Interview mit Crt Batagelj von Tolminator Metal Fest

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Das TOLMINATOR METAL FEST in Slowenien geht in diesem Jahr in die zweite Runde. Mit Veranstalter Crt Batagelj diskutieren wir, was nach dem – trotz Unwetter – erfolgreichen Debüt in diesem Jahr noch besser werden kann, was die Absage der MetalDays für das TOLMINATOR bedeutet und welche Zukunft das Festival im Tolmin hat.

Das TOLMINATOR findet dieses Jahr zum zweiten Mal statt. Schauen wir zunächst auf die erste Ausgabe zurück: Warst du mit dem Verlauf zufrieden?
Ja, ich denke, wir haben unsere erste Ausgabe des TOLMINATOR-Festivals erfolgreich durchgeführt. Es haben einige tolle Bands gespielt und wir haben das TOLMINATOR-Maskottchen eingeführt. Natürlich waren wir, wie bei fast jeder ersten Ausgabe, weit davon entfernt, ausverkauft zu sein, aber ich denke, alle, die da waren, hatten eine tolle Zeit. Das zeigte sich schnell an der Zahl der direkt vor Ort verkauften Early-Bird-Tickets. Wir können auch sehen, wie sich die guten Berichte jetzt verbreiten, was in bereits jetzt guten Ticketverkäufen für die zweite Ausgabe resultiert.

Gab es etwas, das nicht perfekt gelaufen ist und das ihr dieses Jahr verbessern wollt?
Eine Sache war sicherlich das Wetter, an dem man aber nicht viel ändern kann. Aber wir hatten eine gute Kommunikation mit den Besuchern, um sie vor den Unwettern zu Beginn des Festivals zu warnen. Die anderen Tage waren aber in Ordnung. Obwohl Matej und ich mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Festival- und Clubshow-Produktion haben, hatten wir nie einen vollständigen Überblick darüber, was alles im Hintergrund passiert, aber wir haben bei der letzten Ausgabe viel gelernt. Jetzt wissen wir, in welchen Abteilungen mehr Arbeit nötig ist, sodass es dieses Jahr reibungsloser laufen sollte. Wir haben noch viele weitere Pläne für die Verbesserung verschiedener Teile des Festivals, aber wir werden dies Schritt für Schritt angehen. Erwartet dieses Jahr einige neue Dinge!

Was ist euer allgemeines Versprechen an Metalheads, die erwägen, das TOLMINATOR zu besuchen? Was macht euer Festival so besonders im Vergleich zu anderen?
Die Festival-Location wirbt für sich selbst. Jeder, der schon einmal in dieser Gegend war, weiß, dass es ein idealer Urlaubsort ist, für den man sonst viel Geld ausgeben müsste, um dort nur zu übernachten. Um die Location zu beschreiben – man stelle sich die Hauptbühne zwischen den Bäumen vor und die zweite Bühne an einem Strand, an dem zwei Flüsse zusammenstoßen, dahinter die Bergkulisse der Alpen. Kombiniert mit den Shows, anderen coolen Metal-Fans, verschiedenen Aktivitäten usw. sollte dies dein perfekter Urlaub sein.

Das TOLMINATOR hat eine Kapazität von 5.000 Besuchern. Mit wie vielen Besuchern rechnet ihr dieses Jahr? Wird es ausverkauft sein?
Ich persönlich glaube nicht, dass es ausverkauft sein wird, da es sich erst um die zweite Auflage handelt. Es kann aber trotzdem passieren. Im Moment sind etwa 60 % der Karten verkauft.

