CD-Review: Raven Black Night - Barbarian Winter

  • Veröffentlichung: 2013
  • Label: Metal Blade
Besetzung

Jim Petkoff - Gesang, Gitarre
Rino Amoriono - Gitarre
Chris Dorian - Bass
Philip Portalessi - Schlagzeug

Tracklist

01. Fire In Your Eyes
02. Morbid Gladiator
03. Mystery Woman
04. Fallen Angel
05. Black Queen
06. If You Choose The Dark
07. Warrior's Call
08. Barbarian Winter
09. Changes
10. Lips Of Desire
11. Nocturnal Birth
12. Angel With A Broken Wing


Von Eigenregie zum Plattenriesen – die Zeiten mühsamer Selbstproduktion sind für RAVEN BLACK NIGHT vorerst vorüber, denn für ihren jüngsten Release „Barbarian Winter“ unterschrieb die Kapelle aus Down Under einen Plattenvertrag bei Metal Blade Records.

Den Vertrag beim großen Label nutzen RAVEN BLACK NIGHT scheinbar aber erst einmal, um altes Material neu und professionell aufgemacht zu vermarkten. Tatsächlich hat fast keine Nummer auf „Barbarian Winter“ noch keine Veröffentlichung gesehen – sowohl die Demos „Morbid Gladiator“ und „Return Of The Metal Martyrs“ als auch einige Titel vom 2004 erschienenen Debüt „Choose The Dark“ wurden recycelt und wiederverwertet. In gewisser Weise ist diese Scheibe also eher eine Zusammenfassung von RAVEN BLACK NIGHTS bisherigem Schaffen, inklusive einiger neuer „Bonustracks“.

RAVEN BLACK NIGHT sind von den 70ern und 80ern sehr angetan, jedoch ohne sich in die Reihen der üblichen Denim-and-Leather-Nostalgiker einzugliedern. Die Australier wollen und können sich mit ihrem eigenwilligen Genre-Mix gar nicht recht in irgendeine Schublade stecken lassen; zu viele Einflüsse treffen hier aufeinander, von Blues Rock bis NWoBHM, versetzt mit einer intensiven doomigen Grundstimmung à la Sabbath und einer an Manilla Road erinnernden epischen Note. Schwere Riffs und rockige Fills untermalen den hohen, jaulenden Gesang, der sich irgendwo zwischen Ian Gillan und King Diamond ansiedelt. Mid-Tempo- bis schnellere Songs dominieren „Barbarian Winter“, im Gegensatz dazu stehen vor Gemächlichkeit triefende Titel wie „Nocturnal Birth“, das außer an Deep Purple auch ein wenig an den groovigen Blues Rock von Bad Company erinnert, und das wenig begeisternde Sabbath-Cover „Changes“. Besonders epochal und komplex fällt das über neun Minuten währende „Barbarian Winter“ aus, das auf ein deathiges Finale zusteuert, inklusive ultraschwerer Riffs und überraschendem gutturalem Gesang.
Ob rockige 70er-Hommagen wie „Mystery Woman“ und „Fallen Angel“ oder krachige Ohrwürmer wie das fulminante „Angel With A Broken Wing“, „Barbarian Winter“ verwebt viele Einflüsse und erhält dabei einen einheitlichen Gesamteindruck. Das Sympathische an RAVEN BLACK NIGHTS Retro-Sound ist außerdem der ungezwungene Grundton, der natürlich und spontan klingt, auch an modernere Stile anknüpft, und nicht krampfhaft darum eifert, eine möglichst getreue Kopie der Vergangenheit zu sein.

Wer die Band noch nicht kennt, kann wohl darüber hinwegsehen, dass „Barbarian Winter“ mehr von einer Neuauflage, denn einem neuen Album hat. Im Endeffekt bleibt es aber eine vielfältige Veröffentlichung, die man nicht nur klassisch orientierten Gemütern ans Herz legen kann.

Bewertung: 8 / 10

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