Review Sirocco – Lambay

  • Label: Eigenproduktion
  • Veröffentlicht: 2012
  • Spielart: Heavy Metal

SIROCCO starteten 2003 ursprünglich als Instrumentalband. Das änderte sich erst, als Bassist Ciaran O‘ Cearuill auf „March Through The Crimson Frost“, dem zweiten Album der Truppe aus dem Jahre 2007, auch als Sänger aktiv wurde. Jetzt haben die Iren ihr drittes Werk am Start, das auf den Titel „Lambay“ hört.

Im Promoflyer wird von Celtic Thrash Metal gesprochen. Meine Erwartungen an eine solche Genrebezeichnung werden nicht so ganz erfüllt. Das heißt nicht, dass SIROCCO hier ein schwaches Album vorlegen, nur die Bezeichnung der Spielart irritiert. Das Meiste, das uns auf „Lambay“ begegnet, kann man einfach unter Heavy Metal eingruppieren, wobei rein vom Tempo her sogar der Begriff Doom eher über der Musik schwebt als Thrash. Die Leads sind sicherlich keltisch motiviert, stellen das folkige aber auch nicht so deutlich heraus, wie jetzt z.B. bei Waylander.
Die Melodielinien haben epischen Charakter und machen sich ganz gut in den Gehörgängen breit. Der recht getragene Gesang von Ciaran forciert diesen Eindruck von Epik. Obwohl er sicherlich nicht der begnadenste Vokalist ist, harmoniert sein melodisches Timbre in mittlerer Lage gut mit der Musik. Etwas mehr Ausdruckskraft und Lungenpower würde ich ihm noch wünschen. In längeren Instrumentalparts lassen SIROCCO hin und wieder durchblitzen, dass das früher mal ihr Metier war. Dennoch funktionieren die Kompositionen in der dargebotenen Art auch. Ganz ohne Gesang würde sogar sicherlich etwas fehlen.
Wirkliche Anspieltipps kann man kaum nennen. Das Songwriting spielt sich durchgehend auf einem soliden Level ab, das keine Ausreißer nach oben oder unten mitbringt. So fehlen zwar explizite Hits mit dauerhaftem Ohrwurmcharakter, aber auf der anderen Seite wirkt das ganze Album dadurch sehr harmonisch und baut auch gekonnt diese epische Atmosphäre auf. Um sich ein Bild vom Sound der Band zu machen, kann man beispielsweise in „Mael Suthian“ oder „Kingdom Of Oriel“ reinlauschen, aber letztendlich spiegeln alle Stücke das konstante Songwritingniveau der Iren wieder.
Über den Sänger habe ich mich weiter oben ja schon ausgelassen. Die handwerkliche Arbeit der Instrumentalisten ist ohne Fehler, auch wenn die Mucke wesentlich gemächlicher und atmosphärischer rüberkommt, als man anfangs vermutet. Aber es sitzt im technischen Bereich alles, und auch die Produktion ist für eine Eigenproduktion akzeptabel.

So ist „Lambay“ insgesamt ein sehr solides Album des epischen Heavy Metal mit keltischem Touch. Wer sich für eine etwas traditionellere Variante von Bands wie Waylander oder Primordial interessiert, sollte auch SIROCCO sein Gehör schenken.

Wertung: 7 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert