CD-Review: Cryptic Forest - Dawn Of The Eclipse (Demo)

Besetzung

Manuel Blom – Gesang
Simon Schillinger – Gitarre
Peter Hamm – Gitarre
Cornelius "Wombo" Heck – SchlagzeugSebastian "AlleyJazz" Scherrer – Keyboard

Tracklist

01. Tale Of Frozen Tears
02. Deceit Of The Sun


In Zeiten, in denen sich jeder für nicht all zu viel Geld ein eigenes Heim-Studio zusammenbasteln kann, mit dem dann sogar in halbwegs akzeptablem Sound recordet werden kann, scheint die Hemmschwelle, nicht nur passiv Musik zu hören, sondern auch selbst welche machen, und vor allem diese veröffentlichen zu wollen, drastisch gesunken zu sein. Umso mehr freut man sich, handelt es sich bei einer eigenproduzierten Demo mal nicht um ein halbgares Werk einer minder begabten Gruppe übermotivierter Jugendlicher.

Die „Dawn Of The Eclipse“-Demo der Baden-Württemberger Melodic Black Metaller CRYPTIC FOREST ist einer dieser Lichtblicke: Denn auch, wenn der Name es zumindest nicht gleich vermuten lässt, sind CRYPTIC FOREST anders als die meisten Demo-Bands: Sie haben Talent.
Zwei Songs mit jeweils um die zehn Minuten Länge finden sich auf der Demo, und beide wissen zu gefallen. Stilistisch orientiert sich die Band dabei offensichtlich vor allem an schwedischem Melodic Black Metal, dessen typische Single-Note-Shredding-Melodien auch hier zentrales Element der Musik darstellen. Ergänzt wird das Ganze durch gekonnt eingesetztes Piano, welches zwar hart an der Grenze zum Kitsch, jedoch nicht darüber hinaus schießt, wie das leider nur all zu oft der Fall ist. So jedoch erinnert „Dawn Of The Eclipse“ auf sympathische Weise an Naglfar zu „Vittra“-Zeiten… schön!
Soundtechnisch kann der Schwedenklassiker in diesem Vergleich nichteinmal mehr ganz mithalten, haben CRYPTIC FOREST es doch recht gelungen geschafft, einen natürlichen Klang zu kreieren, in dem dennoch alle Instrumente ihren Platz finden.
Das Faszinierendste jedoch ist hier erfreulicherweise das Songwriting: Denn auch, wenn die Songs sich nicht besonders entwickeln oder steigern, bleiben diese doch über ihre gesamte Länge unterhaltsam – eine Anforderung, der so manch vergleichbar langer Song einer etablierteren Kapelle nicht gerecht wird. Mal erfrischt man den Hörer mit einem schönen Keyboard-Interlude, dann wieder sorgt eine eingängige Melodie für Entzücken… Abwechslung und damit Kurzweile ist hier garantiert.

Wenn man sich das Niveau einer solchen eigenproduzierten Demo anschaut, ist es fast schon unverschämt, was einem das ein oder andere Label mit schöner Regelmäßigkeit so vorsetzt – am Mangel an talentierten Bands kann es ja offensichtlich nicht liegen. In diesem Sinne kann ich CRYPTIC FOREST nur jedem, der an Underground und Nachwuchsbands interessiert ist, und melodischen Black Metal mag, ans Herz legen, sowie den Jungs viel Erfolg für die Zukunft wünschen. Leicht ist es heutzutage gewiss nicht, sich durchzusetzen, aber das Potential wäre allemal vorhanden. Daumen hoch!

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