CD-Review: Together To The Stars - An Oblivion Above

Besetzung

Franco Fuentes – Gesang
David Steinmarck – Instrumente

Tracklist

01. Timeless
02. Oblivion
03. Apathy
04. Shrine
05. Sanctuary


Mit Bands wie Heretoir, Harakiri For The Sky und Anomalie ist man im depressiv angehauchten Post-Black-Metal eigentlich schon ganz gut bedient. Dennoch tun sich immer noch am laufenden Band neue Musikgruppen hervor, die den Sound dieser und vergleichbarer Bands auf ihre (mehr oder weniger) eigene Weise interpretieren. So machen es beispielsweise auch die Schweden TOGETHER TO THE STARS, die mit „An Oblivion Above“ ungefähr vier Jahre nach ihrer Gründung ihr erstes vollumfängliches Album veröffentlichen. So viel sei schon mal verraten: Das Duo schlägt sich im Vergleich zu seinen Vorläufern gar nicht mal so schlecht.

Von der Masse an mittelmäßigen, verzichtbaren Post-Black-Platten, die man, ohne auch nur einen Unterschied zu merken, miteinander austauschen könnte, distanziert sich „An Oblivion Above“ eigentlich kaum. Der giftige Schreigesang, die auf sonderbar stimmige Weise zwischen Melancholie und Euphorie vermittelnden Leadmelodien und die träumerischen Clean-Abschnitte („Shrine“), die TOGETHER TO THE STARS aneinanderreihen, verströmen in dieser Form nicht den geringsten Hauch von Innovation.

Was die fünf mehrheitlich ausschweifend arrangierten Songs jedoch sehr wohl ausstrahlen, ist das eigentümliche Gefühlsgemisch aus Hoffnung und Verzweiflung, die einander in kaum einem Genre so innig umarmen wie im Post-Black-Metal. TOGETHER TO THE STARS verstehen sich sogar ganz vortrefflich darauf, in den getragenen, hochtönigen Gitarrenmelodien einen beinahe optimistischen Unterton zu verstecken, ohne die ansonsten vorherrschende Niedergeschlagenheit damit ad absurdum zu führen.

Damit gehen die Schweden zwar nicht so weit wie etwa ihre Label-Kollegen Ghost Bath, sprechen damit aber vermutlich auch jene Hörer an, denen letztere zu kitschig klingen. Anders als die meisten überflüssigen Deafheaven-Imitatoren enttäuschen TOGETHER TO THE STARS auf ihrem Debüt aber auch nicht in Bezug auf die Aufnahme- und Klangqualität. Die Vocals könnten etwas schärfer definiert sein und ein paar geringfügige spielerische Ungenauigkeiten muss man beim Hören in Kauf nehmen, ansonsten beinhaltet „An Oblivion Above“ jedoch alles, was eine erfolgreich zwischen Black Metal und Post-Rock wandelnde Platte ausmacht.

Haben TOGETHER TO THE STARS mit ihrer ersten Veröffentlichung etwas Einzigartiges, Unverwechselbares kreiert? Nein, definitiv nicht. Sollte man deswegen einen Bogen um den Output der skandinavischen Newcomer machen? Auch diese Frage ist ganz klar mit „nein“ zu beantworten. „An Oblivion Above“ ist jenen, die mit der Stilrichtung bereits vertraut sind, gewiss keine Offenbarung, jedoch punktet das Album mit derselben aufrichtigen Emotionalität, die Deafheaven, Harakiri For The Sky und den anderen Spitzenreitern des Genres zu ihrem verdienten Erfolg verholfen hat. Sowohl in Sachen Songwriting als auch soundtechnisch lassen sich TOGETHER TO THE STARS nichts zu Schulden kommen, weshalb es sich durchaus lohnt, den Schweden Gehör zu schenken.

Bewertung: 7.5 / 10

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