Ihr habt ja schon ein sehr buntes Programm. Wie im letzten Jahr lautet meine Frage: Auf welche Band freust du dich persönlich am meisten?
Danke schön! Diese Frage ist immer schwer zu beantworten, da es um meinen persönlichen Geschmack geht und darum, wie oft ich eine bestimmte Band live sehe. Letztes Jahr waren wir mehr auf Death Metal ausgerichtet, dieses Jahr hat wohl der Thrash Metal die Führung übernommen, denn wir haben mit Testament und Exodus zwei Headliner aus dem Genre, außerdem wird es toll sein, Tankard, Asphyx und Toxic Holocaust aus diesem Genre zu sehen. Ich hatte schon immer großen Respekt vor Behemoth, und Dark Tranquillity werde ich sehr genießen, da ich sie seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Ich kann es kaum erwarten, Electric Wizard, Primordial, Gaerea und Misery Index zu sehen. Oh, und natürlich meine Freunde von Gutalax und Milking The Goatmachine – beide Bands wissen, wie man eine Party schmeißt. Eigentlich, je länger ich darüber nachdenke, mag ich sie alle, denn sonst würde ich sie gar nicht erst buchen. Ich und Matej haben neulich darüber gesprochen, dass wir wirklich alles sehen wollen, aber natürlich werden wir ständig ins Büro gerufen. Das ist der Fluch, wenn man Festivalveranstalter und Fan ist.

Im Vergleich zu anderen Festivals arbeitet ihr extrem viel mit Social Media, postet viele Informationen, aber auch Memes und ähnliches. Wie wichtig ist das, oder warum denkst du, dass das die richtige Strategie für ein Metal-Festival ist?
Wie ich schon sagte, arbeiten wir seit mehr als 20 Jahren an Veranstaltungen, und wir haben diese Promotion-Routine bereits drauf – wie man mit einem kleinen Budget so viel Aufmerksamkeit wie möglich bekommt. Was die Infostände und die Kommunikation mit den Fans angeht, halte ich das für sehr wichtig, denn das würde ich mir als Besucher auch wünschen. Wir haben die meisten Fragen auf unserer Website im Bereich Festival-ABC beantwortet, aber selbst dort sind einige Punkte vielleicht nicht ganz verständlich, deshalb antworten Matej und ich persönlich allen, die Fragen haben. Mit den Memes ist es eine andere Geschichte. Als wir beschlossen haben, dass wir uns auf dieses Festival-Abenteuer einlassen, waren wir uns einig, dass wir es nicht ernsthaft und generisch aussehen lassen wollen. So entstand der TOLMINATOR, ein Antiheld, eine Karikatur, im Grunde ein Metalhead, der Party machen und sich amüsieren will. Das ist so ziemlich unsere ganze Philosophie.

Letztes Jahr gab es schwere Überschwemmungen in Slowenien zur Zeit eures und anderer Festivals. Welche Vorkehrungen habt ihr für dieses Jahr getroffen?
Ja, wir mussten den Headliner des ersten Tages, Dying Fetus, wegen des vielen Wassers auf der Bühne vorzeitig abbrechen, und es gab mehrere Unwetter an während der Früh-Anreise-Tage. Wir haben zwei Gebäude auf dem Festivalgelände, die als Komfort-Upgrade-Zone und für die After-Party gedacht sind. Als wir den Sturmalarm hatten, haben wir alle Fans über die sozialen Netzwerke schnell darauf hingewiesen, sich darauf vorzubereiten und in diese Gebäude umzuziehen, bis das Unwetter vorbei ist. Wir haben viele positive Rückmeldungen dazu erhalten, wie wir die Situation gemeistert haben. Bei Open-Air-Veranstaltungen ist immer mit Wetterproblemen zu rechnen, und man kann nicht viel dagegen tun, aber man kann auf verschiedene Szenarien vorbereitet sein. Wir haben diese Szenarien bereits geplant.

Ein anderes Festival – die MetalDays – wurde für 2024 abgesagt, und um ehrlich zu sein, ist es fraglich, ob es noch einmal stattfinden wird, nicht wahr? Ist es ein Vorteil für euch, jetzt das einzige Metal-Festival in der Gegend zu sein?
Ich werde nicht lügen und sagen, dass es nicht besser ist, das Einzige im Land zu sein. Aber ich denke, das ganze Konzept ist ganz anders. Wir haben diese Boutique-Idee des Festivals mit mehr Extreme-Metal-Bands, während man dort viele große Namen sehen kann. Es ist etwas ganz anderes, ein Festival für 5000 oder 15.000 Leute zu veranstalten.

