CD-Review: The Real McKenzies - Two Devils Will Talk

Besetzung

Paul McKenzie - Gesang
Jono Jak - Gitarre, Gesang
Dan Garrison - Gitarre, Gesang
Troy Zak - Bass, Gesang
Dan Stenning - Schlagzeug
Luis "Aspy" Cao Mahia - Dudelsack

Tracklist

01. Due West
02. Weyburn
03. One Day
04. Seafarers
05. Northwest Passage
06. Float
07. One Man Voyage
08. Sail Again
09. The Town
10. Pedals
11. Drunkards Lament
12. Fuck The Real McKenzies
13. The Comeback
14. Scots Wha Ha'e


Im Bereich des Folk-Punk sind die Kanadier THE REAL MCKENZIES mittlerweile eine Institution, die seit der Gründung 1992 regelmäßig mit ihren Releases die Fangemeinde erfreut. Zum 25. Bandjubiläum haben die sechs Musiker um den namensgebenden Frontmann Paul McKenzie ihr zehntes Studioalbum „Two Devils Will Talk“  auf den Weg gebracht, das mit schottischem Charme, rebellischer Attitüde und schmerzlicher Aufrichtigkeit punkten möchte.

Was dann folgt, sind knapp 36 Minuten partytauglichen und tanzbaren Folk-Punks, der sich über weite Strecken mit Seemännern und deren Geschichten befasst. Mit der Tradition liebäugelt man gemäß des Genres ebenfalls, was sich aber nicht nur im Einsatz des Dudelsacks manifestiert. Auch textlich behandelt man die Heimat Kanada („Weyburn“) sowie die schottischen Wurzeln („Scots Wha Ha’e“). In Sachen Gesang gehen die Musiker eher verhalten zu Werk und verzichten auf aggressive Shouts oder räudige Vocals, sondern legen den Fokus auf den melodiösen Einsatz der gerne auch mehrstimmigen Stimmband-Akrobatik. Das ist nicht unbedingt spannend, aber sehr solide umgesetzt und sorgt auch für einige mitreißende Anteile. Neben den feierbaren Titeln kommen auch sehnsüchtige Nuancen zum Einsatz („Seafarers“), während das Stan-Rogers-Cover „Northwest Passage“ sehr liebevoll umgesetzt wurde und dessen Einfluss auf die kanadische Folk-Musik enstprechend Tribut zollt.

Insgesamt ist es beeindruckend, wie akzentuiert THE REAL MCKENZIES ihre Mischung aus Folk und Punk Rock mittlerweile aufeinander abgestimmt haben. Den Einsatz der Sackpfeife überstrapaziert die Band nicht, sondern variiert die Herangehensweise vielfältig. Mal erhebt sie sich zum melodiegebenden Instrument, ist dann wieder als Untermalung im Hintergrund eingesetzt oder kommt nur zu ausgewählten Momenten zum Einsatz. Dadurch entsteht ein Eindruck der Abwechslung, der dem Release deutlich zugutekommt. Als Highlight sticht „The Town“ hervor, das in zweieinhalb Minuten mehrere Stimmungswechsel durchläuft, auch eine Akustikgitarre einbindet und die essentielle Kraft des Folk sehr gut widerspiegelt. Nachdem die Band sich selbst und ihre Genrekollegen in „Fuck The Real McKenzies“ auf die Schippe nimmt, beendet sie das Album mit einer Neuauflage von „Scots Wha Ha’e“, das erstmals auf ihrem selbstbetitelten Debüt im Jahr 1995 erschienen ist.

Hierzulande stehen THE REAL MCKENZIES anscheinend im Schatten von Bands wie Dropkick Murphys oder Flogging Molly, was angesichts „Two Devils Will Talk“ etwas unverständlich scheint. Das Album ist zwar kein Meilenstein des Folk-Punk geworden, aber zeigt die langjährige Erfahrung der Kanadier, was zu qualitativen, punktgenauen und teilweise mitreißenden Songs führt. Wer also Punk Rock mit Dudelsack-Einsatz zu seinen favorisierten Genres zählt, der sollte dem Longplayer eine oder mehrere Durchläufe in der heimischen Anlage zugestehen.

Bewertung: 7.5 / 10

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