Interview mit Rasmus Soelberg von Killing

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Dänemark und Thrash Metal, das lässt als erstes an Artillery denken. Allerdings ist es inzwischen ein paar Jahrzehnte her, dass die nach wie vor erfolgreiche Truppe zu den Newcomern ihres Landes zählte. Inzwischen ist dieser Platz von anderen besetzt, unter anderem von KILLING. Die Truppe aus Djursland hat gerade ihr Debüt „Face The Madness“ fertiggestellt und konnte sich prompt einen Vertrag mit dem dänischen Label Mighty Music sichern. Wir sprachen mit Frontmann Rasmus Soelberg über seine Band, Old-School-Thrash und natürlich die omnipräsente Coronasituation.
Das Logo der dänischen Thrash-Metal-Band Killing

Hi Rasmus und vielen Dank für deine Zeit! Wir haben ziemlich holprige – und seltsame – anderthalb Jahre hinter uns. Wie geht es dir?
Hey! Vielen Dank für dieses Interview und euer Interesse an einer kleinen dänischen Band! Die letzten anderthalb Jahre? Da sagt ihr was! Was für ein Irrsinn! Tja, wir haben einen Haufen guter Gigs verloren und es waren sogar ein paar ziemlich große dabei, auf die wir uns wirklich gefreut haben. Aber wir haben das Beste aus der Zeit gemacht, indem wir das Album fertig geschrieben und im „Dead Rat Studio“ aufgenommen haben. Wir konnten uns auch einen Vertrag mit Mighty Music sichern und ich bin Vater geworden, weil mein Sohn Ludwig während der COVID19-Zeit auf die Welt gekommen ist. Und auch bei Snade (Gitarre, Anm. d. Red.) wird es bald Nachwuchs geben. Man könnte also sagen, dass wir keineswegs Zeit verschwendet haben.

Das Cover von "Face The Madness" von KillingKILLING gibt es bereits seit 2013, aber hier in Deutschland wissen wir so gut wie nichts über euch. Erzähl uns ein bisschen von eurer Geschichte!
Es hat alles damit angefangen, dass ich die anderen Jungs gefragt habe, ob sie eine Thrash-Metal-Band gründen wollen. Snade und Skousen (Schlagzeug, Anm. d. Red.) haben damals bei End My Sorrow gespielt und hatten deswegen nicht allzu viel Zeit, aber nach einiger Zeit haben sie „ja“ gesagt. Ralle (Gitarre, Anm. d. Red.) war damals gerade in keiner Band, also war er sofort am Start. Wir haben uns im Dezember 2013 das erste Mal mit ein paar eigenen Riffszum Proben getroffen. Dann haben die anderen etwas Material mit eingebracht und plötzlich waren wir bereit, unsere erste EP einzuspielen. Dann wurden uns ziemlich viele Konzerte angeboten und wir haben in Dänemark einige Aufmerksamkeit bekommen – und sogar in anderen Ländern. Sieben bis acht Jahre später stehen wir jetzt mit unserem ersten vollen Album da und können froh sein, dass wir schneller spielen als wir arbeiten.

Was kannst du uns über „Face The Madness“ erzählen?
Es ist das Album, das KILLING, also unseren Wahnsinn und unseren Stil, definiert. Es enthält mit Abstand die beste Musik, die wir bisher geschrieben haben. Wir wollten der Welt zeigen, was uns bei der Stange hält und warum wir diese Art von Musik spielen. Für uns war es immer vollkommen natürlich, Old-School-Thrash zu spielen, weil wir das schon unser ganzes Leben lang hören. Außerdem hören wir immer wieder, dass unsere Live-Shows ziemlich energetisch sind und wir wollten dieses Feeling auch auf das Album packen.

Wie hat sich euer Sound deiner Meinung nach seit „Toxic Asylum“ verändert?
Wir haben „Toxic Asylum“ zusammen mit der Single „Raise Your Anger“ komplett in Eigenregie aufgenommen und es war Snades erste vollwertige Produktion. Ich finde, er hat sehr gute Arbeit geleistet. Da unsere Musik über die Jahre immer besser wurde, haben wir uns dazu entschieden, uns diesmal professionelle Unterstützung für das Mixing und Mastering zu holen, damit wir uns mehr auf die Musik konzentrieren können und nicht durch das Schieben von Reglern abgelenkt sind. Unsere Musik ist nach wie vor Old School und wir haben genau den Sound bekommen, auf den wir stehen: Knochentrocken und eben Old School.

