CD-Review: Killing - Face The Madness

Besetzung

Rasmus Soelberg - Gesang, Bass
Snade - Gitarre
Rasmus Holm Sørensen - Gitarre
Jesper Skousen - Schlagzeug

Tracklist

01. Kill Everyone
02. Before Violence Strikes
03. Don't Get Mad, Get Evil
04. See You In Hell
05. Legion Of Hate
06. Straight Out Of Kattegat
07. One Last Victim
08. 1942
09. Killed In Action


Das Cover von "Face The Madness" von Killing

Seit acht Jahren aktiv und vornehmlich aus erfahrenen Musikern zusammengesetzt, sind die Thrasher KILLING sicherlich nicht mehr ganz und gar grün hinter den Ohren – dennoch erschien mit „Toxic Asylum“ ihre erste EP erst 2018 und damit stolze fünf Jahre nach Bandgründung. Weitere drei Jahre später hat die Band aus Dänemark – dem Land, das dem Thrash Metal einst die heute legendären Artillery bescherte – endlich ihr erstes volles Album auf Lager. Das trägt den Titel „Face The Madness“ und erscheint in Kürze über die ebenfalls in Dänemark beheimatete Plattenfirma Mighty Music.

Den Vergleich mit besagten Artillery müssen sich KILLING dank ihrer Herkunft bereits im Promotext zu ihrem Debüt gefallen lassen, eigentlich trifft er aber nur sehr bedingt zu: Ab dem gerade mal zweiminütigen Opener „Kill Everyone“ überrollen die Dänen ihre Hörerschaft nämlich mit messerscharfen Hochgeschwindigkeits-Riffs sowie dem keifenden Gesang von Frontmann Rasmus Soelberg. Damit erinnert die Truppe auf „Face The Madness“ weitaus mehr an U.S.-amerikanische Thrash-Metal-Bands der zweiten Generation wie Demolition Hammer und Morbid Saint als an die mit eher differenziertem Sound bekannt gewordenen dänischen Genre-Veteranen.

Mit „Face The Madness“ laufen KILLING also zu keiner Zeit Gefahr, dem Genre etwas Neues hinzuzufügen – ganz im Gegenteil: Das, was es auf ihrem Debüt zu hören gibt, kennt man fast baugleich von den genannten Vorbildern. Somit ist aber auch bestätigt, dass KILLING genau verstanden haben, wie dieser Sound funktionert. „Face The Madness“ ist nicht zuletzt dank Songs wie „See You In Hell“, „One Last Victim“ und „1942“ voll von bockstarken Thrash-Metal-Riffs der (mittel)alten Schule, die hier mit einer derartigen Energie und Überzeugung gespielt werden, dass man diese Platte bei beiläufigem Hören tatsächlich um 1990 einordnen würde.

Innerhalb der naturgemäß recht eng gefassten Grenzen der Musikrichtung agieren die Dänen obendrein hinreichend abwechslungsreich. Neben den erwähnten Nackenbrechern liefern KILLING etwa mit „Don’t Get Mad, Get Evil“ auch noch schiebenden Groove, „Legion Of Hate“ überrascht durch rockigen Old School Speed Metal und im düster-verheißungsvoll einsetzenden „Straight Out Of Kattegat“ hält ein klein wenig Bombast Einzug ins Geknüppel. Abgerundet wird „Face The Madness“ von einer erdigen, immer nur beinahe rumpeligen Produktion mit angenehm natürlichem Schlagzeugsound, die KILLING irgendwo zwischen Proberaum und Tonstudio verortet – mit polierterem Klang würde diese Platte wahrscheinlich lange nicht so glaubwürdig rüberkommen.

Thrash Metal war noch nie als die progressivste Musikrichtung bekannt und so ist es KILLING durchaus zu verzeihen, dass sie auf ihrem ersten Album ausschließlich auf ausgetretenen Pfaden wandeln. Mit „Face The Madness“ präsentiert sich das dänische Quartett als Gruppe äußerst routinierter Songwriter, die den Sound des U.S.-Thrash um 1990 voll verinnerlicht haben und absolut authentisch zu reproduzieren wissen. Damit kann der informierte Hörer bei jedem Song voraussehen, was als Nächstes passiert – weil KILLING aber unüberhörbar gewaltige Freude an der Musik und ihren Songs haben, macht es dennoch einen Heidenspaß, ihnen beim Nacheifern ihrer Idole zuzuhören. Jedem Thrasher ist „Face The Madness“ daher uneingeschränkt zu empfehlen.

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Bewertung: 7 / 10

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