disfigurement haben Morbid Records eine Band unter Vetrag die sich gut in die Reihen ihrer üblichen Schergen einreiht. Denn diese Holländer werden ihrem Namen absolut gerecht. Alleine wenn man schon das Cover betrachtet, dürfte jedem recht schnell klar werden, was hier auf einen wartet. Wer hier seichten, kraftlosen Power Metal erwartet darf sich nicht Metalhead nennen. Es wird geknüppelt was das Zeug hält, ohne unnötiges Geplänkel oder überflüssige Melodiebögen (von einigen sehr gelungenen Soli abgesehen). Außerdem kann eine zusätzliche Grindkante ausgemacht werden, was aber vor allem am Gesangstil von Sänger Niels liegt. Fälschlicherweise wird Prostitute Disfigurement gerne mit den üblichen Gorebands in einen Topf geworfen, was jedoch nicht ganz korrekt ist, da sich das lyrische Konzept, genauso wie der Bandname, von den Taten des nicht ganz unbekannten und berüchtigten Killer „Jack the Ripper“ ableitet. Dieser schlachtete bekanntermaßen mehrere Prostituierte im London des späten 19. Jahrhunderts ab, wurde jedoch nie gefangen und bleibt deshalb bis heute ein Mythos.

Das Songmaterial ist, ohne jegliche Ausnahme, zwar sehr simpel und auch gleich aufgebaut, klingt jedoch nie stumpf wie bei so manch anderen Band des Todesblei-Genres. Mit Doublebass sowie Blastbeat wird sehr großzügig umgegangen und trotzdem sägen die Gitarren sehr transparent aus den Boxen heraus und die Lieder lassen sich sehr gut voneinander unterscheiden, vorausgesetzt, man setzt sich mit der Scheibe auseinander. Denn so gut die Instrumentalfraktion und die Qualität des gebotenen auch erscheinen mögen, täuscht dies nicht über die Tatsache hinweg, dass es sicherlich schon Death Metal-Alben gab, die abwechslungsreicher und origineller waren. Einen nicht gerade geringen Teil trägt Sänger Niels dazu bei, welcher wirklich bei jedem Stück gleich klingt (von gelegentlichem Gekeife mal abgesehen) und weder Refrain, geschweige denn einzelne Wörter erkennen lässt.

Somit ist das Fazit schnell erbracht. „Deeds Of Derangement“ ist eine gute, extreme Metalscheibe geworden, jedoch wirklich nur für Extrem-Freaks geeignet, da man geboten bekommt, was sicherlich jeder schon zig mal gehört hat. Prostitute Disfigurement haben einen guten Job gemacht, um in der Champions League, oder zumindest im Uefa-Cup mitspielen zu können, reicht es aber leider nicht.

Wertung: 7 / 10

Geschrieben am 5. April 2013 von Metal1.info

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