Das Cover von "Symbol Of Salvation Live" von Armored Saint

Review Armored Saint – Symbol Of Salvation Live

  • Label: Metal Blade
  • Veröffentlicht: 2021
  • Spielart: Heavy Metal

„Symbol Of Salvation“ gilt gemeinhin als beste Platte der US-Metaller ARMORED SAINT und war bei seiner Erstveröffentlichung 1991 auch als Schwanengesang für die Band aus Los Angeles anzusehen – nur ein Jahr später ging die Gruppe erstmals auseinander. Seit ihrer letzten Rückkehr im Jahr 2006 laufen die Dinge für Sänger John Bush und seine Mannschaft allerdings besser denn je und ARMORED SAINT scheinen endlich zurückgekehrt, um zu bleiben. Als hätten sie gewusst, dass pandemiebedingt bald nichts mehr gehen würde, zogen die Herren die Geburtstagsfeierlichkeiten für ihre bis heute legendärste Platte um drei Jahre vor und spielten das Album auf ihrer Tour 2018 im New Yorker „Gramercy Theatre“ in Gänze. Dieser Auftritt wird nun in Bild und Ton unter dem treffenden Titel „Symbol Of Salvation Live“ veröffentlicht.

Wie immer gilt die Setlist als eines der wichtigsten Kriterien für gelungene Live-Auftritte. Im Falle von „Symbol Of Salvation Live“ haben ARMORED SAINT alle Vorteile auf ihrer Seite, denn wie bereits erwähnt gilt die Platte als ihr bestes Werk. Obendrein ist sie auch eins ihrer längsten Alben – mit 13 Songs und einer knappen Stunde Spielzeit lässt sich mit dem Material auf „Symbol Of Salvation“ durchaus ein ganzes Live-Set bestreiten. Nun wird ein Headliner wie ARMORED SAINT auf seiner eigenen Tour kaum nur eine knappe Stunde Bühnenzeit beansprucht haben und tatsächlich: Wer die Setlist des mitgeschnittenen Abends recherchiert, erfährt, dass die Show mit „March Of The Saint“, „Long Before I Die“ und „Chemical Euphoria“ von den ersten drei Platten eingeleitet und abschließend eine vier Songs umfassende Zugabe gespielt wurde. Veröffentlicht wurden jedoch nur die Songs der gefeierten vierten Platte. Wenngleich die für sich genommen sehr viel Abwechslung bieten, ist es doch schade, dass das tatsächliche Konzert hier um satte sieben Songs gekürzt wurde.

Die erwähnte Kürzung des Auftritts merkt man jedoch dem visuellen Teil von „Symbol Of Salvation Live“ nicht an. Überhaupt haben ARMORED SAINT hier vieles richtig gemacht: Das „Gramercy Theatre“ ist mit einer Kapazität von 650 Leuten – die 2018 auch noch voll nutzbar war – ein vergleichsweise kleiner Club. Weil bei offenbar vollem Haus auch für die Kameras nur wenig Platz war, resultiert das in teilweise sehr „beengten“, weil nahen Kameraeinstellungen. Das kommt dem Gebotenen nur zugute, denn so wurde die Intimität dieser aufgeheizten Clubshow authentisch eingefangen. Auch die Performance der Band kann sich sehen lassen, denn diesen fünf Musikern – allen voran Sänger John Bush – glaubt man auch heute noch, dass sie einen Heidenspaß an dem haben, was sie tun. Letztlich sei noch erwähnt, dass „Symbol Of Salvation Live“ komplett in schwarz-weiß gezeigt wird. Das gibt dem Ganzen einerseits eine Art Kunstfilm-Charakter, ist für das Live-Gefühl aber nicht wirklich förderlich, zumal es eher zu einem Musikvideo passen würde.

Dass ARMORED SAINT sich entschlossen haben, „Symbol Of Salvation Live“ ohne die Songs abseits des namensgebenden Albums zu veröffentlichen, ist bedauerlich – immerhin enthalten sie ihren Fans so die volle Konzerterfahrung vor, die Besucher des „Gramercy Theatre“ am 13. Juli 2018 gemacht haben. Der Platte selbst haben sie mit dieser Veröffentlichung natürlich ein schönes Denkmal gesetzt, zumal die Songs hier in neuem Glanz erstrahlen und ihnen zudem die Energie einer Clubshow zugutekommt. Gerade in Zeiten von Proberaum- und Streamingshows ist es erfrischend, wenn eine Band noch einen echten Live-Mitschnitt aus dem Hut zaubern kann und „Symbol Of Salvation Live“ zeigt ARMORED SAINT obendrein in Bestform. Nächstes Mal bitte eine komplette Show, dann gibt es gar nichts mehr auszusetzen.

Du siehst gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicke auf die Schaltfläche unten. Bitte beachte, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Wertung: 7.5 / 10

Thomas Meyns

Publiziert am von

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert