CD-Review: Stahlhammer - Feind hört mit

Besetzung

Gerogij Alexandrowitsch Makazaria – Gesang
Conrad Schrenk – Gitarre, Gesang
Peter Karolyi – Bass, Gesang
Michael Stocker – Schlagzeug, Gesang

Gastmusiker:
Mario Gheorghiu – Violine
Barbara Karolyi – Gesang
Tanja Golden – Gesang
Barbara Schindler – Gesang

Tracklist

01. Was Ist Das
02. Am Liebsten Von Hinten
03. Feind Hört Mit
04. Der Mann Mit Dem Koks
05. Herz Aus Stahl
06. Schlag Mich
07. Messerschmied
08. Jeanny
09. Kein Schöner Land
10. Strom Der Zeit


Den ersten Kontakt mit dieser Band aus Österreich hatte ich durch ihre Coverversion von „Wiener Blut“. Dieser haben sie auch Auftritte an der Wiener Oper zu verdanken. Wer das Lied nicht kennt, sollte es sich jedenfalls mal anhören, eine der wenigen Coverversionen die man sich wirklich anhören kann.

Das vorliegende Album ist der Nachfolger der „Wiener Blut“ LP und es machte mich ehrlich gesagt etwas stutzig, als ich die CD vom Label nach einer Bestellung kostenlos dazu bekam, da ich die Band bisher nicht so schlecht fand.

Los geht die CD mit dem Intro „Was ist das“. Nett und kurzweilig, es werden einige Fragen aufgeworfen über die man sich wirklich mal Gedanken machen kann.

Schon beim ersten richtigen Song merkt man eine gewisse Ähnlichkeit zu Rammstein, durch die am Death Metal angelehnten Vocals grenzt man sich aber von der deutschen Erfolgsband etwas ab. Die „rhythmische“ Untermalung hingegen ist nicht gerade etwas Neues auf diesem Gebiet. „Von Hinten“ schafft es dann erst einmal mich wieder etwas auf den Boden zu holen. Stumpfes Geschrei, welches auch nicht gerade durch einen besonders tollen Text aufgewertet wird.

Bei „Feind hört mit“ gestaltet sich das ganze dann wieder etwas anders. Textlich steigert man sich deutlich und das ganze wirkt durch eine abwechslungsreichere musikalische Untermalung wirklich sehr unterhaltsam. Auch wenn man genau wie bei dem Rest des Albums immer wieder einen Rammstein Vergleich zieht.

An 4. Stelle folgt nun eine Coverversion von Falco. „Der Mann mit dem Koks“ ertönt aus den Boxen und ehrlich gesagt stelle ich mir die Frage, wie sich Falco so etwas verdient hat. Ok, das Original war nicht unbedingt so toll, die Coverversion der „Verlorenen Söhne“ war in meinen Augen (Ohren) aber nicht einmal schlecht. Das was uns hier geboten wird, stellt aber meinen Finger auf eine Geduldsprobe. Dieser will irgendwie immer die Skip-Taste drücken. Das Cover hätte man sich sparen können.

Es folgt „Herz aus Stahl“, dieses erstaunt erst einmal mit Violinen zu Beginn. Diese werden aber im weiteren Verlauf erneut vom typischen Sound abgelöst und dieses Mal passt sich auch der Gesang dem Rammsteinfeeling an. Was dem Song aber nicht unbedingt schadet, er kommt gut rüber und ist im Vergleich zum vorherigen Song eine Wohltat. Hoffentlich geht es so weiter.

„Schlag Mich“ folgt nun und beim Text musste ich schon 1-2 Mal grinsen. Ok, bei den ersten Anhörungen fand ich das Lied eigentlich nicht besonders toll aber je öfter ich daran denke, umso besser finde ich es. Die harten Riffs und der locker von den Lippen gehende Refrain sagen mir mit jedem Versuch mehr zu. Bevor ich das Lied aber gar nicht mehr aus dem Kopf bekomme mache ich lieber mit dem nächsten Track weiter. ;-)

Der „Messerschmied“ ertönt und es wird etwas schneller. Stahlhammer erbringen nun ihre Art der Temposteigerung. Vom Sound her ändert sich eigentlich nichts, es wird einfach nur etwas schneller als vorher. Ansonsten keine Änderung. Wie Rammstein auf Fast Forward. ;-) Textlich ist das Lied aber besser als gewisse Rammstein Äußerungen und die positive Aussage wertet das ganze dann auch wieder etwas auf.

Ich hatte gerade das Falco Cover vergessen und schon werde ich wieder geschockt. „Jeanny“ erklingt und ehrlich gesagt habe ich das Lied nicht sofort erkannt. Es wurde ziemlich durch die Mangel gedreht und erneut frage ich mich, womit ein Künstler so etwas verdient hat. Sicherlich kann man Cover machen und nichts verändern oder man versucht seinen eigenen Stil zu verarbeiten. Stahlhammer versuchen es auf ihre Art und Weise aber diese sagt mir bei dem Lied nun wirklich nicht zu. Es soll aber auch Leute geben denen es sogar gefällt. Definitiv eine Frage des Geschmacks.

„Kein schöner Land“ lässt einem dann hin und wieder einen Gedanken an die Volksmusik verschwenden. Wirkt aber durch die harte musikalische Untermalung und den Text alles andere als Karl Moik tauglich ;-) und kann dank diesen Sachen auch Pluspunkte sammeln.

„Der Strom der Zeit“ schließt dann das Album wohltuend ab. Ein eigenständiger und verdammt guter Song, die Band geht textlich noch einmal aus sich heraus und fährt alles auf was man zu bieten hat. Gelungener Abschluss dieser CD.

Fazit:
Eigentlich seltsam wie man diese Band immer mit Rammstein vergleicht, da Stahlhammer schon vor Ramstein existierten. Der Vergleich zwängt sich aber auf, da Rammstein auf diesem Gebiet aber die klare Nummer 1 sind. Stahlhammer fahren aber mit besseren Texten und abwechslungsreicheren Vocals auf, dadurch wirkt die Cd auch um einiges besser als die letzte Rammstein Ausgabe. Wirklich negativ fallen allerdings die 2 Falco Cover auf, die mir persönlich überhaupt nicht zusagen. Auch „Von Hinten“ ist nicht gerade ein toller Song. Ansonsten ist das Album aber für alle Freaks der Neuen Deutschen Härte ist es eine Empfehlung wert. Alle anderen sollten gewarnt sein, es ist kein Album was einem unbedingt beim ersten anhören gefallen wird. Etwas Zeit sollte oder besser gesagt muss man investieren um dieses Album gut zu finden.
(Sascha)

Bewertung: 6 / 10

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