CD-Review: Shores Of Null - Quiescence

Besetzung

Davide Straccione - Gesang
Gabriele Giaccari - Gitarre
Raffaele Colace - Gitarre
Matteo Capozucca - Bass
Emiliano Cantiano - Schlagzeug

Tracklist

01. 0x0000
02. Kings Of Null
03. Souls Of The Abyss
04. Night Will Come
05. Ruins Alive
06. Quiescent
07. The Heap Of Meaning
08. Time Is A Wasteland
09. Pain Masquerade
10. Eudaemonia


Lange haben sich die Römer SHORES OF NULL nicht gerade Zeit mit ihrem Debütalbum gelassen: Im letzten Jahr gegründet, legen sie jetzt schon den Erstling „Quiescence“ vor, welcher mit Elementen aus melodischem Black Metal und Doom-Anleihen aufwartet. Mehr lässt sich aufgrund der knappen Historie zu den Hintergründen nicht sagen, dann also ans Eingemachte, ran an die Musik.

Stilistisch kommt die Umschreibung einigermaßen hin, auch wenn der schwarzmetallische Anteil doch eher im Hintergrund bleibt und so doomig wie reine Untergangs-Bands sind die Italiener auch nicht. Für ersteres ist die Musik zu langsam und der Gesang allzu häufig klar, für zweiteres ist die Musik zu schnell und der Gesang allzu häufig nicht tief genug. Klingt nach einem Widerspruch? Nun, nicht unbedingt, es verdeutlicht vielmehr das Problem, welches SHORES OF NULL noch haben. Sie sitzen noch zu sehr zwischen den Stühlen und weigern sich geradezu, sich einem Stil unterzuordnen, was zwar nicht schlecht sein muss. Aber dann sollten die Songs diese Vermischung auch mittragen, so bleiben sie im Gesamtbild zu blass, zu unausgegoren und zu wenig eingängig.
Nicht verhehlen sollte man die trotzdem sehr guten Ansätze. Musikalisch ist das schon ziemlich ansprechend, die eine oder andere gefällige Melodie findet sich in der Dreiviertelstunde wieder und auch die Produktion kann sich sehen lassen. Schwierig wird die Frage, ob die harten oder eher getragenen Parts mehr hermachen, die cleane Stimme von Davide Straccione kommt klar und düster, allerdings gefallen die schnellen Songs instrumental etwas besser. Es scheint fast so, als solle sich aus dieser Wundertüte jeder das für sich heraussuchen, was ihm am besten taugt. Somit wird die Platte allerdings etwas anstrengend im Konsum, Stichwort „zwischen den Stühlen sitzen“.

Wenn man „Quiescence“ mit einer anderen Band vergleichen müsste, würden mir als erstes eigentlich die Melo-Deather Insomnium einfallen, die ein ähnliches Konzept fahren, wenngleich dieses seit Jahren immer weiter verfeinert wird. Aber davon sollten SHORES OF NULL sich nicht abhalten lassen, aus den starken Ansätzen kann man wirklich was machen, man sollte sich nur beim nächsten Mal vielleicht vorher die Frage stellen, wo die Reise hingehen soll, dann kommt man sicher auch an der entsprechenden Destination an.

Bewertung: 6.5 / 10

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