CD-Review: Wormed - Metaportal (EP)

Besetzung

Phlegeton – Gesang
Migueloud – Gitarre
Guillemoth – Bass
V-Kazar – Schlagzeug

Tracklist

01. Remote Void
02. Cryptoubiquity
03. Bionic Relic
04. E-Xystem://CE


Nachdem WORMED zehn Jahre lang mehr oder weniger auf Eis gelegt waren, meldete sich die spanische Technical-Death-Metal-Band 2013 mit „Exodromos“ zurück. Drei Jahre später folgte das nicht unbedingt als Pflichtkauf gehandelte, aber doch recht solide „Krighsu“. Nun waren die nicht unwesentlich von typischerweise kurz angebundenen Grindcore-Strukturen geprägten Alben des Quartetts nie sonderlich ausschweifend. Dass die Truppe nach abermals drei Jahren jedoch bloß mit einer 17 Minuten langen EP zurückkehrt, mag manchen Fan ein wenig enttäuscht stimmen. Doch gut Ding will bekanntlich Weile haben und so bietet sich „Metaportal“ zumindest dazu an, die Zeit bis zum länger auf sich warten lassenden, dafür aber hoffentlich umso stärkeren nächsten Full-Length-Album zu überbrücken.

Grundsätzlich eröffnet sich einer Band mit einem solchen zwischengeschalteten Kurzalbum die verlockende Möglichkeit, sich neu zu positionieren, vielleicht auch etwas gänzlich Neues zu wagen und die Fans damit vorsichtig auf einen aufkommenden Stilwechsel vorzubereiten. Wer WORMED jedoch am liebsten an ihrem angestammten Platz zwischen vertracktem Sci-Fi-Tech-Death und brachialem Grindcore sieht, muss hier nicht bangen: Die vier neuen Songs zeigen die Band ganz in ihrem gewohnten Terrain. „Metaportal“ umfasst einmal mehr geradezu unmenschlich tiefe, gurgelnde Growls und Pig-Squeals, die man so wohl nur von einem Weltraumungeheuer aus H.P. Lovecrafts Horroruniversum erwarten würde, punktgenau gespielte und doch grobschlächtige Gitarrenriffs sowie rasantes und ebenso akkurates Schlagzeugspiel.

Spacig wird es nur gelegentlich, so etwa in Form der sphärischen Soundkulisse, die am Ende von „Cryptoubiquity“ aufgezogen wird, oder über die finsteren, schrägen Pianonoten, die „E-Xystem://CE“ einleiten. Verpackt ist das Ganze in eine topmoderne, klinische Produktion, die nur wenig Raum für atmosphärische Vertiefungen lässt, die Musik dafür aber in gestochen scharfer Klarheit präsentiert. Spieltechnisch geben sich WORMED perfektionistisch, die Band bringt jeden noch so komplexen Rhythmus und Break fehlerlos über die Bühne.

Weniger beeindruckend ist hingegen das Songwriting. Einprägsame Tonfolgen sind auf „Metaportal“ Mangelware, die Rhythmusspielereien wiederum doch nicht interessant genug, um die Melodiearmut auszugleichen, und den zum Teil etwas ungelenken Übergängen zwischen den einzelnen Passagen fehlt es an Eleganz. Das zum Schluss immer lauter und schließlich sogar regelrecht unangenehm dröhnende Klangchaos auf „E-Xystem://CE“ hätten WORMED sich zudem wirklich sparen können.

Wie man spielerisch komplexen Metal mit einer extraterrestrischen Atmosphäre umgibt, haben beispielsweise Khonsu auf ihren bisherigen beiden Alben bravourös vorgemacht. Futuristisches Sci-Fi-Feeling kommt bei WORMED auf „Metaportal“ demgegenüber leider nur durch das Artwork, die ohne Nachlese unmöglich zu verstehenden Texte und ein paar vereinzelte Sound-Einsprengsel auf. Ansonsten stellen die Spanier auf ihrer neuen EP zwar beachtliches technisches Geschick unter Beweis, lassen dabei jedoch das Gespür für eindrücklichen Songaufbau vermissen. Aus kühler Distanz betrachtet, ist WORMED hiermit zwar ein respektabler Release gelungen, besonders tief kann man in „Metaportal“ jedoch nicht eintauchen.

Keine Wertung

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