Interview mit Katte von Attic

Ein Newcomer aus dem Hause Ván Records: ATTIC haben gerade ihr Debüt „The Invocation“ veröffentlicht, welches bisher durch die Bank positive Kritiken erhalten hat. Gerade sind sie als Support von The Devil’s Blood unterwegs. Im Münchner Backstage fingen wir Katte, den Gitarristen der Band, ab und quatschten mit ihm unter anderem über die Tour und das neue Album.


Hy. Danke, dass du dir die Zeit für das Interview nimmst. Wie geht’s euch?
Danke, uns geht’s allen gut.

Wie läuft die Tour, wie war’s in Berlin und in Wien?
Soweit ist alles super gelaufen. In Berlin war leider der Sound nicht so optimal, aber wir hatten trotzdem viel Spaß dort. Die erste Nacht war relativ anstrengend, weil wir direkt von Berlin bis Wien durchgefahren sind und kein Hostel hatten.

Die letzten zwei Jahre habt ihr viel Arbeit in die Band gesteckt. Eure Demo hat’s zum Titel „Demo des Monats“ in der RockHard gebracht und ihr habt auf Festivals wie dem Headbangers Open Air gespielt. Jetzt seid ihr bei Ván Records unter Vertrag und habt das erste Album in den Startlöchern. Es könnte kaum besser laufen, oder?
Ja, das stimmt. Darüber sind wir auch sehr glücklich. Wir sind stolz und zufrieden mit dem, was bisher gelaufen ist und was für die Zukunft geplant ist.

Hattet ihr Schwierigkeiten, die Tour mit euren Jobs in Einklang zu bringen?
Eigentlich nicht. Wir in der Band sind zum Großteil Studenten, wodurch uns mehr Freiheiten bleiben, die man nicht hat, wenn man voll arbeitet. Dadurch sind wir relativ flexibel. Manchmal gibt’s natürlich Probleme: Als wir zum Beispiel in Dänemark auf dem Metal Magic Festival gespielt haben, musste unser Drummer am nächsten Tag in die Arbeit. Also hieß es für uns, direkt von der Bühne ins Auto zu steigen, nach Hause zu fahren und ihn bei seinem Arbeitsplatz raus zu lassen.

Ihr seid als Vorband von The Devil’s Blood unterwegs. Viele kennen die Band nur aus schrägen Interviews oder dem Youtube-Video von der Prügelszene auf dem Bang Your Head … wie läuft es so im Tourbus?
Probleme hatten wir bis jetzt gar keine. Das sind im Endeffekt auch nur ganz normale Leute. Wir reisen separat von denen, weshalb es außerhalb der Locations überhaupt keinen Kontakt gibt. Soviel kann ich eigentlich gar nicht dazu sagen, außer, dass sie dem ersten Eindruck nach nette Typen sind.


Gibt es irgend eine Location oder Stadt auf der Tour, auf die ihr euch besonders freut?
Der Abschluss in Bochum ist jetzt in dem Sinne nichts Besonderes. Aber wir kommen aus der Nähe, kennen die Location und es werden viele Bekannte und Freunde von uns da sein. Darauf freuen wir uns jetzt schon. Es ist ja unsere erste Tour, deswegen spielen wir das erste Mal in Städten wie Berlin, Wien, München oder Paris. Das Tolle dabei ist, dass man auch ein ganz anderes Publikum erreichen kann. Wir freuen uns wirklich auf jeden Tag der Tour.

Eure Musik ist sehr im traditionellen Metal der 80er verwurzelt. War von Anfang an klar, was ihr spielen wollt?
Ja klar, weil es die Musik ist, die wir selbst primär hören. Das war von Beginn an unser gemeinsamer Nenner, deswegen war es keine Entscheidung für einen bestimmten Stil, sondern eine natürliche Entwicklung. Der Falsettgesang unseres Sänger bietet sich ja richtig gut für diese Richtung an. Wir sind große Fans vom traditionellen Metal, US-Metal und der NWoBHM.

