Das Cover von "The Power Of Power" von Induction

Review Induction – The Power Of Power (EP)

Wenn man Helloween– und Gamma-Ray-Gründer Kai Hansen als Vater hat, fällt es vermutlich leichter, im Power Metal Fuß zu fassen. Ultimativ interessiert sich das Publikum aber nicht für etwaige Familienbande, weshalb auch inhaltlich abgeliefert werden muss und genau das hat Gitarrist Tim Hansen getan: Ab dem 2019 erschienenen Debüt führte der Weg für seine Band INDUCTION kontinuierlich nach oben, was in erster Linie dem hervorragenden Songwriting der Mannschaft geschuldet ist. Ein knappes Jahr nach ihrem zweiten Album “Born From Fire” hat die Truppe mit “The Power Of Power” nun eine rein digital erhätliche EP veröffentlicht.

In “Set You Free”, dem einzigen bisher ungehörten Song auf “The Power Of Power”, zeigen sich INDUCTION von ihrer besten Seite. Die erhebende und druckvolle Power-Metal-Hymne überzeugt mit schön bratenden Gitarren und einer fetten, aber nicht zu glatten Produktion – das kennt man von Bands wie Gamma Ray und die Rezeptur geht auch hier voll und ganz auf. Überhaupt bewegt sich die Nummer tief im Fahrwasser der Genre-Begründer aus Hamburg, was sich vor allem am stark an Helloween oder eben Gamma Ray angelehnten Refrain bemerkbar macht. Wirklich neu ist hier nichts, aber passend zum Titel der EP macht “Set You Free” die Epik des Power Metal in ihrer Gänze spürbar.

Ansonsten gibt es auf “The Power Of Power” nichts Neues: Zwei der Nummern stammen vom letzten Album “Born From Fire”, zwei weitere vom selbst betitelten Debüt und selbst “A Call Beyond” erschien bereits im Mai als eigenständige Single. Das macht die Nummern für sich genommen nicht schlechter und sie liefern auch hervorragende Beispiele dafür, warum sich INDUCTION in vergleichsweise kurzer Zeit in de Herzen vieler Power-Metal-Fans spielen konnten. Allerdings ist keiner dieser Songs in Zeiten digitaler Streamingportale schwer auffindbar, weshalb es dieser EP ein wenig an Substanz mangelt. “The Power Of Power” präsentiert sich als eine Art “Mini-Best-Of” mit  einem einzigen bisher ungehörten Song.

EP steht bekanntermaßen für “Extended Play” und rein auf seine Spielzeit bezogen erfüllt “The Power Of Power” diese Bedingung durchaus – 30 Minuten sind ziemlich “extended” und reichen mancher Band gar für ein ganzes Album. Schade ist allerdings, dass es auf der Scheibe außer “Set You Free” keinen einzigen neuen Song zu hören gibt. Anstelle von Live-Songs, unveröffentlichten Tracks aus vergangenen Songwriting-Sessions oder wenigstens seltenen Bonustracks gibt es hier lediglich einen Überblick über bisherige Veröffentlichungen von INDUCTION. Das mag für eine rein digitale Veröffentlichung verschmerzbar sein, wirft aber die Frage auf, warum “Set You Free” nicht einfach als digitale Single herausgebracht wurde.

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Redaktion Metal1.info

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