CD-Review: Dodecahedron - Kwintessens

Besetzung

M. Eikenaar – Gesang
M. Nienhuis – Gitarre
J. Bonis – Gitarre, Electronica
Y. Terwisscha van Scheltinga – Bass
J. Barendregt – Schlagzeug

Tracklist

01. Prelude
02. Tetrahedon – The Culling Of The Unwanted From The Earth
03. Hexadedron – Tilling The Human Soil
04. Interlude
05. Octahedron – Harbinger
06. Dodecahedron – An Ill-Defined Air Of Otherness
07. Finale
08. Icosahedron – The Death Of Your Body


Für ihr zweites Album „Kwintessens“ haben sich die niederländischen Black-Metaller DODECAHEDRON einer wahren Herkulesaufgabe gestellt. Fünf Jahre nach seinem Debüt eifert das Quintett nämlich Deathspell Omega und insbesondere Mayhems berühmt-berüchtigtem Monsteralbum „Ordo Ad Chao“ nach. Das heißt im Klartext: pechschwarzer, rücksichtslos brachialer und gezielt dissonanter Black Metal. Ob die Niederländer mit ihrem Zweitwerk ebenso große Wellen schlagen werden wie ihre Vorbilder, bleibt abzuwarten, das Ergebnis ist jedenfalls durchaus gelungen und sollte gerade für die Fans der genannten Genregrößen von Interesse sein.

Dass sich DODECAHEDRON mit ihrer Musik einen Vertrag mit Season Of Mist, das bereits einige außergewöhnliche Black-Metal-Bands ihr Zuhause nennen, erspielen konnten, verwundert angesichts ihres zweiten Longplayers kein bisschen. Nach dem auf düstere Weise sphärischen, schließlich aber auch mit hintergründigen Distortion-Gitarren und rasantem Marsch-Drumming aufwartenden „Prelude“ entfesseln DODECAHEDRON nämlich ein 40 Minuten lang loderndes Inferno, dessen kalkuliertem Chaos nur wenige Bands Konkurrenz zu machen in der Lage sind.
„Tertrahedon – The Culling Of The Unwanted From The Earth“ reißt den Hörer von der ersten Sekunde an ohne Rücksicht in einen immer tiefer werdenden Abgrund aus bösartigen, geradezu manischen und nicht selten mehrstimmigen Screams, teuflischen Tremolo-Riffs, monströsen Gitarrenwällen und aberwitzig technischen, brutalen Schlagzeugexzessen. Dass das stilistische Repertoire von DODECAHEDRON selbst in dieser wahnsinnigen Raserei durchaus facettenreich ist, beweist spätestens das darauffolgende „Hexadedron – Tilling The Human Soil“ mit seinen ruhigeren, aber dennoch nicht minder unheimlichen Gitarrenklängen.
Letztlich sind selbst die weniger wuchtigen Ambient- und Noise-Elemente lediglich ein weiterer Ausdruck der undurchdringlichen Finsternis, die in den Kompositionen der Niederländer steckt. So warten die transzendentalen, hellen Keyboard-Flächen in „Dodecahedron – An Ill-Defined Air Of Otherness“ nur darauf, von irrem, verzweifeltem Screaming und erbarmungslos aggressiver Instrumentalisierung verschlungen zu werden. Selbst für schwarzmetallische Verhältnisse ist „Kwintessens“ also ein ziemlich schwer zugängliches Stück Musik. Die Tatsache, dass die gelegentlich zwischen den Extremen liegenden, weder allzu wütenden noch wirklich sphärischen Passagen im Vergleich ein wenig abfallen, hindert die Platte schlussendlich daran, als Meisterwerk durchzugehen.

Trotz dieser weniger überwältigenden Abschnitte ist der Zweitling von DODECAHEDRON insgesamt ein starkes Album, das vor allem Fans von modernem, mechanisch brutalem Black Metal mit Noise-Einschüben ansprechen sollte. Die raue, aber dennoch zeitgemäße Produktion entspricht genau dem gewissermaßen gewollt seelenlosen Charakter der Musik und das kontrollierte Chaos lässt ungeachtet der Dissonanzen oft genug Raum für einprägsame Melodien – wenn auch in bizarrer Weise verdrehte.

Bewertung: 7 / 10

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