Dafür hat er sicher auch ziemlich lange geübt, könnte ich mir vorstellen?
Seit zehn Jahren ungefähr singt er in diesem Stil, war selbst aber nicht in größeren Bands aktiv. Er hat lange an seiner Technik gefeilt.

Ihr dürft euch eine Band aussuchen, mit der ihr auf Tour geht. Für wen würdet ihr euch entscheiden?
Puh, da würdest du von jedem von uns ne andere Antwort erhalten. Bei mir wär‘s Iron Maiden, was wohl das Größte für alle Anhänger vom traditionellen Metal ist. Unser Sänger würde sich für Judas Priest oder King Diamond entscheiden. Das sind die großen Träume, weil es die Musik ist, mit der man angefangen hat und von der wir nach wie vor große Fans sind.

Ihr hört dann also gar nicht so viele moderne Bands?
Kommt drauf an, wie du das meinst. Wir hören auch neuere Bands, die den traditionellen Sound spielen. Unser Drummer hört ziemlich viel Death Metal – unser Bassist auch neuere Black Metal Sachen. Aber der Fokus liegt wirklich auf den alten Helden.

Dementsprechend sieht bestimmt eure Musik im Tourbus aus …
Da läuft das Rob Halford Weihnachtsalbum (lacht) oder zum Beispiel Warlord – ich hab daheim noch schnell ein Rush-Best-Of gebrannt. Aber gerade im Tourbus will sich nicht jeder die obskursten Sachen reinziehen, wie man es vielleicht allein zu Hause machen würde. Am besten ist es, einfach gemeinsam Bier zu trinken, die Hits zu hören, die jeder kennt und mit denen wir alle aufgewachsen sind. Leider haben wir doch einiges vergessen, weil sich jeder auf den anderen verlässt (lacht). Wir haben mehr Filme dabei als wir sehen können, das nutzen wir recht häufig. Es gibt sogar ne Playstation im Tourbus, die haben wir aber noch nicht ausprobiert. Wir sind auf jeden Fall bestens unterhalten.

Habt ihr beim vielen rumreisen überhaupt noch Zeit die Städte anzusehen?
Es ist relativ stressig. Von Berlin ham wir wirklich gar nichts gesehen. Hier in München sind wir gerade erst von der Autobahn gekommen und direkt zur Location gefahren. In Wien hatten wir ein paar Stunden Zeit. Da ging‘s dann einmal die Innenstadt rauf und runter und noch zum Schnitzelessen. Sonst stellt sich eher die Frage, ob man was sehen will oder lieber Schlaf nachholt. Insgesamt bekommen wir, denke ich, weniger mit, als man gerne möchte. Die Fahrten sind aber auch ganz spannend: Von Berlin nach Wien sind wir durch Tschechien gefahren und von Wien aus hierher dann durch die Alpen. Da beschränkt sich das Sightseeing leider auf den Blick aus dem Fenster.

Okay, lass uns übers Album quatschen. Erst mal Glückwunsch! Ich find die Scheibe echt super. Seid ihr selbst auch zufrieden damit?
Wir sind auch sehr zufrieden damit. Vom Demo an haben wir noch dafür geschrieben und hatten auch das Glück, mit dem Produzenten und dem Studio unserer Wahl zusammenzuarbeiten. Es blieb genügend Zeit, alles zu unserer Zufriedenheit einzuspielen.

Wie kam der Kontakt zu Ván Records zu Stande?
Das war eigentlich relativ simpel. Wir haben uns ganz klassisch mit unserem Demo dort beworben und einen Brief geschrieben, wer wir sind, welche Musik wir machen wollen und was unserer Ziele sind. Dann war der Kontakt hergestellt und der Stein kam ins Rollen.

Wie sind die bisherigen Reaktionen aufs Album ausgefallen?
Allgemein eigentlich recht positiv. Bisher haben natürlich nur die das Album gehört, die es vorab zur Verfügung hatten – also in erste Linie die Presseleute. Die sind aber fast alle begeistert.

