CD-Review: Twilightning - Bedlam

Besetzung

Heikki Pöyhiä – Gesang
Ville Wallenius – Gitarre
Tommi Sartanen – Gitarre
Jussi Kainulainen – Bass
Juha Leskinen – Schlagzeug
Mikko Naukkarinen – Keyboard

Tracklist

01. Space Of Disgrace
02. Rolling Heads
03. Sex Jail
04. Plague Overload
05. Train To Bedlam


TWILIGHTNING ist eine aufstrebende Band aus Finnland, die mit ihrem zweiten Album „Plague-House Puppet Show“ von 2004 schon die ersten Achtungserfolge einfahren konnte. Die EP „Bedlam“ soll jetzt einen Vorgeschmack auf das kommende Album werfen. Der Name der Scheibe geht im übrigen auf ein Krankenhaus in London zurück, das als erst psychatrische Klinik der Welt in die Geschichte eingegangen ist. Bis heute ist der Begriff „Bedlam“ in England ein Synonym für Verwirrung.

Und Verwirrung herrscht beim ersten Hören auch im Bezug auf diesen Silberling. OK! Am ersten Track „Space Of Disgrace“ kann man noch deutlich die Goth Metal Wurzeln des Sextetts erkennen. Relativ zurückhaltende Gitarren mit düsteren Riffs und der Singalong Refrain erinnern stark an Bands wie HIM, die 69 Eyes oder die Sisters Of Mercy.
Dann gibt es allerdings eine faustdicke Überraschung: „Rolling Heads“ beginnt mit einem archaischen Trommelsolo und entwickelt sich dann zu einer rasanten Riff Rock Nummer der Marke AC/DC oder Rose Tattoo, in den die Musiker immer wieder geschickt moderne Elemente und auch den ein oder anderen Querverweis auf ihr gotischen Wurzeln einbauen. „Sex Jail“ hingegen ist ein lupenreiner Metal-Kracher. Im Mid-Tempo angesiedelt, finden sich hier zweistimmige Gitarrenläufe und ein Refrain der zum Mitgröhlen animiert. Das erinnert schon stark an die Größen der 80er.
Und so geht es auf der CD auch bunt gemischt weiter. In „Plague Overload“ sind zwar wieder hier und da einige Gothic Elemente zu hören. Diese werden allerdings mit Riffs und einer Up-Tempo-Struktur kombiniert, die, genau wie die kurzen Keyboard-Passagen, stark an Power Metal erinnern. Das ungewöhnlichste Stück auf „Bedlam“ ist aber eindeutig der Rausschmeißer „Train To Bedlam“, der mit gezupften Gitarren und eingängiger Melodieführung verdammt sleazy daher kommt.

Die komplette EP ist nur gute 20 Minuten lang. Aber die Stilvielfalt die TWILIGHTNING in diesen 20 Minuten zeigen erreichen viele Bands nicht in ihrer ganzen Karriere. Wenn das kommende Album genauso vielfältig, abwechslungsreich und eingängig ausfällt, dann sollte jeder, der auch nur entfernt mit Gitarrenmusik zu tun hat, seinen Spaß daran haben!

Keine Wertung

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