CD-Review: The Body Snatcher - Graveyard Symphonies

Besetzung

Ardeath - Gesang, Bass, Keyboard
Lady Maria - Gesang
Q. Artorius Corvinius - Schlagzeug

Tracklist

01. Intro - The Sigh Of Sunset
02. Lady Death
03. Frozen Tears
04. Apparitions Rise
05. Fall In To Abyss


Mit „Graveyard Symphonies“ legen die Finnen THE BODY SNATCHER ihr mittlerweile viertes Demo in vier Jahren vor. Das eigens verfasste Infoblättchen lässt daher auch keinerlei Möglichkeit aus, ein bisschen auf die K**** zu hauen und spart nicht mit Lob. Offenbar haben wir es mit Lady Maria auch mit einer bekannteren Persönlichkeit zu tun, sie trällert hauptamtlich beim Bandnamenunfall „Kivimetsän Druidi“. Ob das die richtigen Vorzeichen sind, um mit Demo IV nun den Durchbruch zu schaffen, ist aber fraglich – auch wenn bei den Credits sogar ein/eine gewisseR Villi Vamilja aufgeführt ist, der das Make-Up für Madame übernommen hat.

„Graveyard Symphonies“ kommt undergroundmäßig als selbstgebrannte CD mit selbstausgedrucktem, extrem verpixelten Frontcover daher. Ein erster Hördurchlauf verheißt wenig Gutes, kaum eine Melodie bleibt hängen und Power ist auch anders. Ein Blick ins „Booklet“ erklärt den Grund: „No guitars used an this album!!!“. Na, wenn das mal nicht ein ganz neues Trademark ist. Wo Black Metaller stolz sind, wenn sie es ohne Keyboard halbwegs anhörbar hinbekommen, verzichten THE BODY SNATCHER gleich auf die Gitarre und wundern sich wahrscheinlich selbst, dass man keine Wucht hinter die Songs bekommt. Der magere Rest tut sein übriges: Ardeath spielt nicht nur Keyboards und Bass (den man, da er hinter den vordergründig agierenden Keyboards zurückgemischt wurde, ohnehin kaum hört), sondern versucht sich innerhalb von den vier Songs (+ Intro) gleich an jeder möglichen Gesangsart, bei denen maximal die Steele`sche Grabesstimme einigermaßen cool rüberkommt.

Kein Vergleich jedoch zum absolut uninspirierten „Ah“ und „Uh“ von Lady Maria. Wenn sie bei ihrer Hauptband ähnlich zu Werke geht, dann gibt es neben dem bescheuerten Bandnamen gleich mal einen zweiten sehr guten Grund, die Finger davon zu lassen. Wie ist man nur auf die Idee gekommen, mit zwei äußerst mässigen Sängern, einer fehlenden Gitarre und einem ca. 180 Dezibel zu lauten Keyboard eine „dunkle, schwere, horrorfilmähnliche Atmosphäre“ zu erschaffen. Wenn „Graveyard Symphonies“ tatsächlich den Höhepunkt im Schaffen der Finnen darstellt, dann fürchtete ich für den Fall eines möglichen Kontaktes mit einem der früheren Werke schon um meine Gesundheit.

Lassen wir es mal so stehen, THE BODY SNATCHER wären gerne cool, das verraten die obertrven Fotos auf dem Info, aber gerade aus Finnland sollte da schon mehr kommen. Vom dort eventuell vorhandenen grauen Mittelmaß setzen sie sich nur deshalb ab, weil sie es noch langweiliger hinbekommen. Mal sehen, wie lange sie bis zum nächsten Meisterwerk brauchen und auch, ob sie sich dafür wieder an einen unschuldigen deutschen Onlineredakteur heranwagen.

Keine Wertung

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