CD-Review: Goatpsalm - Downstream

Besetzung

Vaarwel – Gesang, Gitarre, Zusatzinstrumentierung
Sadist – Akustik-Gitarre, Gesang
H. – Bass, Keyboard, Synthesizer, Gesang, Zusatzinstrumentierung
Kim – Schlagzeug

Tracklist

01. Grey Rocks
02. Flowers Of The Underworld
03. White Sea
04. Orphan
05. Of Bone And Sinew
06. The Waylayer (A Great Spring Hunger)
07. Downstream


(Ambient / Doom / Folk) Der Drang, sich musikalisch auszudrücken, kann mitunter sehr vielseitig ausfallen – so ist es wenig verwunderlich, dass diverse Musiker Nebenprojekte gründen, die gänzlich anders klingen als ihre angestammte Band. GOATPSALM ist ein solches Projekt: Hier lassen zwei Mitglieder der schwedischen Black-Deather Sickrites ihrem Faible für düsteren Ambient-Doom freien Lauf.

Nicht nur das Artwork des neuen, dritten Albums „Downstream“, fällt naturverbunden aus – bereits die ersten Klänge des Albums versetzen den Hörer mittels stimmungsvoller Waldgeräusche mitten in die unberührte Natur, die sich auch im weiteren Verlauf von „Downstream“ immer wieder des Albums bemächtigt.

Dazwischen sorgen GOATPSALM mit atmosphärischen Sounds, Cleangitarren-Melodien, doomigen Riffs und einer ausgewogenen Mischung aus andächtigem Geflüster und tiefen Growls für Stimmung. Dass die Atmopshäre des Album spätestens zu Beginn des zweiten Songs „Flowers Of The Underworld“ an Negurâ Bunget denken lässt, ist als großes Kompliment zu verstehen. Denn tatsächlich hat es lange keine Band geschafft, ein Album aufzunehmen, dessen Atmosphäre mit der von Meisterwerken wie „Măiestrit“ oder gar „Om“ vergleichbar wäre.

Dennoch klingen GOATPSALM anders und eigen, was nicht zuletzt ihrer großen stilistischen Vielfalt zu verdanken ist: Kraftvoller Doom Metal („Flowers Of The Underworld“) findet im Sound der Band ebenso seinen Platz wie Synthesizer-basierte Ambient-Klänge („Orphan“) und ein Hauch düsteren Folks. Letzterer manifestiert sich weniger stilistisch als vielmehr in der Erweiterung der Standardinstrumentierung um Elemente wie Flöte, Maultrommel oder Sanshin – eine weitere Parallele zu den den transylvanischen Großmeistern des Genres.

Dass der Gitarrensound bisweilen etwas artifiziell klingt: Geschenkt. Viel wichtiger ist im Kontext dieses Albums, dass die „Begleitgeräusche“ zu keiner Zeit billig oder künstlich klingen – gibt es bekanntermaßen wenig mit so großem Kitschpotential wie der Musik beigemischte Geräusche aus Flora und Fauna.

Mit einer Gesamtspielzeit von 58:36 Minuten legen GOATPSALM ein umfangreiches Opus vor – doch nicht die Länge an sich beeindruckt, sondern wie kurzweilig das Werk dabei ausfällt: Untermalt von der entsprechenden Geräuschkulisse entfalten die monotonen, repetitiven Passagen einen nahezu meditativen Charakter, während die Doom-Metal-Parts und die Folk-Elemente spannende Akzente setzen. Wenn die kompositorische Eleganz von Negurâ Bunget auch (noch) unerreicht bleibt, agieren GOATPSALM mit „Downstream“ dennoch bereits auf höchtem Niveau.

Bewertung: 8.5 / 10

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