CD-Review: Emerald - Hymns To Steel

Besetzung

Jvo Julmy - Gesang
Michael Vaucher - Gitarre
Adriano Troiano - Bass
Thomas Vaucher - Keyboard
Andy Bächler - Schlagzeug

Tracklist

01. Preparing For Battle
02. Hymn To Steel
03. Revenge
04. Empire Of Lies
05. My Way
06. Blind Mass
07. Will You Ever Return
08. Bastardo
09. We Shall Rise
10. Azrael (Crimson Glory Cover)
11. Bard Of The King
12. After The Battle


10 Jahre Underground, 10 Jahre Geheimtipp, 10 Jahre eigenwilliger Power Metal aus dem Land von Käse und Schokolade. Die Rede ist von EMERALD, die dieser Tage ihr viertes Album „Hymns To Steel“ auf dem relativ neuen Label Pure Steel Records herausbringen. Ein Schelm, wer bei all dem „Steel“ schon ein breites Grinsen im Gesicht hat, denn EMERALD agieren mitnichten so true wie es auf den ersten Blick – auch auf das kauzige Bandphoto – erscheint. Auch nicht so true wie der namensgebende Eröffnungstrack klingt, der sich in keiner Sekunde hinter Manowar verstecken braucht. Hier wird zwar kurzzeitig eine volle Breitseite Pathos – inklusive des obligatorischen Sprechteils in der Mitte (… Metal – we dedicate our live to steel … *räusper* nun gut…) – abgefeuert, danach aber versucht man auch alle möglichen anderen Spielarten des klassischen Metal unterzubringen, was sehr gut gelingt. Im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen fällt auf, dass sowohl die Produktion als auch das Artwork (wollte man hier etwa vom Viking-Boom profitieren?) deutlich professioneller ausfällt! Was ebenfalls sofort ins Ohr springt, ist die doch eher eigenwillige Stimme von Jvo Julmy, die schon immer das Markenzeichen der Eidgenossen war, ebenso wie die Tatsache, dass öfters als bisher auch mal das Gaspedal durchgedrückt wird, was das Album natürlich noch interessanter macht. Neben dem wie erwähnt sehr truen „Hymn To Steel“ ist vor allem noch ein starker Hard Rock/ Heavy Metal Einschlag – kein Wunder bei ihrer Herkunft – zu spüren, der beispielsweise in „Revenge“ oder dem ruhigeren „Empire Of Lies“ zum tragen kommt.

Abwechslungsreichtum wird bei EMERALD groß geschrieben, seien es kleine Shoutparts, die eingestreut werden, ruhigere Passagen, Rhythmus- und Tempowechsel oder einfach nur Sprecheinlagen, ständig wird variiert ohne sich in zu komplexen Strukturen zu verlieren. Eine Mischung, die wirklich Spaß macht! Natürlich muss man schon einen gewissen Zugang zum Underground mitbringen, um mit den Jungs warm zu werden, zu unkonventionell ist bloß schon der Gesang von Jvo. Dennoch, wer authentische Musik jenseits von glattgebügelt Massenproduktionen sucht, wird hier fündig, weshalb ein Vergleich mit den Paderbornern von Torian am ehesten geeignet ist. Hier wird in der gleichen Liga gespielt und wer die Norddeutschen im Regal stehen hat, der sollte sich schleunigst die Schweizer daneben stellen!

Natürlich ist, wie bei Undergroundbands üblich, auch hier nicht alles Gold (oder besser gesagt diamanten) was glänzt: Der Produktion fehlt ein bisschen der Druck, um die kompositorisch gelungenen Hymnen auch entsprechend umzusetzen, zudem bewegt sich Sänger Jvo nach wie vor gelegentlich im Grenzbereich zum guten Geschmack und strapaziert das Wohlwollen des Hörers beispielsweise gegen Ende von „Blind Mass“ oder bei der nachfolgenden Ballade „Will You Ever Return“. Außerdem befindet sich mit „We Shall Rise“ auch noch ein klarer Ausfall auf der Scheibe, der bei 12 Stücken nicht zu stark ins Gewicht fallen sollte, aber eben wegen der ausreichenden Trackzahl vermeidbar gewesen wäre. Ebenfalls erwähnenswert ist noch die Coverversion (auf der LP-Version gibt’s übrigens noch eine Zweite) von „Azrael“ von Crimson Glory. Die Umsetzung des 80er Sounds passt wunderbar in das restliche Klangbild und verdeutlicht nochmals den sympathischen Status, den EMERALD anstreben und den sie schon durch Mitwirkung an Cirith Ungol oder Manilla Road Tribute Samplern angedeutet haben: Forever Underground!

Bewertung: 7.5 / 10

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