Andererseits habe ich gelesen, dass auch das TOLMINATOR ein „Verfallsdatum“ hat: Ihr habt im März auf Facebook angekündigt, dass 2027 das letzte Jahr für das TOLMINATOR Metal Fest in Tolmin sein wird. Das gibt euch vorerst Planungssicherheit, ist aber gleichzeitig schade, weil man langfristig nichts aufbauen kann. Wie geht ihr damit um, und was sind eure Pläne für 2028?
Für jemanden, der die Hintergründe nicht kennt, hört sich diese Nachricht natürlich nicht gut an, aber sie ist tatsächlich positiv. Vor dieser Entscheidung wussten wir nie, wie lange wir auf dem Gelände bleiben können, sodass es jedes Jahr nach dem Ende der Festivalsaison etwas stressig war. Jetzt wissen wir wenigstens, dass wir noch ein paar Jahre ohne Sorgen haben. Das Ablaufdatum ist auch – bedingt durch die Kommunalwahlen – das Ende der Amtszeit des Bürgermeisters von Tolmin. Tatsächlich kann er uns deshalb keine längere Garantie geben als für seine Amtszeit als Bürgermeister. Ich glaube, wenn wir uns an die von der Gemeinde Tolmin geforderten Regeln halten und die Einheimischen zufrieden sind, kann diese Geschichte auch in Zukunft fortgeschrieben werden.

Ihr habt auch eine beträchtliche Erhöhung der Festspielsteuer – auch bekannt als Touristensteuer – bekannt gegeben, die ab diesem Jahr von 7.500 € auf stolze 40.000 € gestiegen ist. Was bedeutet das für euch beziehungsweise für das Festival?
Das ist im Moment das größte Problem, da wir diese neue Steuer in den Gesamtkosten des Festivals und den Ticketpreisen nicht eingeplant haben. Wir werden uns demnächst mit den beiden anderen Festivals treffen, um zu besprechen, was in dieser Hinsicht getan werden kann. Ich gehe davon aus, dass alle drei Festivals das Gleiche tun werden.

Generell wird alles teurer – wie sieht es mit der Preisentwicklung beim TOLMINATOR aus, vor allem bei den Speisen und Getränken auf dem Gelände?
Ja, die Preise sind in letzter Zeit wahnsinnig hoch. Die Produktionskosten der Festivals in Tolmin sind in den letzten zwei Jahren in die Höhe geschnellt. Ich glaube aber nicht, dass das Essen und die Getränke teurer werden als letztes Jahr. Wenn doch, dann wird der Unterschied nicht mehr als 50 Cent betragen. Aber im Moment ist das nicht geplant.

Für die zweite Bühne nehmt ihr nur Anmeldungen von kleineren Bands direkt vor Ort am Infopoint entgegen – Bands können sich also nicht digital bewerben. Warum ist das für euch wichtig?
Das liegt vor allem daran, dass wir der Metal-Fangemeinde, die regelmäßig nach Tolmin kommt, etwas zurückgeben wollen. So können die Fans, die das Festival besuchen, ihre Band den anderen Festivalbesuchern vorstellen. Wir haben festgestellt, dass auf diese Weise auch mehr Leute kommen, um die ersten Bands zu sehen, da sie daran interessiert sind, ihre Freunde spielen zu sehen. Die Metal-Community in Tolmin ist wirklich eine große, glückliche Familie von Metalheads.

Vielen Dank für deine Zeit und deine Antworten – die letzten Worte gehören dir!
Vielen Dank für die wirklich coolen und aktuellen Fragen zum TOLMINATOR Festival! Wenn ihr einen richtigen Metal-Urlaub braucht, ist TOLMINATOR der richtige Ort! Stay Metal!


Gewinne Tickets fürs Tolminator Metal Fest

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Dieses Interview wurde per E-Mail geführt.
Zur besseren Lesbarkeit wurden Smilies ersetzt.

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