CD-Review: Bone Man - III

  • Veröffentlichung: 2017
  • Label: Pink Tank
  • Spielart: Rock
Besetzung

Marian - Gesang, Gitarre
Arne - Bass, Gesang
Ötzi - Schlagzeug, Gesang

Gastmusiker:
Manos - Gitarre (Track 2 & 6)

Tracklist

01. Pollyanna
02. These Days Are Gone
03. Cold Echo
04. Years Of Sorrow
05. Wreck Under The Sea
06. Incognito
07. Zeitgeist
08. Amnesia


Was ist passender für eine Band namens BONE MAN als ein Artwork, das ein vermeintlich archäologisches Ausgrabungsfeld voller Knochen zeigt, die dann zufällig den Albumtitel „III“ darstellen? Nichts, dachte sich vermutlich auch das Kieler Trio und verpasst dem bisher vierten Studioalbum so einen etwas morbiden, aber doch gelungenen Ersteindruck.

Mit druckvollen Riffs eröffnen BONE MAN ihren musikalischen Reigen mit dem Titel „Pollyanna“, der aber schnell die melodiösen Gitarrenmelodien in den Vordergrund rückt. Der Gesang wirkt im Gegenteil zur Musik eher verhalten und wird auch durch massiven Hall nicht wirkungsvoller. Macht aber erst einmal nichts, da große Teile des Songs instrumental gehalten sind. Die Referenzen zum Grunge Rock verlieren sich auch in den weiteren Titel nicht, dennoch ist die dreiköpfige Band weitaus stärker, wenn sie psychedelische Klangstrukturen präsenter in ihren Sound verwebt. In diesem Kontext entstehen zwar längere Stücke, die dafür nicht nur das Gehör umschmeicheln, sondern auch Melodien erschaffen, die die Seele sanft umgarnen („These Days Are Gone“). Was jetzt so schwülstig klingt, ist es aber eigentlich nicht. Vielmehr leben die Musiker ihre Liebe zum Psychedelic Rock der 60er Jahre mit einigen Doom-Anleihen aus und bieten so einiges Gehaltvolles. So steigert sich auch Frontmann Marian fortlaufend in seiner Gesangsdarbietung, wenn sie auch nicht zum Überflieger mutiert, entwickelt diese sich doch zu einer soliden Leistung. Die Abwechslung kommt ebenfalls ausreichend zum Einsatz, sei es im düster-schleppenden „Cold Echo“, dem an Alternative Country angelehnten „Wreck Under The Sea“ oder dem knapp achtminütigen „Zeitgeist“. Letzteres verliert sich gegen Ende in verstörenden Momenten, die am ehesten Noise- oder Krautrock anzusiedeln sind. Dennoch schaffen es die Songs, sich nicht zu weit vom ursprünglichen Mix zu entfernen. Die Produktion schafft es ebenfalls einzelne Instrumente zu den richtigen Momenten in den Vorder- bzw. Hintergrund zu rücken und den Spannungsbogen damit aufrecht zu erhalten.

BONE MAN legen mit „III“ ein vorzeigbares Album zwischen Psychedelic Rock, Grunge und gelegentlichen Einschüben aus Doom Metal und Heavy Metal vor, dass nach einem schwachen Opener seine geballte Kraft bündelt. Vor allem die ausufernden Instrumental-Parts überzeugen in diesem Rahmen. BONE MAN sind eine interessante Formation aus dem Norden Deutschlands, mit der sich Freunde einer gepflegten Retro-Mixtur gerne beschäftigen dürfen.

Bewertung: 7.5 / 10

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