CD-Review: Hailstone - Epitome

Besetzung

Daniel - Gesang, Gitarre
Bastian - Gitarre
Hans - Bass
Jakob - Schlagzeug

Tracklist

01. Call To Repentance
02. Paragon
03. Celestial Wrath
04. The Operation
05. Desolation Paradise
06. The Shore
07. Bulletstorm
08. Insidious Depravity
09. Paved In Blood
10. Epitome Of Failure
11. In Death Engraved


Vier Jahre sind vergangen, seit die Müncher HAILSTONE mit ihrem Debüt-Album „The Greater Counterfeit“ Aufsehen erregt haben. Vier Jahre, in denen die mittlerweile zum Quartett geschrumpfte Band offenbar mit einigen Besetzungswechseln zu kämpfen hatte, zwei Gitarristen sowie zwei Drummer verheizte und nun aber über das Label Bret Hard ihre zweite Full-Length „Epitome“ vorlegen kann.

Stilistisch gehen die Bayern den Weg, den sie auf ihrer ersten Platte eingeschlagen haben, konsequent weiter und spielen knallharten schwedischen Todesstahl der frühen Stunde mit leicht melodischem Touch. Dass zu ihren Vorbildern Veteranen wie Entombed, Dismember und Hypocrisy zählen, hört man dabei deutlich stärker heraus als den Einfluss der Göteborger Schule. Der brachiale Quasi-Opener „Paragon“ (bei „Call To Repentance“ handelt es sich um ein Intro) ist dementsprechend eine unmissverständliche Ansage, wohin die Reise in der Dreiviertelstunde geht.

Erst bei „The Shore“ – passenderweise in Albummitte platziert – gönnen HAILSTONE mit etwas getragenerem Tempo und melodischem Solo dem Hörer ansatzweise eine Atempause, ohne dabei jedoch auf Doublebass-Teppiche zu verzichten. Als müssten sie dafür entschädigen, steigen sie hingegen mit dem darauffolgenden fiesen Brecher „Bulletstorm“, der seinem Namen alle Ehre macht, wieder voll ein. Getoppt wird dieser noch von der anschließenden Raserei namens „Insidious Depravity“ und auch im nächsten Track „Paved In Blood“ stellt das Bass-Intro lediglich die Ruhe vor dem Sturm dar. Das Sahnehäubchen von „Epitome“ haben sich die Jungs mit dem mehr als gelungenen „In Death Engraved“, das Melodie und Härte, erhabene und wütende Passagen gekonnt vereint, allerdings bis zum Schluss aufgespart. Nach dem Fade-out greift der Song das Thema vom Intro wieder auf und spannt so den Bogen zum Albumbeginn – eine runde Sache also.

Über die elf Tracks hinweg zeigen sich HAILSTONE wie schon auf ihrem Debüt abwechslungsreich und imstande, mitreißenden Death Metal schwedischer Prägung zu liefern. Vom genretypischen Einmaleins wie Tremolo-Picking, Blastbeats und Doublebass-Walzen abgesehen nimmt der Vierer auch mal zugunsten eines hymnischen Refrains, eines heimsuchenden Riffs oder eines melodischen Parts den Fuß vom Gas und vermeidet so monotones Geballer, ohne auf thrashige Uptempo-Beats zu verzichten. Dadurch lässt sich recht leicht darüber hinwegsehen, dass man den einen oder anderen Riff schon mal woanders gehört hat und manche Abschnitte etwas zu sehr nach Melodeath-Baukasten anmuten. Da sich dies als die einzigen Schwächen der Platte herauskristallisiert, kann man HAILSTONE auch bezüglich „Epitome“ bescheinigen, dass sie für Fans von Death Metal auf hohem Niveau aus heimischen Gefilden die richtige Adresse sind.

Bewertung: 8 / 10

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