Das Cover von "Out Of The Dark" von Wig Wam"

Review Wig Wam – Out Of The Dark

  • Label: Frontiers
  • Veröffentlicht: 2023
  • Spielart: Hard Rock

Nordeuropa ist nun ja schon eine ganze Weile dafür bekannt, der Quasi-Marktführer in Sachen Rotzrock und Glam Metal zu sein. Mit Hardcore Superstar, Crazy Lixx und Vypera kommen einige der angesehensten Bands dieser Sparte aus Schweden, aber auch Norwegen hat hier ein Wörtchen mitzureden: Seit über 20 Jahren sorgen WIG WAM dafür, dass auch jenes Land im musikalischen Atlas eine Rolle spielt, denn die Truppe zählt mit Sicherheit zu den etabliertesten Glam-Rock-Bands Europas. Nachdem sie sich 2021 nach neun Jahren Pause mit „Never Say Die“ zurückgemeldet hat, veröffentlicht die Truppe nun mit „Out Of The Dark“ ihr siebtes Album.

Wie in der skandinavischen Glam-Rock- und -Metal-Szene üblich, orientieren sich auch WIG WAM mit ihrem Sound stark an den US-amerikanischen Genre-Größen der goldenen 80er: Für breitbeinig groovende Nummern wie den eröffnenden Titelsong, „Uppercut Shazam“ oder „God By Your Side“ standen eindeutig Skid Row Pate, „High ’n‘ Dry“ erinnert vor allem dank seines Refrains stark an Mötley Crüe und „Bad Luck Chuck“ sowie „Ghosting You“ haben viel von den Osküsten-Rockern Brittny Fox. Fans der genannten Vorbilder dürften sich auf „Out Of The Dark“ also sofort zuhause fühlen – einzig das eher misslungene „Forevermore“ tanzt mit seinem unsäglichen Brothers-Of-Metal-Refrain etwas aus der Reihe.

Somit ist das, was WIG WAM auf ihrem neuen Album bieten, natürlich durch und durch klischeebeladen und zwangsläufig vorhersehbar. Es ist stets offensichtlich, wem die Truppe in welchem Song nacheifert – weil die Norweger bei der Auswahl ihrer Vorbilder aber recht viel Abwechslung walten lassen, ist das trotzdem noch ziemlich vielfältig. „Out Of The Dark“ ist sicherlich kein innovatives Album, das macht es aber noch lange nicht zu einer schlechten Platte, denn WIG WAM haben diese Musik so gut verstanden, dass jeder Song absolut authentisch ist – man höre hierzu u. a. das hitverdächtige „The Purpose“.

Ungeachtet der Tatsache, dass WIG WAM auf diesem Album also jegliche eigene Identität vermissen lassen, hat man es hier doch mit einer rundum gelungenen Platte zu tun. Die Norweger haben sich aus dem Sound ihrer Idole genau die richtigen Elemente herausgepickt und verbinden sie dank solidem Songwriting zu einem in jeder Hinsicht authentischen Hair-Metal-Album. Neben zeitgemäß wuchtigem Sound überzeugt die Truppe dabei mit absolut stilechtem Gesang und whiskygetränkten Leadgitarren, die ihren Vorbildern in nichts nachstehen.

Auf „Out Of The Dark“ kommen zu keiner Zeit auch nur die geringsten Zweifel auf, an welchen Genre-Vorreitern sich die Truppe jeweils orientiert. Weil der Schlüssel musikalischen Glücks aber ja bekanntlich im Wiedererkennen liegt, ist das gerade bei solch traditionsreicher Musik wie dieser weniger ein Manko als ein Qualitätsmerkmal. WIG WAM ist mit ihrer neuesten Platte eine ehrliche Liebeserklärung an den US-amerikanischen Hair Metal gelungen, die dank ihrer authentischen Umsetzung ähnlich stark ausfällt wie bei ihren schwedischen Kollegen Crazy Lixx.

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Wertung: 7.5 / 10

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