Wie kam euer Bandname zustande? Mit ATTIC verbinde ich viele Gruselstories.
Ich bin mir gerade gar nicht so sicher, wer die Idee hatte. Die ersten Assoziationen sind, klar, Horrorfilme, gruselige Geschichten – auch viele King Diamond Songs spielen auf dem Dachboden. Es reiht sich in der Plattensammlung perfekt zwischen Attacker und Attika ein. Der Attic ist auch ein Ort, an dem man persönliche Sachen verstaut. Genauso wie wir unserer Ideen in die Band stecken und in ATTIC lagern.

Wer genau ruft auf „The Invocation“ Luzifer an und wie kam es zum Albumtitel?
Ganz einfach der Protagonist, der die ganze Geschichte singt. Desweiteren mochten wir einfach den Titelsong. Du kannst es auch so sehen, dass wir als Band nicht einfach was Dämonische beschwören, sondern das, was wir mit dem Album geschaffen haben. Im Endeffekt bleibt es aber jedem Hörer selbst überlassen.

Das Album erscheint am Freitag. Wär’s nicht besser erst nach Release zu touren?
Tja, leider haben uns The Devil’s Blood im Vorfeld nicht gefragt, wann unser Album rauskommt und die Tour danach ausgerichtet. Aber gerade in anderen Städten ist es eine gute Möglichkeit, sich uns das Album zu promoten. Auf der einen Seite ist es schade, dass viele Besucher die Songs nicht kennen – auf der anderen Seite können wir den Leuten die CD vorab verkaufen. Es hat sicherlich Vor- und Nachteile.

Meine Favoriten am Album sind „Join The Coven“ und der Titetrack. Was sind eure persönlichen Lieblingssongs?
Ach, bei uns wechselt das täglich. Bei uns hat jeder seinen persönlichen Lieblingssong. Man hört einen so oft, bis man die Schnauze voll. Danach hört man halt den Nächsten an. Aber im Grunde genommen liegen uns alle sehr am Herzen.

Wie läuft der Songwritingprozess ab. Macht das einer von euch allein oder hängen da alle mit drin?
Beides. Meistens ist es so, dass einer der Gitarristen die ersten Riffideen in den Raum wirft. Dann schaut unser Sänger, wie man die Parts verwenden kann, wo eine gute Strophe ist, wo man den Refrain platzieren kann. So bastelt man sich was Grobes zusammen, was dann später mit allen zusammen im Proberaum ausgearbeitet wird.

Du sagtest bereits, ihr konntet im Studio und mit eurem Wunsch-Produzenten aufnehmen?
Aufgenommen haben wir bei Mersus, dem Drummer von Deströyer 666 und Gospel Of The Horns. Der hat die letzte Ketzer aufgenommen, die aktuelle Gospel Of The Horns und das erste Erazor-Album. Wir kennen ihn schon lange, weil unser Drummer bei Erazor spielt und auch ich bis vor kurzem bei der Band dabei war. Daher wussten wir, wie die Zusammenarbeit mit ihm ist. Weiter kannte er Sven von Van Records, sodass auch die sich einig wurden. Es war schwierig in Deutschland ein Studio zu finden, das schon vorher so einen Gesang produziert hat. Deswegen haben wir darauf gesetzt, dass wir die Peron kennen und sie weiß, worauf es ankommt. Damit am Ende auch was dabei raus kommt, mit dem alle zufrieden sind.

Lass uns das Interview mit dem Metal1-Brainstorming beenden. Ich nenn dir je einen Begriff und du sagst, was dir als erstes dazu einfällt:
Celtic Frost – Ham‘ wir gerade eben noch im Bus gehört!
21. Dezember – Mein Geburtstag, mein Lieblings-Rush-Album, Weltuntergang
Schalke 04 – viel Verkehr, schlechte Parksituation
Helge Schneider – Texas, In die Stiefel scheißen (lacht)
Bayern – Hammer Of Doom, Bier

So, das wars. Danke für eure Zeit und viel Spaß und Erfolg auf der Tour!
Danke an euch. Vielen Dank an die Fans für’s Lesen und für’s ATTIC-Hören!

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