CD-Review: Wormed - Krighsu

Besetzung

Phlegeton - Gesang
Migueloud - Gitarre
J. Oliver - Gitarre
Guillemoth - Bass
G-Calero - Schlagzeug

Tracklist

01. Pseudo-Horizon
02. Neomorph Mindkind
03. Agliptian Codex Cyborgization
04. The Singularitarianism
05. Eukaryotic Hex Swarm
06. Computronium Pulsar Nanarchy
07. A-Life Omega Point
08. 57889330816.1
09. Zeroth-Energy Graviton
10. Molecular Winds


Technical Death Metal mit Piq Squeals. Oder progressiver Grindcore mit überlangen Liedern. Beides sind Formulierungen, die auf das, was die Spanier von WORMED fabrizieren, zutreffen. Mit ihrer Melange verschiedener extremer Metal-Spielarten kreieren die fünf Herren aus Madrid etwas, was Genre-Grenzgänger hochgradig anlocken dürfte. Mit „Krighsu“ bringen WORMED ihr drittes Album auf den Markt, welches das Beste aus zwei Welten, aus dem Technical Death Metal sowie aus dem Grindcore, miteinander verbindet.

Mit der Länge ihrer Songs sind die Spanier weit über der üblichen Spanne der Grindcore-Platten, aber durchweg unter den Sphären, in denen Tech-Death-Bands ihre Songs einspielen. Mit ihrem aggressiven, zuweilen brutalen Spiel bewegen sich WORMED deutlich am Rande des komplexen Spiels, verzichten dabei aber auf mittlerweile modern gewordene jazzige Einlagen des Basses, zuletzt auf den aktuellen Platten von Job For A Cowboy, Obscura oder Rivers Of Nihil zu hören. Stattdessen bietet „Krighsu“ ein extrem technisches, sehr versiertes Riffing beider Gitarristen, deren tiefer gestimmte Sechssaiter von einem Motiv zum nächsten springen und dabei kaum auf Verschnaufpausen für ihre Finger aus sind. Gleiches gilt für das präzise Spiel des Drummers, der jegliche Rhythmuswechsel so leichtfertig begleitet, als sei das, was WORMED auf „Krighsu“ abliefern, das selbstverständliche 1×1 eines jeden Schlagzeugers.

Zu Anfang irritiert lediglich die selbstgewählte Zuschreibung Sci-Fi-Tech-Death-Metal etwas, aber nach dem ersten Durchlauf der Platte ergibt sich die Erläuterung, denn WORMED bedienen den Sci-Fi-Anteil nicht nur in ihren Texten und im Artwork, sondern auch stellenweise in Songs wie „Eukaryotic Hex Swarm“, „Molecular Winds“ oder in dem Interlude „57889330816.1“. In diesen erschaffen die Spanier Klangwelten, die an Mechanik, Kälte und Metall erinnern; besonders das weitläufige Outro von „Molecular Winds“ stellt einen gelungenen Abschluss von „Krighsu“ dar. Insgesamt jedoch macht die Sci-Fi-Sache musikalisch weniger aus als die Genre-Titulierung vermuten lässt, WORMED nutzen sie eher als zusätzliches Accessoire für ihr Spiel. Und dieses sollte von Fans von Virial, Aborted sowie Cattle Decapitation unbedingt angehört werden!

Bewertung: 7 / 10

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