CD-Review: Kave - Dismal Radiance

  • Veröffentlichung: 2013
  • Label: Eibon
  • Spielart: Ambient
Besetzung

Nicht bekannt

Tracklist

01. Tombs Of The Black Sand
02. Corridors Under The Sea
03. Vault Of Mysticism And Desolation
04. Encompassing Emptiness
05. Bleak Phantasm
06. Dismal Radiance
07. Laatste Schemering
08. Dark Monoliths Rising


Sucht man in der Wikipedia nach einer Defintion für „Ambient“, so liest man dort unter anderem den Satz „Die Musikstücke sind meist sehr langsam und lang, bauen sich oft gemächlich auf und gehen ineinander über, wobei sie eher selten einer klassischen Songstruktur folgen.“ So weit, so gut – die Frage ist nur, bis zu welchem Punkt man dann noch von „Songs“ sprechen und sie dem entsprechend anhand einer herkömmlichen Skala bewerten kann.

„Dismal Radiance“ des Ein-Mann-Projektes KAVE stellt hier ein Paradebeispiel dar – hält sich das Album doch über knapp 50 Minuten streng an diese Definition: Hypnotische Klänge wabern mal sanft, mal bedrückend durch den Raum und legen sich wie eine wärmende Decke über die so beschallte Welt. Das Ende eines Stückes ist vom Beginn des nächsten dabei lediglich durch den kurzen Moment der Stille zwischen der ansonsten vorherrschenden Ruhe zu unterscheiden. Einer Ruhe, die derart um sich greifend ist, dass „Dismal Radiance“ wohl selbst in einer Selbsthilfegruppe für Choleriker für Frieden und Entspannung sorgen würde. KAVE fordern dabei keineswegs Aufmerksamkeit vom Hörer ein. Ohne Weiteres fügt sich „Dismal Radiance“ auch in die Rolle der dezenten Hintergrundbeschallung – ganz getreu der Wikipedia-Definition, die den Anwendungsbereich von Ambient wie folgt beschreibt: „Sie eignet sich zum atmosphärischen Ergänzen von Wahrnehmungs- und Lebensräumen oder als Untermalung beim Lesen, Schreiben und Arbeiten.“ So man dabei nicht derart zur Ruhe und seiner inneren Mitte findet, dass man all diese Tätigkeiten Tätigkeiten sein lässt und, die Augen schließend, dem Schlaf Tür und Tor öffnet.

KAVE sind sicher keine Band für jeden Anlass, auf einer Party ist „Dismal Radiance“ ebenso fehl am Platze wie auf einer langen Autofahrt – wer jedoch für einen kurzen, man möchte fast sagen: meditativen, Moment den Alltagsstress vergessen oder auch nur gegen die absolute Stille im Raum Abhilfe schaffen möchte, ist mit diesem Album nicht falsch beraten. Vielleicht kein Meilenstein der Musikgeschichte, auf alle Fälle jedoch ein Album, das seinen Ansprüchen gerecht wird.

Bewertung: 8 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: