CD-Review: Havukruunu - Kelle Surut Soi

Besetzung

Stefan - Gesang, Gitarre, Bass
Noitavalo - Schlagzeug, Percussion

Tracklist

01. Jo Näkyvi Pohjan Portit
02. Vainovalkeat
03. Noidanhauta
04. Vainajain Valot
05. Vaeltaja
06. Myrskynkutsuja
07. Verikuu
08. Kelle Surut Soi


Unter dem Titel „Kelle Surut Soi“, was übersetzt Sturmrufer bedeutet, veröffentlicht das finnische Duo HAVUKRUUNU das zweite Studioalbum. Es soll kraftvoll sein und bedient sich musikalisch am Black Metal mit Pagan-Einflüssen. So wird es im Promoschreiben vollmundig als neues Meisterwerk angepriesen. Diese Aussage steht nun auf dem Prüfstand.

Die acht neuen Songs pendeln sich zwischen fünf und acht Minuten Spielzeit sein, was durchaus als ordentlich bezeichnet werden kann. So kommt der Longplayer auf knappe 51 Minuten Gesamtlänge. Der Opener „Jo Näkyvi Pohjan Portit“ besticht anfangs mit akustischen Neofolk-Gitarren, die auch im Verlauf des Songs wiederholt aufblitzen. Der schwarzmetallische Anteil ist relativ rau und erdig gehalten, was auch für den Gesang zutrifft. Interessant wird die Musik vor allem durch das Verschmelzen diverser Stilrichtungen, so tauchen neben symphonischen Chören auch Gitarrensoli auf, die sich am Heavy Metal orientieren. Neben brachialen schnellen Nummern stehen aber auch langsamere Midtempo-Stücke, die so auch einen Hauch Doom-Metal-Charakter versprühen („Vainovalkeat“). Insgesamt scheint das musikalische Zweiergespann sehr darauf bedacht verschiedene Tempi und Grundstimmungen zu variieren, um den Hörer in ihrem Bann zu halten. Das gelingt ihnen über weite Strecken sehr gut, vor allem weil sie Gesangsparts und instrumentale Teile ineinander verweben. Natürlich gibt es im Fall eines Underground-Releases auch meistens Kritikpunkte, vor denen auch HAVUKRUUNU nicht verschont bleiben. Stellenweise scheint das Schlagzeugspiel sehr holprig und die keifenden Screams sind nicht immer vorteilhaft produziert. Dadurch entsteht ein verwaschener Eindruck, der den Hörgenuss doch etwas schmälert („Noidanhauta“). Insgesamt haben Stefan und Noitavalo, wie sich die beiden Musiker nennen, aber überraschend viele Ideen und können einige davon gekonnt in Szene setzen.

HAVUKRUUNU vermischen den Haupteinfluss Black Metal mit Heavy Metal, Pagan-Themen und einer Prise Symphonik sowie Neofolk. Was daraus entsteht ist mit „Kelle Surut Soi“ ein Album, das interessante Momente, aber auch leichte Schwächen offenbart. Wenn man zumindest in Sachen Gesang zukünftig ein wenig mehr auf Feinschliff setzt und das Verschmelzen der Elemente noch etwas runder gestaltet, dann könnte man einen verheißungsvollen Newcomer vor sich haben. So reicht es (noch) nicht für das angekündigte Meisterwerk.

Bewertung: 6 / 10

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1 Kommentar zu “Havukruunu – Kelle Surut Soi”

  1. Hugo Buffet

    The author doesn’t like this kind of black metal. Saying that it’s not original, maybe but there are too few bands that play epic black metal as well ass this band does. It’s a shame to put a so lower grade for a so good album ! Yes maybe it looks a bit like Immortal (and just on the „At hearth of winter“ album, this is not as the whole discography of Immortal sounds like ATHOW) but which band can actually play as good as Immortal apart Havukruunu ? None !

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