Review Hello Black Hole – In No Good Hand (EP)

(Punk Rock/Alternative Rock/Post-Punk) Mit „In No Good Hand“ erschien jüngst das Debüt von HELLO BLACK HOLE, der neuen Band um Johan „Goatspeed“ Snell, der der breiten Öffentlichkeit vor allem als kreativer Kopf und Gitarrist der mittlerweile aufgelösten Kultband Beastmilk ein Begriff sein dürfte. Mit eingängig und zugleich seltsamen Kompositionen, von denen keine die Vierminutenmarke knackt, besingt Snell die eher surrealen Momente des alltäglichen existenziellen Chaos.

Die vier oberflächlich betrachteten leicht verdaulichen Songs der EP besitzen extrem hohes Ohrwurmpotential, offenbaren jedoch beim wiederholten genaueren Hinhören mehr und mehr ihre Kuriosität. Das alles wirkt ein bisschen so, als würde David Lynch Punkrock spielen: Es ist unterhaltsam und leicht verstörend zugleich. Das vermeintlich Vertraute wirkt seltsam verzerrt und ist nicht das, für was man es anfangs hält. Goatspeed selbst drückt es drastischer aus: „’In No Good Hand‘ ist betrogenes Vertrauen. Das Candy hat sich als in Glitter gerollte Scheiße herausgestellt.“

Anders als Grave Pleasures, die neue Band des ehemaligen Beastmilk-Sängers McNerny und -Bassisten Valtteri Arino, stellen HELLO BLACK HOLE keinen direkten Nachfolger der Apocalyptic-Postpunker dar. Dennoch lassen sich fraglos Parallelen finden. Das verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass Snell die komplette Musik für Beastmilk im Alleingang komponiert hat. Während die Formation um McNerny aktuell versucht, die Eigenständigkeit, die sie noch auf ihrem Erstling „Dreamcrash“ hatte, abzustreifen und hart daran arbeitet, eine Beastmilk-Kopie zu werden, wirkt das Material von HELLO BLACK HOLE natürlicher und eigenständiger. Snell mag auf „In No Good Hand“ zwar beim Sound von Beastmilk anknüpfen, kopiert seine alte Band aber weder in musikalischer noch in konzeptioneller Hinsicht. Er folgt stattdessen seiner eigenen Vision und Introspektion: „Das Leben eines jeden ist nichts anderes als ein Loch. Die Herausforderung ist es, herauszufinden, wo dieses Loch hinführt. Das ist der Prozess, in dem die Musik von HELLO BLACK HOLE ihren Ursprung hat“.

Im Falle von HELLO BLACK HOLE hat die Erforschung des Loches zweifellos starke Ähnlichkeiten mit Alices Fall in den Kaninchenbau und macht gespannt auf all das, was man in Zukunft von der Band erwarten kann.

Keine Wertung

Publiziert am von Falk Wehmeier (Gastredakteur)

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