CD-Review: Dodecahedron - Dodecahedron

Besetzung

M. Eikenaar – Gesang
M. Nienhuis – Gitarre
J. Bonis – Gitarre
Y. Terwisscha van Scheltinga – Bass
J. Barendregt – Schlagzeug

Tracklist

01. Allfather
02. I, Chronocrator
03. Vanitas
04. Descending Jacob's Ladder
05. View From Hverfell I: Head Above The Heavens
06. View From Hverfell II: Inside Omnipotent Chaos
07. View From Hverfell III: A Traveller Of The Seed Of The Earth


Als Avantgarde betitelte Releases sollten immer mit Vorsicht beäugt werden. Nicht einmal, weil sie für den Ottonormalverbraucher unbedingt zu schwierig zu konsumieren wären oder allgemein einer höheren musikalischen Vision folgten, die man erst ergründen müsste, aber doch, weil die Bezeichnung immer noch den Beigeschmack hat, dass sich eine Band von vorneherein, möglicherweise unverdient, Qualität und Anspruch auf die Banner schreibt.

DODECAHEDRON aus den Niederlanden sind zum Glück keiner dieser Fälle, bei dem man sich beim Hören erst darüber ärgern muss, auf Etikettenschwindel hereingefallen zu sein, um die Platte dann enttäuscht auf Nimmerwiedersehen aus der Anlage verschwinden zu lassen. Doch Avantgarde im Sinne des Betretens musikalischen Neulands ist „Dodecahedron“ eben auch keineswegs. Hat man nach ein oder zwei Durchläufen den richtigen Zugang gefunden, klingt das selbstbetitelte Debüt-Album wie eine (immerhin ziemlich gelungene) Mischung aus Bands der Marke Enslaved und Secrets of the Moon. Gerade ein Album wie „Antithesis“ liegt musikalisch nicht fern, wenn die ersten Minuten von „Allfather“ ertönen. Später wird das Soundgewand durch verschrobenes, dissonantes, aber atmosphärisch doch stimmiges Gitarrenchaos ergänzt, ab und zu scheint gerade zu solchen Gelegenheiten auch die Stimmung durch, die Mayhem auf „Ordo Ad Chao“ erzeugten. Anschluss an die Norweger sucht man auch im Verzicht auf schlüssige Songkonstrukte, welche für die aktuellen Alben der zuvor genannten Bands ein nicht unwesentliches Merkmal darstellen. Ob das nun Vor- oder Nachteil ist, muss beim Hören sicherlich jeder für sich selbst entscheiden, fest steht aber, dass DODECAHEDRON ein konsistentes Album vorlegen, welches eine homogene Balance zwischen detailliert ausgestalteten Instrumentalpassagen, schwarzmetallischer Raserei und finsteren, chaotischen Soundcollagen findet. Die Produktion fällt hier eher traditionell als betont druckvoll aus, wodurch die Scheibe vielleicht nicht ganz so zeitgemäß wie etwa, um das Album nochmals zu erwähnen, „Antithesis“ herüberkommt.

Überhaupt muss man sich in diesem schlecht definierten Wirrwarr aus experimentellen, progressiven und klassischen Black Metal-Elementen den Vergleich mit Szenegrößen gefallen lassen. Hier müssen die Niederländer insofern zurückstecken, als das Album als Ganzes zwar durchaus Wirkung entfaltet, die Songs aus dem Kontext genommen jedoch relativ wenig Aussage haben. Dennoch, wer den anspruchsvollen Trip in den abwechslungsreichen, anspruchsvollen, aber nicht avantgardistischen Kosmos DODECAHEDRONs wagen will, wird sicherlich nicht enttäuscht werden. Ein professionell gemachtes Album der Spielart stellt „Dodecahedron“ allemal dar.

Bewertung: 7.5 / 10

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