Wie liefen das Songwriting und die Aufnahmen zu „Face The Madness“ ab?
Auf dem Album gibt es sowohl ein paar alte als auch ein paar neue Songs. Wir wollten eine Platte machen, die genügend Vielfalt bietet und doch eine klare Linie hat. Darum gibt es neben schnellen Brechern auch langsamere Songs wie z. B. „Killed In Action“. Diese Nummer haben wir geschrieben, weil wir noch einen langsameren Song wollten, um das Album abzurunden – all die geilen Platten, die in den 80ern und 90ern erschienen sind, hatten immer auch einen langsamen Groover. Außerdem hat es Spaß gemacht, eine Nummer zu schreiben, die ganz anders war als der Rest. Dann haben wir uns ins „Dead Rat Studio“ mit Jacob Bredahl eingebucht und es lief wirklich gut. Wir lieben das, was wir zusammen erschaffen haben.

Würdest du zustimmen, dass eure Musik Züge von Bands wie Demolition Hammer und Morbid Saint trägt?
Es ist eine Ehre, mit diesen Bands verglichen zu werden, weil sie genau den klassischen Old-School-Sound spielen, den wir so sehr lieben. Also ja, da ist bestimmt was dran.

Das Cover von "Toxic Asylum" von KillingWelche anderen Bands beeinflussen KILLING?
In unserer Musik steckt viel von Slayer, Annihilator, Kreator, Exodus und Metallica. Das liegt natürlich hauptsächlich daran, dass das unsere Lieblingsbands sind.

“Face The Madness“ ist über Mighty Music erschienen. Wie kam es dazu?
Wir hatten großes Glück damit, dass Mighty Music sich für unsere Musik interessiert haben und unser Potenzial gesehen haben. Michael hat uns kontaktiert und wir konnten uns einigen. Und jetzt erscheint unser erstes Album tatsächlich beim legendären Label Mighty Music.

Worum geht es in euren Texten?
Wir behandeln meistens das übliche Zeug, also Krieg, Tod und Zerstörung. Aber im Grunde schreiben wir über alles, was uns interessiert – es ist schon ein bisschen gruselig, dass es uns am leichtesten fällt, über Horror und Tod zu schreiben (lacht). Es gibt auf der Platte aber auch einen Song über ein Seeungeheuer – im KILLING-Universum ist also alles möglich.

Besteht die Möglichkeit, euch in Deutschland zu sehen, wenn Konzerte wieder möglich sind?
Wir haben schon mal mit Durothar in Deutschland gespielt. Das war ein ziemlich cooler Abend – trotz Problemen mit unserem Auto und einer Winternacht am Straßenrand bei gefühlten -1000 Grad. Ich hoffe also wirklich, dass wir wieder nach Deutschland kommen können und diesmal vielleicht ein bisschen mehr Glück haben. Es steht definitiv weit oben auf unserer Liste.

Die COVID19-Pandemie hat alle Bereiche des Lebens getroffen, aber der Unterhaltungssektor wurde besonders hart erwischt. Wie geht es euch nach fast zwei Jahren damit?
Uns haben definitiv die Konzerte gefehlt, aber wie ich schon zu Anfang gesagt habe, haben wir das Beste aus der Zeit gemacht und sowohl das Album aufgenommen als auch Familien gegründet. In Dänemark wird gerade wieder alles geöffnet und es fühlt sich großartig an! Es gibt wieder Konzerte mit Moshpits und es gehen wirklich viele Leute hin. Wir lieben es!

Lass uns zum Abschluss noch etwas Brainstorming betreiben. Was fällt dir als erstes zu den folgenden Begriffen ein?
Epidemic Of Violence: Demolition Hammer und heutzutage ein sehr passender Titel.
Old School: Genau die richtige Schule.
Lockdown: Öffnung.
Morten Stützer: Ruhe in Frieden, er war einer der Besten, die wir je in Dänemark hatten. Der Soundtrack unserer Jugend!
KILLING in zehn Jahren: Mehr Alben und weniger Haare? Vielleicht eine Deutschlandtour?

Noch einmal vielen Dank für deine Zeit! Möchtest du noch ein paar abschließende Worte an unserer Leser richten?
Ich möchte mich bei euch für dieses Interview bedanken – das bedeutet uns die Welt! Und ich möchte mich bei allen bedanken, die unsere Musik hören und uns die tolle Unterstützung geben, die wir für unser Debüt erhalten haben. Vielen, vielen Dank! Ohne euch wären wir nichts! Keep it fast and keep it loud!

Ein Foto der Band Killing

Dieses Interview wurde per E-Mail geführt.
Zur besseren Lesbarkeit wurden Smilies ersetzt.

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