CD-Review: Cor Scorpii - Monument

Besetzung

Gaute Refsnes - Keyboard
Rune Sjøthun - Gitarre
Stian Bakketeig - Gitarre
Thomas S. Øvstedal - Gesang
Inge Jonny Lomheim - Bass
Ole "Vargon" Nordsve - Schlagzeug

Tracklist

01. Ei Fane Svart
02. Endesong
03. I, the Damned
04. Our Fate, Our Curse
05. Helvetesfossen
06. Oske og Innsikt
07. Kjettar
08. Bragder I Stein


Hier liegt es nun vor mir. Das langersehnte Album von COR SCORPII, einer der letzten Bands, die aus Windir hervorgingen. Im Gegensatz zu den Kollegen von Vreid blieb man schon 2005 dem Windir-Sound mehr oder weniger treu und überraschte die Szene mit einer wahnsinnigen Demo. Die Demo der Jungs aus Sognadal gibt es mittlerweile kostenlos auf ihrer Homepage, das Album dank einer starken Plattenfirma in jedem gut sortierten Plattenladen.

Obwohl Ex- Windir Keyboarder Gaute Refsnes und Gitarrist Stian Bakketeig für ihr Debut Album gänzlich unbekannte Musiker für ihr Projekt zusammentrommelten, spürt man den „Sogndal-Sound“ mehr denn bei jeder anderen Band dieser Region. Doch eine Band mit einer solchen Vergangenheit hat es auch nicht immer leicht. Viele neue und junge Bands sind an Vergleichen zu alten Bands der Mitglieder zu Grunde gegangen und als „billige Nachfolgeband“ in den tiefen des Nichts verschwunden.

Cor Scorpii wird dieses Schicksal wohl nicht ereilen. Denn sie sind keineswegs „nur“ eine Band die aus einer anderen entstand und eine Kopie selbiger ist. Ihre Musik wirkt deutlich düsterer und wirkt schwerer. Zwar lockern Klassik-Einflüsse das Geknüppel hin und wieder auf, aber etwas faszinierendes, bedrückendes bleibt die kompletten 45 Minuten im Raum stehen.So verzaubert „Monument“ auch den Hörer mit schweren langsamen Parts, die von haarsträubenden Highspeed-Parts abgelöst werden. Diese Kombination ergibt wunderschöne Melodien, die einen gebannt vor die Anlage fesseln und nichtmehr loslassen.Positiv fällt auch direkt auf, dass man sich für ein echtes Schlagzeug entschieden hat, was dem ganzen Album noch einmal einiges an Wucht gibt. Gesanglich klingt Thomas sehr eigenständig und bringt mit seiner rauen Stimme die Texte, welche wieder in Norwegisch und Englisch gehalten sind, eindrucksvoll rüber.Dass man mit Descent Productions scheinbar die richtige Wahl getroffen hat, zeigt sich bei der Produktion. Alben dieser Qualität sind im Black Metal Sektor mehr als rar.
All dies führt dazu, dass sich während dieser dreiviertel Stunde eine solche Atmosphäre aufbaut, dass man sich schon an den Fjorden stehen und auf düstere, nordische Täler hinunter blicken sieht. Diese Phrase wird bei vielen Alben benutzt, aber nur selten trifft sie wirklich so sehr zu. Gänsehaut an manchen Stellen garantiert! COR SCORPII haben hier ein wirkliches Monument erschaffen.Alle Schwächen die das „Atterganger“ Demo noch hatte, scheinen beseitigt zu sein und machen dieses Album zu einem wirklichen Denkmal. Ein Highlight auszumachen, ist nahezu ein Ding der unmöglichkeit, da hier jeder Song im einzelnen perfekt klingt.

Ob COR SCORPII letzten Endes die Erwartungen erfüllen oder nicht, muss zwar jeder für sich selbst entscheiden, aber meiner Meinung nach haben sie es geschafft. Sie tragen den Geist Valfars weiter, ohne sich auf dessen Ruhm auszuruhen und ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren.Dieses Album ist für Windir-Fans absolute Pflicht, ebenso für all diejenigen, die das Demo mochten oder einfach wieder Geld eine CD investieren wollen, welche die nächsten Monate nicht mehr aus dem Musikanlage verschwindet. Einen halben Punkt Abzug allein dafür, dass so ein Meisterwerk nicht nach knappen 45 Minuten zu Ende sein darf!

Bewertung: 9.5 / 10

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