CD-Review: Godsmack - The Oracle

Besetzung

Sully Erna - Gesang
Tony Rombola - Gitarre
Robbie Merrill - Bass
Shannon Larkin - Schlagzeug

Tracklist

01. Cryin' Like a Bitch
02. Saints and Sinners
03. War and Peace
04. Love-Hate-Sex-Pain
05. What If
06. Devil's Swing
07. Good Day to Die
08. Forever Shamed
09. Shadow of a Soul
10. The Oracle


„The Oracle“ von GODSMACK erhält reichlich Vorschusslorbeeren – zumindest in Amerika, wo die Singleauskopplung „Cryin‘ Like A Bitch“ zu einem Air-Play-Hit avanciert und in den Top-Ten gelandet ist. Irgendwie ist „The Oracle“ allerdings auch ein Album, das ziemlich auf den amerikanischen Markt zurechtgeschustert ist. Man kann nicht gerade davon sprechen, dass GODSMACK vor eigenen Ideen sprühen. Viel mehr verlassen sie sich auf altbekannte Trademarks, die im Land der unbegrenzten Möglichkeiten wesentlich erfolgreicher sind, als in Europa. GODSMACK fassen Elemente von moderneren Metallica auf und verbinden sie mit Alternative Rock der Marke Nickelback oder Alice In Chains.

Vielleicht funktioniert es ja tatsächlich, mit den Markenzeichen anderer Truppen Erfolg zu haben, bzw. in derem Fahrtwind auch was vom großen Kuchen Musikgeschäft abzubekommen. Ich kann allerdings auf dem inzwischen fünften Studioalbum von GODSMACK keine wirklichen Hits oder große Momente entdecken. Das Konstrukt der Songs ist mir oft zu ähnlich, die Hooklines setzen sich zu selten in den Gehörgängen fest und durch leicht dahinplättschernde Melodien gehen Höhepunkte zuweilen unter.
Manchmal gelingt es GODSMACK, Atmosphäre zu initiieren, wie bei „What If“, und auch „Love-Hate-Sex-Pain“ hat gelungene Augenblicke. Das Soli von „Shadow Of A Soul“ ist sogar richtig gelungen. Doch zu oft macht sich bei mir dieses schon-mal-gehört-Gefühl breit. Der Großteil des Albums grooved ohne längeranhaltende Eindrücke an meinem Ohr vorbei.
Dabei haben die Bostoner durchaus brauchbare Arrangements und einigermaßen vielseitiges Riffing zu bieten. Die oben beschriebenen Schwachpunkte lassen sich damit aber nicht völlig kitten. Und was mir besonders sauer aufstößt ist der Gesang von Sully Erna, der so sehr von Chad Kroeger und James Hetfield beeinflusst ist, dass er mitunter wie eine perfekte Mixtur aus Beiden klingt. Natürlich ist das eine ausdrucksstarke Stimme, doch dafür hat sie kaum eine eigene Identität. Dass mir persönlich das variantenreiche Instrumental „The Oracle“ am Besten gefällt, ist somit auch nicht verwunderlich.

Es werden sich sicherlich Hörer finden, die genau diese Musik-Mischung mögen, weil ihnen auch die zugrunde liegenden Einflüsse gefallen. Dennoch glaube ich, dass „The Oracle“ auf dem amerikanischen Markt wesentlich größere Erfolge verzeichnen wird. Ich kann dem Album – abgesehen von der Energie der Musik und manchen Arrangements – wenig abgewinnen. Möglicherweise bin ich auch der falsche Empfänger für dieses Werk, doch bei mir erreicht es nur eine Mittelfeld-Wertung.

Bewertung: 6 / 10

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